Euro-Bündnis fordert strengere CO2-Werte für Vans

Ein Bündnis aus europäischen Städten, Unternehmen und NGOs plädiert für strengere CO2-Grenzwerte und mehr emissionsfreie Vans - auch, um die Abhängigkeit von russischem Öl zu reduzieren. Man befürchtet "verlorenes Jahrzehnt" in dem boomenden Segment.

Grünere Vans fordert ein breites Bündnis aus Kommunen, Unternehmen und NGOs von der Brüsseler EU-Regierung. | Foto: AdobeStock
Grünere Vans fordert ein breites Bündnis aus Kommunen, Unternehmen und NGOs von der Brüsseler EU-Regierung. | Foto: AdobeStock
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Ein breites Bündnis aus Städten, Unternehmen, Umwelt- und Gesundheitsschützern hat von den EU-Gesetzgebern strengere Klimaziele für Transporter gefordert, um das Angebot an emissionsfreien Vans zu steigern. Die Gruppe, der die Städte Paris, Dublin, Rotterdam, Göteborg, Palermo, Haarlem, Tilburg und Wałbrzych angehören, unterstützt auch den Plan, den Verkauf von Lieferwagen mit Verbrennungsmotor im Jahr 2035 einzustellen.

"Europa muss dringend seine Ölabhängigkeit verringern und den Übergang zur emissionsfreien Mobilität beschleunigen", heißt es in dem Appell, den die Umwelt-Dachorganisation Transport & Enviroment (T&E) mitverbreitete. 

In dem Brief an die Europaabgeordneten und die EU-Regierungen fordert die Gruppe, in der mehr als 600 Unternehmen und Organisationen zusammengeschlossen sind, die Gesetzgeber auf, die von der EU-Kommission vorgeschlagenen CO2-Grenzwerte für Kleintransporter in den 2020er Jahren zu verschärfen. In der jetzigen Fassung des Vorschlags werde von den Herstellern nicht verlangt, dass sie bis zum Ende des Jahrzehnts einen Anteil von mehr als zehn Prozent an elektrisch betriebenen Transportern verkaufen. Die Städte plädieren, dass die Umstellung auf emissionsfreie Transporter viel schneller erfolgen muss, um die Luft zu reinigen und die zunehmende Klimabelastung durch Hauslieferungen zu bewältigen.

"Die Städte brauchen emissionsfreie Lieferwagen, und zwar schnell. Der Vorschlag der Europäischen Kommission, dass alle neuen Lieferwagen bis 2035 emissionsfrei sein müssen, ist wichtig - und zu begrüßen. Wir fordern jedoch die Gesetzgeber im Europäischen Parlament und in den Mitgliedstaaten auf, den Vorschlag zu verschärfen und die Verfügbarkeit von elektrischen Lieferwagen zu verbessern", appellierte David Belliard, stellvertretender Bürgermeister von Paris und zuständig für Verkehr und öffentlichen Raum.

Die in der European Clean Trucking Alliance zusammengeschlossenen Transport- und Logistikunternehmen halten es für unerlässlich, dass die Gesetzgeber die Zielvorgaben für Transporterhersteller verschärfen und das Angebot an elektrischen Transportern erhöhen, die sie für den Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen benötigen. Die EV100 Climate Group, in der sich Unternehmen zusammengeschlossen haben, die sich für die Beschleunigung des Übergangs zu elektrischen Transportern einsetzen, ist der Meinung, dass die Unternehmen eine starke Politik brauchen, um die Massenverfügbarkeit von emissionsfreien Fahrzeugen für ihre Flotten zu unterstützen. Die Festlegung strengerer Zielvorgaben für Kleintransporter sei auch eine große Chance, die Luftqualität zu verbessern, erklärten Gruppen aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit, darunter die European Public Health Alliance (EPHA) und die European Respiratory Society.

Vans als wichtige Quelle der Luftverschmutzung

Kleintransporter sind eine wichtige Quelle der Luftverschmutzung und verursachen 14 Prozent der NOx-Emissionen von Fahrzeugen in Städten. Angespornt durch den Boom bei den Hauslieferungen sind Kleintransporter auch der am schnellsten wachsende Verursacher von Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr, dessen CO2-Emissionen seit 1990 um 58 Prozent gestiegen sind.

"Jetzt muss Europa mehr denn je von seiner Ölabhängigkeit loskommen, die dazu beiträgt, Putins Krieg zu finanzieren. Die neuen CO2-Normen der EU für Lieferwagen sind der beste Weg, um sicherzustellen, dass die Hersteller mehr saubere, elektrische Lieferwagen zu niedrigeren Preisen produzieren", erklärte Lucien Mathieu, stellvertretender Direktor für Güterverkehr bei Transport & Environment (T&E).

Nach ihrem Dafürhalten würden die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Ziele ein verlorenes Jahrzehnt für umweltfreundliche Lieferwagen bedeuten, wenn der Gesetzgeber die Ambitionen nicht erhöhe. Der Brief ist unterzeichnet von: Dublin, Göteborg, Haarlem, Palermo, Paris, Rotterdam, Tilburg, Walbrzych, C40, Polis, European Clean Trucking Alliance, Climate Group/EV 100, Clean Cities Campaign, Transport & Environment, European Public Health Alliance, European Respiratory Society.

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