Eurobike 2022: Eccov bringt E-Cargobike mit Blechstanzrahmen

Das Hyundai-Spin-Off entwickelte ein schweres E-Cargobike mit kettenlosem Mando-Antrieb und auf Basis eines hochfesten Blechpressrahmens, der Vorteile bei Kosten und Lieferzeit bringen soll.

Transfer aus dem Autobau: Das 2019 gegründete Unternehmen entwickelte ein E-Cargobike mit Blechpressrahmen - und kettenlosem Antrieb. | Foto: J. Reichel
Transfer aus dem Autobau: Das 2019 gegründete Unternehmen entwickelte ein E-Cargobike mit Blechpressrahmen - und kettenlosem Antrieb. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Das koreanische Hyundai-Spin-Off Eccov hat zur Messe sein schweres E-Cargobike vorgstellt, das auf einen kettenlosen Mando-Antrieb sowie einen Stahlrahmen aus Blechpresselementen setzt. Das Verfahren biete Vorteile bei der Lieferzeit, den Kosten und dem Herstellungsprozess, der aus der Automobilindustrie bekannt ist. Das im Stanzverfahren hergestellte Chassis, bei dem hochfester Stahl verwendet wird, soll im Vergleich zu Aluminium deutlich stabiler sein und für den Transport von Gütern mit großem Volumen und Gewicht geeignet sein, da es sehr haltbar sei, werben die Koreaner.

Besonderheit der dank Trike-Konzept mit 3,3 Meter Wendekreis sehr agilen Bikes ist ein modulares System, das eine Vielzahl von Konfigurationen ermöglichen soll, die je nach Zweck gestaltet werden können. So verweist man auf Referenzen für die Variation des hinteren Moduls und der Ladebox, wie etwa Frischwarenlieferung mit geschlossener Kühlkette mittels eigenem Kühlaggregat am Dach oder ein dreistöckiger, leichter Planenaufbau oder eine E-Scooter-Sammelvariante mit extrem verlängertem Rahmen. Der Hinterbau soll zudem abkoppelbar sein, wodurch sich das Bike vom dreirädrigen in eine wendige Zweiradversion verwandeln lässt. Der hintere Teil kann mit zusätzlichen, während der Fahrt eingeklappten Rollen als Rollwagen fungieren.

Ein kettenloser Antrieb aus Korea ist obligatorisch

Das kettenlose 48-Volt-Antriebssystem des koreanischen Spezialisten Mando, der auf der Messe massive Präsenz in diversen Cargobikes und mit einem eigenen Stand zeigte, soll mit 100 Nm und 250 Watt genug Power bieten, um ein Gesamtgewicht von 350 Kilo zu befördern. Die Herstellung erfolgt komplett in Korea, wie der Hersteller betont. Nicht nur die Lieferung des gesamten Fahrrads, sondern auch die einzelnen Teile wie Vorderradgabel für 2/3-Räder, Stanzräder, die speziell auf die Motorenspezifikationen und -formen des Kunden zugeschnitten sind, und die Ladebox können entsprechend den Spezifikationen entworfen und hergestellt werden.

Für die Federgabel greift man auf Konstruktionsprinzipien aus dem Motorradbau ("girder fork") zurück und kann diese an die Zwecke angepasst dimensionieren und abstimmen. Die Cargobox selbst verfügt über einen leichten Alu-Rahmen mit Kunststoffpanelen und kann modular in der Größe variiert werden, so der Hersteller.

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