EnBW und Bauhaus bauen auf HPC

An 106 Fachmärkten sollen High-Power-Charger installiert werden, sodass Kunden beim Einkaufen schnellladen können. Zudem eröffnete pünktlich zur IAA der neue und großangelegte Schnellladepark an der Nord-Südachse in Unterhaching bei München.

Aufbau am Baumarkt: Mit Bauhaus gemeinsam will Energieversorger EnBW das HPC-Ladenetz an 106 Handelsstandorten erweitern. | Foto: EnBW
Aufbau am Baumarkt: Mit Bauhaus gemeinsam will Energieversorger EnBW das HPC-Ladenetz an 106 Handelsstandorten erweitern. | Foto: EnBW
Johannes Reichel

Der baden-württembergische Energieversorger EnBW hat eine weitere Kooperaton für den Ausbau seines HPC-Schnellladenetzes bekanntgegeben und will bis 2023 an bundesweit 106 Standorten der Baumarktkette BAUHAUS Lademöglichkeiten installieren. Alle Standorte sollen Schnelllader der höchsten verfügbaren Leistungsstufe, High Power Charger (HPC) mit einer Leistung von bis zu 300 Kilowatt. Bei entsprechender Bordladetechnik im Fahrzeug sollen in 20 Minuten bis zu 400 Kilometer Reichweite geladen sein, zu 100 Prozent aus Ökostrom, wie man betont. Die Kooperation füge sich nahtlos in ihre Ausbaustrategie beim Handel ein, meint der Energieversorger.

„Gerade für Menschen ohne eigene Lademöglichkeit zuhause oder bei der Arbeit muss sich das Laden in den Alltag integrieren – schnell und komfortabel – und dafür bietet unser Partner BAUHAUS ideale Standorte", glaubt Timo Sillober, Chief Sales & Operations Officer bei der EnBW.

Die 106 stark frequentierten Fachcenter, an denen die Schnellladeinfrastruktur der EnBW entsteht, sind dabei über das gesamte Bundesgebiet verteilt und oftmals verkehrsgünstig an Autobahn oder Schnellstraße gelegen. „Als Unternehmen ist uns nachhaltiges Handeln ein wichtiges Anliegen – und unseren Kund*innen die nachhaltige Mobilität zu erleichtern, ist ein wichtiger Bestandteil davon", findet Steffen Walter, Leiter Bau- und Planungsabteilung bei der Baumarktkette.

Nicht nur für die Kundschaft, auch für sein Unternehmen selbst sieht Walter klare Vorteile, weil der Zugang zur öffentlichen Schnellladeinfrastruktur direkt am eigenen Kundenparkplatz mit Blick auf die wachsende Zahl an Elektrofahrzeugen ein klarer Standortvorteil sei, der in Zukunft immer wichtiger werde. Sillober wirbt für den Vorteil der Gleichzeitigkeit, weil bei Einzelhandelsbetrieben die E-Autos ohnehin auf dem Parkplatz stünden, während die Kund*innen einkaufen.

"Wenn man sowieso hier ist, kann man dabei auch einfach und schnell sein Fahrzeug laden. Im Vergleich dazu ist die gesonderte Fahrt zur Zapfsäule umständlich“, so der E-Mobilitätsspezialist. EnBW kooperiert mit weiteren Handelsketten und Verwaltern von Handelsimmobilien.

Zur IAA ging der Flaggschiff-Park in Unterhaching ans Netz

Im Vorfeld der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in München eröffnet die EnBW einen neuen Flaggschiff-Ladepark in Unterhaching im Süden der Stadt. Angereist waren zu dem Anlass hochrangige Politikvertreter*innen wie Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr. Aber auch E-Mobilitätsentscheider*innen deutscher Automobilunternehmen sowie Vertreter des Handels.

"Wir brauchen eine veränderte Mobilität. Sie muss nachhaltiger werden – und Elektromobilität ist eine wichtige Komponente im Mobilitätsmix der Zukunft", erklärte die Ministerin anlässlich der Eröffnung.

Der Betreiber sieht darin einen der modernsten Ladeparks Deutschlands. Dieser sei mit 20 Alpitronic-Ladepunkten mit einer Ladeleistung von bis zu 300 kW ausgestattet, zudem überdacht und klimagerecht mit einer Photovoltaik-Anlage mit 46 kW Leistung ausgestattet. Mit der verkehrsgünstigen Anbindung an die Autobahnen im Süden von München soll der Standort ideal für Ladestopps bei Fernstreckenfahrten im Dreiländer-Eck Deutschland, Österreich und Tschechien sein, aber auch für Münchner*innen, die in die Berge oder nach Italien fahren. Bei entsprechender Fahrzeugtechnik soll man in fünf Minuten bis zu 100 Kilometer zusätzliche Reichweite gewinnen können.

"Das Laden funktioniert im Alltag grundsätzlich anders als das Tanken: Das Fahrzeug lädt, da wo es steht. Das macht Ladeinfrastruktur auch für den Einzelhandel zum Standortfaktor: Kann ich mein Auto auch da laden, wo ich einkaufe? Dann fahre ich dort hin", kommentierte Thomas Kuhlmann, CEO HAHN-Immobilien-Beteiligungs AG das neue Angebot in Unterhaching

Der neue Ladepark im Landkreis München ist einer von über 600 Schnellladestandorten, die die EnBW in Deutschland bereits betreibt, das größte HPC-Netz in Deutschland. Bis 2025 will man jährlich rund 100 Millionen Euro investieren und 2025 somit 2.500 Standorte betreiben, so das Ziel.

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