Eurobike 2022: Revoltz Porto stromert zwischen Bike und Scooter

Nicht nur lupenreine Bikes, sondern auch "Hybridwesen" wie der Cargo-Scooter eines israelischen Start-ups fuhren in Frankfurt vor. Schließlich ist nicht jeder Umsteiger vom Van ein Biker. Könnte was dran sein. 

Geneigter Roller: Mit einem ultrakompakten Neigetechnik-Scooter fuhr das israelische Start-up Revoltz in Frankfurt vor. | Foto: J. Reichel
Geneigter Roller: Mit einem ultrakompakten Neigetechnik-Scooter fuhr das israelische Start-up Revoltz in Frankfurt vor. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Es muss nicht immer Fahrrad sein, was auf der Eurobike 2022 in Frankfurt Premiere feiert oder gezeigt wird. Zahlreiche Hersteller von leichten E-Scootern nutzten ebenfalls die Gelegenheit, teilweise gehen die Angebote nahtlos ineinander über, etwa beim chinesichen Giganten Yadea. Ganz anders geartet und nicht auf die Spaß- und Freizeitmobilität peilt ein Start-up aus Israel, das sich passenderweise in der gut gefüllten Start-up-Meile der Messe prominent positioniert hat. Wobei: Auf Spaß verstehen sich die ehemaligen Automobilingenieure, lange etwa bei Fiat tätig, auch: Der O3 ist ein dreirädriges 48-Volt-Elektro-Kabinentrike, das wie eine Riesenechse auf dem Sprung wirkt.

Der nützliche Bruder ist das Porto, das an diejenigen Logistiker adressiert, deren Fahrer sich niemals auf ein Lastenrad setzen werden. "Das ist eine ganz andere Fahrerklientel, die man da anspricht. Und es dürfte schwer werden, einen ehemaligen Transporterfahrer auf ein Lastenrad zu bringen", meint Gründer und CEO Amir Zaid gegenüber VM.

 

Genau dafür ist das Porto entwickelt, bei dem man sich zudem Platz und Gewicht für Pedale und Kettenantrieb spart und den Raum nutzt, um ein mit 56 Zentimeter Breite und 1,65 Meter Länge äußerst kompaktes dreirädriges Scooter-Gefährt mit Alu-Rahmen auf die Räder zu stellen, das vorn und hinten kombiniert bis zu 250 Liter Fracht bei bis zu 60 Kilo Nutzlast sowie 150 Kilo Gesamtgewicht befördert. Die unter der breiten Trittfläche verbauten 48-Volt-Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen eine Reichweite bis zu 120 Kilometer.

Die großformatigen Reifen - vorne 16 und hinten sogar 20 Zoll - beherbergen vorn eine dicke 140-mm-Scheibe, hinten dünnere 160-mm-Scheiben. Für Fahrstabilität und Fahrspaß zugleich soll die Zwillingsbereifte Vorderachskonstruktion mit Neigetechnik sorgen, für Vortrieb ein 500 bis 1.000 Watt starker Radnabenantrieb, der sehr kompakt baut. Das Höchsttempo beträgt 25 oder 35 km/h. Selbstverständlich ist ein LCD-Display mit Bluetooth-Konnektivität.

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