eTaxi Austria: E-Taxi-Projekt mit automatisiertem Konduktionsladen

Ein Projekt für automatisierte konduktive E-Taxi-Ladeinfrastruktur mit EaseLink Matrix Charging geht in Wien und Graz an den Start und will Weichen stellen für eine größere Verbreitung von Strom-Taxis.

Die Platte geputzt: Ohne großen Handlingaufwand lassen sich künftig einige E-Taxis im Pilotprojekt in Wien und Graz aufladen per Konduktion. | Foto: EaseLink/ALT/SHIFT
Die Platte geputzt: Ohne großen Handlingaufwand lassen sich künftig einige E-Taxis im Pilotprojekt in Wien und Graz aufladen per Konduktion. | Foto: EaseLink/ALT/SHIFT
Johannes Reichel

In den österreichischen Städten Wien und Graz startet das dem Vernehmen nach weltweit größte E-Taxi-Projekt, das automatisiertes konduktives Laden kombiniert. Man setze zwar schon jetzt zunehmend auf E-Taxis, heißt es von den Kommunen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb der elektrischen Taxis seien jedoch Unterbrechungen für Fahrten zur nächsten Stromtankstelle zu vermeiden. Daher erprobt man nun das automatisierte Laden direkt an den Standplätzen. In den nächsten zwei Jahren werden in Wien und Graz im Rahmen des so genannten „eTaxi Austria“ Projekts, einem weltweit bisher wohl solitären Pilotprojekt, insgesamt zehn Taxistandplätze und 66 E-Fahrzeuge mit Matrix Charging, der vom Spezialisten Easelink entwickelten automatisierten konduktiven Ladetechnologie, umgerüstet.

Anstatt das E-Auto mit einem Kabel an die Ladesäule anzustecken, werde das E-Fahrzeug, ausgestattet mit einem sogenannten Connector am Unterboden, per Knopfdruck mit einer Ladeplatte am Taxistandplatz physisch verbunden. Anders als induktives Laden über elektromagnetische Felder, bei dem laut Anbieter über 10 Prozent der Ladeleistung in Form von Wärme verloren gingen, erziele konduktives Laden über einen direkten Kontakt mit 99,8 Prozent Effizienz.

Größtes Projekt für automatisiertes konduktives Laden

eTaxi Austria sei das bisher größte Elektro-Taxi Projekt für automatisiertes Laden direkt an den Standplätzen und das erste, bei dem eine hoch effiziente konduktive Ladetechnologie im eTaxi Betrieb zum Einsatz kommt, werben die Partner. Die beiden im Projekt eingesetzten Fahrzeugtypen unterstützen das Laden mit 11 kW AC das im Rahmen des eTaxi Austria Projektes umgesetzt wird. Matrix Charging soll in der Folge bis 22 kW AC und 100 kW DC bei 800 Volt unterstützen.

„Als Automobilhersteller-unabhängige Technologie ist Matrix Charging bereits heute in die meisten der marktverfügbaren Elektrofahrzeuge nachrüstbar. Die Lade-Pads am Parkplatz sind robust und wartungsfrei und lassen sich sowohl im öffentlichen Raum als auch in der privaten Garage installieren“, erklärt Hermann Stockinger, Gründer und Geschäftsführer von Easelink.

Ab 2025 nur noch E-Taxis zulassungsfähig

Nach Regierungsplänen sollen ab 2025 in Österreich nur noch Taxis mit emissionsfreiem Antrieb zugelassen werden. Das eTaxi Austria Projekt stellt hierfür die Weichen und bereitet den Rollout der automatisierten Ladeinfrastruktur vor. Bereits seit einigen Jahren wird in Wien und Graz die Ladeinfrastruktur massiv ausgebaut. Im Großraum Wien betreibt die Wien Energie, Österreichs größter Energieversorger, heute bereits über 1.900 öffentliche und halböffentliche Ladestationen.

„Für die Elektrifizierung von Taxiflotten ist die Automatisierung des Ladens am Standplatz entscheidend. Dies gelingt nur mit einer robusten Ladetechnologie, die bündig und damit barrierefrei in die Fahrbahn integriert werden kann. Matrix Charging erfüllt diese Anforderungen und bietet durch die konduktive Verbindung eine hohe Effizienz. Durch den dezentralen Aufbau der Ladeinfrastruktur und einer hohen Verbindungszeit der Fahrzeuge mit den Ladepunkten, kann eine netzdienliche Integration in das städtische Stromnetz erreicht werden", glabut Paul Gredler Oxenbauer, Gruppenleiter Charging Solutions von Wien Energie.

Als Durch den Wegfall von sperrigen Ladestationen und Kabeln könne die Ladeinfrastruktur ohne zusätzlichen Platzbedarf in dicht bebauten Räumen ausgerollt werden. Gleichzeitig ermögliche das Projekt ganzjährigen Komfort für Fahrer:innen und Kund:innen, wie Kühlen und Heizen der E-Fahrzeuge am Taxistand ohne Verringerung der Reichweite sowie das einfache Vor- und Nachrücken am Taxistand ohne ein Kabel. Der vereinfachte Ladevorgang und der Wegfall von unwirtschaftlichen Fahrten zu Ladestation förderten zudem die Akzeptanz unter den Fahrer:innen, glaubt der Anbieter.

Kooperation für Serienentwicklung der Ladetechnik

Durch die Zusammenarbeit mit namhaften Automobilherstellern- und Zulieferern wird die Matrix Charging Technologie in Serie gebracht und weltweit ausgerollt. Die Technologie war jüngst in einer elektrischen Fahrzeugplattform des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler auf der IAA Mobility 2021 in München zu sehen. Das Projekt wird unter Zusammenarbeit eines Projekt-Konsortiums durchgeführt. Das Kernteam besteht aus den Wirtschaftskammern Wien und Steiermark, Wien Energie und Energie Graz, Easelink GmbH, der Grazer Energieagentur, tbw research GesmbH, Taxi 40100 und Taxi 31300 sowie vibe moves you und Quintessenz Organisationsberatung. Zudem beteiligen sich auch der ÖAMTC sowie Hyundai am Projekt.

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