Energiekrise: Abstandsgebot für Strom- und Spritpreise?

Mitten in die Warnungen vor einem Stocken der Antriebswende mit steigenden Strompreisen, schlägt Automobilwirtschaftler Stefan Bratzel ein Abstandsreglement vor und mahnt zu schnellem Handeln. 

Den Anschluss nicht verlieren: Durch die hohen Strompreise sieht mancher Autoexperte die Mobilitätswende in Gefahr. | Foto: DCS
Den Anschluss nicht verlieren: Durch die hohen Strompreise sieht mancher Autoexperte die Mobilitätswende in Gefahr. | Foto: DCS
Johannes Reichel

Vor dem Hintergrund der im Zuge der Energiekrise steigenden Preise für Strom hat der Automobilwirtschaftsexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) gegenüber BR24 ein Preisabstandsreglement vorgeschlagen. Damit solle sichergestellt werden, dass die Antriebswende im Verkehr, die sich in einer sensiblen Hochlaufphase befinde, nicht gefährdet werde, so Bratzel.

"Das ist eine kritische Phase, in die wir hineingehen für den Markthochlauf. Elektroautos müssen im Verbrauch günstiger sein als Benziner oder Diesel. Sonst wird der Hochlauf der Elektromobilität gefährdet", warnt Bratzel. 

Das müsse unbedingt verhindert werden. Etwa indem man, so sein Vorschlag, ein "regulatives Korsett" schafft, das den Abstand zwischen Sprit- und Strompreisen aufrecht erhält. Nur so könne der Vorsprung des E-Autos bei den Kosten, der einen Hauptanreiz darstelle, fortgeführt werden. In der EU gibt es bereits Pläne für eine Regulierung des Strommarkts, die von der Ampel-Regierung unterstützt werden. Allerdings könnte die Umsetzung dauern. Daher solle die Regierung über Sofortmaßnahmen nachdenken, schlug Bratzel weiter vor. Er warnt auch vor den Gefahren für die Verkehrswende durch die hohe Inflation. Größere Anschaffungen würden verschoben, wenn sich Verbraucher weniger leisten könnten.

"Auch das könnte den Markthochlauf verzögern, dazu führen, dass die Autofahrer länger mit ihren Dieseln oder Benzinern unterwegs sein werden", mahnte Bratzel.

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