EnBW: Urbanes Schnellladen in Ludwigsburg und Heilbronn

Energieversorger expandiert mit Unterstützung der Landesregierung BaWü auch beim städtischen Schnellladen und eröffnet neue Standorte.

Laden im Laden: EnBW forciert auch die urbanen HPC-Ladeparks und nimmt zwei weitere Stationen in Betrieb. | Foto: EnBW
Laden im Laden: EnBW forciert auch die urbanen HPC-Ladeparks und nimmt zwei weitere Stationen in Betrieb. | Foto: EnBW
Johannes Reichel

Der baden-württembergische Energieversorger EnBW hat sein Netz an urbanen Schnellladestandorten erweitert und bietet jetzt auch in Ludwigsburg und Heilbronn die Möglichkeit zum stadtnahen DC-Laden. Die beiden Schnellladeparks sind Teil des von der EnBW umgesetzten Projekts „Urbane Schnelllade-Parks in Baden-Württemberg“ (USP-BW). Gefördert wird das Projekt vom Verkehrsministerium des von einer grün-schwarzen Koalition regierten Landes. Der Schnellladestandort in Ludwigsburg mit zwölf Ladepunkten befindet sich direkt auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Breuningerland in unmittelbarer Nähe zum Verkehrskreuz B27 und A81. Damit biete er nicht nur eine Lademöglichkeit für die Bürger*innen, die vor Ort einkaufen, sondern sei zugleich eine Anlaufstelle für Reisende im baden-württembergischen Fernverkehr und an der Strecke vom Bodensee bis nach Würzburg in Bayerns Norden.

Erst kurz zuvor hatte der Energieversorger zudem, gemeinsam mit ihrem 100-prozentigen Tochterunternehmen ZEAG, einen weiteren USP-BW Schnellladepark in Heilbronn in Betrieb genommen. Dieser verfügt über acht Schnellladepunkte und liegt auf dem Parkplatz bei EDEKA Ueltzhöfer am Südbahnhof. An beiden neuen Schnellladestandorten stellt die EnBW 100 Prozent Ökostrom bereit, der mit bis zu 300 Kilowatt (kW) Leistung abgerufen werden kann. Während eines 20-minütigen Einkaufs sollen so bis zu 400 Kilometern Reichweite geladen sein.

Urbane Schnellladeparks im Trend

Man reagiere mit dem Angebot auf eine häufige Nachfrage von Nutzern, die etwa ein Mehrfamilienhaus bewohnten und über die Praktikabililtät eines E-Fahrzeugs nachdächten, erklärt Timo Sillober, der als Chief Sales & Operations Officer den Bereich Elektromobilität bei der EnBW verantwortet. Für diese Fälle baue man im städtischen Raum – und dort insbesondere beim Einzelhandel – eine Schnellladeinfrastruktur auf, für Kund*innen ohne Wallbox zuhause.

„Berücksichtigt man die Reichweiten moderner E-Autos und den durchschnittlich in Deutschland pro Tag zurückgelegten Kilometer, reicht das schnelle Aufladen während eines Einkaufs für die Fahrten der nächsten zwei Wochen“, meint Sillober.
 

Rückendeckung vom Land: flächendeckendes Schnellladen

In Baden-Württemberg erfolgt der Ausbau der öffentlichen Schnellladeinfrastruktur unter anderem in Zusammenarbeit mit der Landesregierung. Rund ein Drittel des USP-BW Gesamt-Investitionsvolumens von mehr als neun Millionen Euro steuert das Land Baden-Württemberg bei. Den ersten urbanen Schnellladepark des Projekts weihte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im September 2020 ein, zusammen mit Verkehrsminister Winfried Hermann und dem EnBW Vorstandsvorsitzenden Frank Mastiaux. Insgesamt 16 solcher zentral gelegenen Standorte für Hochgeschwindigkeitsladen entstehen bis zum Abschluss des Projekts in den 15 größten Städten des Bundeslands. USP-BW habe dabei bereits zwei Auszeichnungen erhalten, unter anderem Platz 1 bei der Leser*innen-Wahl „BEST OF mobility 2021“ in der Kategorie „Infrastruktur / Energy Concepts & Charging Systems“ der Zeitschrift VISION mobility.

Fernstraßenladenetz wächst zügig

Daneben treibt der Anbieter auch die Schnellladeinfrastruktur an Fernstraßen voran. So ging etwa im September in Unterhaching bei München ein großer Schnellladepark mit 20 Ladepunkten ans Netz, der sowohl in der Nähe des örtlichen Handels als auch für den Fernverkehr günstig liegt. Solch große Schnellladestandorte wil man bis zur Mitte des Jahrzehnts alle rund 200 km zur Verfügung darstellen. Dazwischen sollen im Abstand von etwa 40 Kilometern kleinere Schnellladestandorte das Netz verdichten. Bis 2025 sind in Deutschland 2.500 Schnellladestandorte geplant, mit Investitionen von rund 100 Mio. Euro. Im Schnitt geht derzeit jeden Tag ein neuer Schnellladestandort in Betrieb, wirbt der Energiekonzern.

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