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EU will Spritverbrauchsmessgeräte im Auto vorschreiben

Wie der Spiegel berichtet, plant die EU-Kommission, den Spritverbrauch von Autos und leichten Nutzfahrzeugen mit Messgeräten künftig direkt zu kontrollieren.

Künftig soll der Spritverbrauch jeder Fahrt direkt im Auto ermittelt werden. | Foto: Unsplash/Why Kei
Künftig soll der Spritverbrauch jeder Fahrt direkt im Auto ermittelt werden. | Foto: Unsplash/Why Kei
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Gregor Soller

Noch immer klafft zwischen Realverbräuchen und den Angaben der Fahrzeughersteller eine große Lücke, die auch das neue Testverfahren WLTP nicht schließen kann. Deshalb will die EU nach Informationen des Spiegel den Einbau von Spritverbrauchsmessgeräten in allen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen ab Januar 2020 vorschreiben. In einem Expertengremium der EU wurde die Einführung dieser Messgeräte bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in diesem Jahr bereits mehrfach besprochen. Mehrere Mitgliedstaaten hätten sich positiv zu der Idee geäußert, heißt es aus der EU-Kommission.

Damit sollen Herstellerangaben und Realverbräuche näher zusammenkommen. Laut einer Studie der Umweltorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) verbrauchen Neuwagen im Schnitt rund 42 Prozent mehr Treibstoff als die Hersteller angeben. 2013 hätte diese Diskrepanz noch bei 25 Prozent gelegen. Der neue WLTP-Zyklus („Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“) könne die Differenz zwischen Herstellerangabe und Realität lediglich halbieren, schätzen die ICCT-Experten. Verschärft wurde diese Diskrepanz durch die elektrifizierten Antriebe, insbesondere bei Plug-in-Hybriden, deren Verbrauch über den Testzyklus über weite Distanzen mit 0 Litern angenommen wird. Doch sobald die Batterie entleert ist, brauchen diese Fahrzeuge so viel Sprit wie jeder andere Benziner auch, was vor allem auf Langstrecken viel höhere Verbrauchswerte ergibt.

Die Kommission will mit Spritverbrauchsmessgeräten nun wenigstens sicherstellen, dass die realen Verbrauchswerte sich nicht wieder so weit von den Herstellerangaben entfernen. Die Einrichtungen sollen laut aktueller Planung ab dem 1.1.2020 bei allen neuzugelassenen Fahrzeugtypen und ab dem 1.1.2021 bei allen Neuwagen vorgeschrieben sein. Damit hofft die Kommission, ein wirksames Mittel in der Hand zu haben, die Einhaltung der CO2-Grenzwerte zu kontrollieren - denn das dürfte für die Autohersteller künftig immer schwieriger werden: Bis zum Jahr 2025 soll demnach jeder Hersteller die CO2-Emissionen seiner Flotte um 15 Prozent senken, bis 2030 um 30 Prozent. Als Basis dient der Wert von 95 Gramm pro Kilometer im Jahr 2021, der Stand heute mit Verbrennern allein kaum zu erreichen ist.  Da der strengere WLTP-Wert die CO2-Angaben zusätzlich erhöht, verständigte sich die EU-Kommission mit den Herstellern auf eine Art Bonus für die neuen WLTP-Werte, womit aus den 95 eher 119 Gramm CO2 pro Kilometer werden könnten.

Die Kommission will die Mitgliedstaaten im Frühjahr 2018 über den Messgeräte-Vorschlag abstimmen lassen. Anschließend soll er vom Rat der zuständigen Minister und vom EU-Parlament geprüft werden. Die endgültige Annahme soll noch vor Ende 2018 erfolgen. Und was kostet das Ganze? Der Einbau des Messgeräts würde nach Angaben der EU-Kommission nur etwa einen Euro pro Auto kosten. Diese Schätzung basiere laut dem Spiegel auf einer Bewertung kalifornischer Behörden. Dort seien die Messgeräte bereits ab 2019 vorgeschrieben.

Was bedeutet das?

Endlich Klarheit bezüglich reeller Verbrauchswerte. Doch für Raser könnte dunkle Zeiten anbrechen: Denn wer die sinnloserweise tempolimitfreie Fahrt auf deutschen Autobahnen nutzt, erzeugt hohe Verbräuche. Diese würden ausgelesen und könnten eines Tages auch ausgewertet und mit entsprechenden Maluszahlungen beaufschlagt werden.

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