EnBW: Vorzeige-Ladepark mit PV-Dach in Leonberg steht Modell

Unmittelbar an der A8 Leonberger Kreuz soll die Anlage als Ankerpunkt die Lücken im Schnellladenetz weiter schließen und E-Mobilisten mit DC-Ökostrom versorgen. Konzept soll rasch übertragen werden.

Modular aufgebaut: Der Vorzeige-Ladepark in Rutesheim kann auf bis zu 16 DC-Anschlüsse erweitert werden und bietet Überdachung wie auch WLAN. | Foto: EnBW/Endre Dulic
Modular aufgebaut: Der Vorzeige-Ladepark in Rutesheim kann auf bis zu 16 DC-Anschlüsse erweitert werden und bietet Überdachung wie auch WLAN. | Foto: EnBW/Endre Dulic
Johannes Reichel

Der Energieversorger EnBW hat in Zusammenarbeit mit der generation E GmbH aus Engelskirchen in Rutesheim einen neuen Flagship-Ladepark eröffnet, der gestalterisch und technologisch in die Zukunft weisen soll. In der Nähe des Autobahnkreuzes Stuttgart auf der Höhe von Leonberg entstand ein öffentlicher und überdachter Ladepark mit acht Ladepunkten. Er ist ausgestattet mit einer Leistung von bis zu 300 Kilowatt und allen gängigen Anschlüssen (CCS, Chademo und Typ 2). In fünf Minuten sollen Elektroautofahrer bis zu 100 Kilometer Reichweite bunkern können. Alle Ladepunkte werden zudem mit Ökostrom versorgt. Das Dach des Parks ist darüber hinaus mit einer von generation E entwickelten Photovoltaik-Anlage ausgestattet, die in das örtliche Stromnetz einspeist und den Standort zum Teil selbst mit Energie versorgt.

Mit Hilfe der installierten PV-Module können laut Anbieter 37,8 kW peak Strom aus  Sonnenenergie erzeugt werden. Das laut Anbieter im Hinblick auf Aufbau und Betrieb auf Wirtschaftlichkeit ausgelegte Konzept will man "zeitnah" an weiteren Standorten der EnBW realisieren. So lasse sich die Dachkonstruktion in kürzester Zeit aufbauen. Sie sei aufgrund der Verwendung von Materialien aus dem Fassadenbau zudem leicht, langlebig und einfach zu warten. Das Dach könne dabei sowohl aus Glas als auch aus PV- Modulen bestehen, die gleichermaßen einen hohen Lichteinfall ermöglichten.

„Bereits im Jahr 2008 haben wir die erste Ladesäule aufgebaut und unser Elektroauto mit Solarstrom geladen“, erklärt Markus  Klein, Geschäftsführer der generation  E.

Er sieht seine Firma auch als Treiber der E-Mobilität. So befänden sich derzeit im Schnitt sechs Ladeparks gleichzeitig im Bau und pro Woche werden zwei Standorte durch die generation E für führende Ladestationsbetreiber fertiggestellt und in Betrieb genommen.  

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Mehr Komfort beim Laden

Der neue Ladepark soll dabei auch in Sachen Komfort in die Zukunft weisen. Ein weites Dach bietet Schutz vor der Witterung und eine einladende Beleuchtung sowie Videoüberwachung sorgen für ein sicheres Gefühl auch nachts, so das Versprechen. Zudem ist ein öffentliches WLAN vorhanden. Eigens von der EnBW entwickelte Kabelsysteme sollen die Handhabung beim Ladevorgang besonders komfortabel machen. Außerdem ist der Ladepark modular aufgebaut und kann flexibel auf bis zu 16 Ladepunkte verdoppelt werden. Planung und Realisierung des Parks lagen als Generalunternehmer in den Händen der Dienstleistungssparte der Konzerntochter Netze BW, die auch die Betriebsführung übernimmt.

Rasanter Zubau bei den Schwaben

Die EnBW betreibt mit über 450 Standorten bundesweit das nach eigenen Angaben größte Schnellladenetz für Elektromobilität. Mit dem Standort Rutesheim nimmt der Konzern den dritten großen Schnellladestandort innerhalb nur eines Monats in Betrieb. Anfang September hatte sie im Pilotprojekt „USP-BW“ mit dem Land Baden-Württemberg Deutschlands ersten urbanen Schnellladepark in der Stuttgarter Innenstadt eröffnet. Weitere 15 Standorte seien landesweit in Planung. Wenige Tage später folgte mit dem Kooperationspartner Tank&Rast im hessischen Werratal die erste Raststätte an einer deutschen Autobahn, unter deren Dach Schnelllader für Elektroautos mit den Zapfsäulen regulärer Kraftstoffe stehen. Der Energiekonzern investiert allein bis 2025 rund 100 Mio. Euro jährlich in den weiteren Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur und nimmt durchschnittlich jeden Tag einen neuen Schnellladestandort in Betrieb.

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