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Erst nach zehn Jahren fährt man günstiger

Hohe Anschaffungspreise erschweren trotz teils halbierter Energiekosten und Förderung noch immer die Kostenbilanz für E-Autos. Erst nach zehn Jahren fährt man die Mehrkosten rein und liegt günstiger, nur in der Oberklasse geht es schneller.

Lange Leitung: Bis sich ein Stromauto wie der e-Golf lohnt, dauert es laut Autobutler zehn Jahre. | Foto: VW
Lange Leitung: Bis sich ein Stromauto wie der e-Golf lohnt, dauert es laut Autobutler zehn Jahre. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Der Umstieg vom Benziner auf ein Elektroauto rentiert sich in Deutschland bei kleineren Autos aktuell auch auf lange Sicht nicht. In der Oberklasse hingegen können sich Elektroautos bereits ab dem Tag der Auslieferung auszahlen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Online-Marktplatzes für Autoreparaturen, Autobutler.de, einer Tochter des PSA-Konzerns. Der Dienst hat dafür die Anschaffungs- und Unterhaltskosten von PKWs mit vergleichbaren Leistungsmerkmalen aus drei Fahrzeugsegmenten auf jeweils zehn Jahre hin analysiert. Verglichen wurden sowohl der VW-up! TSI OPF und sein elektrisch-motorisiertes Gegenstück, der e-up!, als auch das beliebteste Auto der Deutschen - der Golf (TSI ACT OPF) - und der e-Golf. In der Oberklasse musste sich das Tesla Model S Long Range mit dem Porsche Panamera 4S messen.

Der Hauptgrund für das klare Resultat sieht für die Analysten in den noch immer hohen Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen aufgrund teurer Batterien und einer geringen Nachfrage. Das werde vor allem in der Kleinstwagen-Klasse deutlich.

"Hier fällt der Listenpreis der Grundausstattung des elektrisch motorisierten PKWs (VW e-up!) inklusive Ladestation im untersuchten Fall knapp 50 Prozent höher aus als der des vergleichbaren Benziners (VW up!)", so die Autoren.

Das könnten auch die staatlichen Kaufanreize bislang noch nicht ausgleichen, obwohl Bund und Länder in Deutschland den Kauf von Elektrofahrzeugen mit einem einmaligen Umweltbonus von 4.000 Euro und einer zehnjährigen Befreiung von der KFZ-Steuer fördern.

In der Kompaktwagenklasse fielen die Anschaffungskosten für den elektrisch angetriebenen PKWs (VW e-Golf) immerhin nur noch rund 28 Prozent höher aus als die des benzinbetriebenen Pendants (VW Golf). Die in der Analyse untersuchten Fahrzeuge der Oberklasse trennten Preisunterschiede in Höhe von knapp 24 Prozent, wobei hier der Benziner (Porsche Panamera 4S) teurer in der Anschaffung ist als das verglichene Elektroauto (Tesla Model S Long Range).

Unterhalt: Energiekosten teils mehr als halbiert

Gleichzeitig profitierten die elektrobetriebenen PKWs jedoch von deutlich günstigeren Unterhaltskosten, was vor allem an den vergleichsweise geringen Stromkosten liegt, skizziert der Anbieter weiter. Dadurch ließen sich nach den Berechnungen des Portals im Unterhalt der verglichenen E-Autos bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern in der Kompaktwagenklasse rund 83 Prozent, in der Kleinstwagenklasse rund 100 Prozent und in der Oberklasse sogar 145 Prozent sparen. Allein das kann die jährlichen Unterhaltskosten um 690 bis 1100 Euro reduzieren. Sparen könnten Besitzer von Elektroautos zudem bei der Wartung. So gehöre beispielsweise ein Ölwechsel in der Elektromobilität der Vergangenheit an. Draufzahlen müssen Elektroauto-Besitzer lediglich bei der Versicherung. So falle eine Vollkaskoversicherung bei den untersuchten E-Fahrzeugen jährlich zwischen 10 und 28 Prozent höher aus, als bei den benzinbetriebenen Modellen. "Durch eine Teilkasko-Versicherung lassen sich diese Kosten zwar reduzieren, es werden aber auch deutlich weniger Schäden abgedeckt", so die Feststellung.

Nach fünf Jahren rentieren sich E-Autos nicht, nach zehn Jahren zum Teil

Unter der Berücksichtigung von Anschaffungs- und Unterhaltskosten, sei ein Elektroauto in der Kleinst- und Kompaktwagenklasse nach fünf Jahren immer noch rund 10 Prozent teurer als ein Benziner mit ähnlicher Leistung. Nach zehn Jahren hätten sich die Kosten in der Kompaktwagenklasse jedoch etwa ausgeglichen, der verglichene E-Kleinstwagen sei dann sogar knapp drei Prozent günstiger. Der analysierte Elektrowagen der Oberklasse liege während des gesamten Zeitraumes günstiger.

“Trotz staatlicher Förderung rentieren sich Elektroautos in Deutschland aktuell jedoch oft nur auf recht lange Sicht. Aktuell stellen wir fest, dass Elektromobilität bei den deutschen Autobesitzern noch keine sehr große Rolle spielt. Möglicherweise könnten zusätzliche Anschaffungsprämien den Kaufanreiz weiter erhöhen", kommentiert Heiko Otto, deutscher Geschäftsleiter von Autobutler die Analyse.

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