Eurobike 2022: One Less Van SUM X - federleichtes Schwergewicht

Mit einem nur 46 Kilo schweren Komposit-Monocoque-E-Cargoquad setzt der italienische Hersteller mit dem programmatischen Namen "One less van" ein technisches Ausrufezeichen.

Leicht war ganz schön schwer: Seit 2019 entwickelte ein italienisches Team am SUM X, das im vergangenen Jahr schon den Eurobike-Award gewann und jetzt richtig Fahrt aufnimmt. | Foto: J. Reichel
Leicht war ganz schön schwer: Seit 2019 entwickelte ein italienisches Team am SUM X, das im vergangenen Jahr schon den Eurobike-Award gewann und jetzt richtig Fahrt aufnimmt. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Der venezianische Lastenradhersteller "One less Van" hat auf der Eurobike sein elektrisch unterstütztes Cargobike-Quad in jüngster Version vorgestellt, das besonders leicht, aber zugleich sehr tragfähig und variabel sein soll. Das aus einem an Carbon erinnernden Komposit-Material in Monocoque-Bauweise konstruierte Vierrad wiegt nur 46 Kilogramm leer und soll ein Gesamtgewicht von 300 Kilogramm bieten. Dadurch fahre man 100 Mal effizienter als ein Elektrotransporter, wiege 33 Mal weniger und produziere um entsprechend weniger Feinstaub durch Brems- und Reifenabrieb, werben die Macher für das Konzept. Das Bike gewann bereits 2021 den Eurobike-Award. Es kommt dank eines abkoppelbaren Heckteils und Frontantrieb modular in drei Längen zu 2,40/2,60/2,75 Meter Länge und kann mit robusten und leicht zu öffnenden Trockenfracht- und Külboxen zu 1,5 bis 2,0 Kubikmeter Volumen kombiniert werden. Über den Boxen ist eine Überdachung, für die Front ein Windschutz erhältlich.

Für die Federung sorgen an der starren Hinterachse Blattfedern, vorne Stoßdämpfer und Federn ähnlich automobilen Konstruktionen. Die Verzögerung übernehmen Scheibenbremsen in Alu-Gussrädern, die allerdings für 300 Kilo Gesamtgewicht eher filigran wirken. Der Wendekreis liegt mit vier Metern auf akzeptablem Niveau für ein vierrädriges Bike. Schnelle Pannenhilfe bietet das wahlweise erhältliche Ersatzrad, das unter der extrem dünnen Ladeplattform platziert wird. Der vorn positionierte, schnell wechselbare Akku sollen bis 60 Kilometer Tretunterstützung ermöglichen und nötigenfalls in fünf Stunden wieder aufgeladen sein. Ein zweiter Akkusteckplatz ist ebenfalls vorhanden.

Printer Friendly, PDF & Email