EnBW launcht Ladetarif mit Allianz - und sieht Bedarf von 130.000 DC-Ladepunkten

Vergünstigte Ladetarife für alle Versicherungskund*innen. Zudem verdichtet man das Netz, mit HPC-Stationen in Bad Kissingen und Herleshausen. Man schätzt den Bedarf auf 130.000 bis 150.000 öffentliche Schnellladepunkte in Deutschland bis 2030. AC-Laden sieht man nur für privaten und halböffentlichen Raum.

Zum Vorzugspreis beim Versicherer: EnBW kooperiert mit der Allianz und bietet deren Kund*innen einen eigenen Ladetarif an. | Foto: EnBW
Zum Vorzugspreis beim Versicherer: EnBW kooperiert mit der Allianz und bietet deren Kund*innen einen eigenen Ladetarif an. | Foto: EnBW
Johannes Reichel

Der Energieversorger EnBW hat gemeinsam mit der Allianz einen Ladetarif für alle Kund*innen des Versicherungskonzerns gestartet. Mit einer geringen monatlichen Grundgebühr von 1,99 Euro sollen diese von vergünstigen Preisen an EnBW eigener Ladeinfrastruktur profitieren. Im Rahmen des gemeinsamen Tarifs kostet das Laden an AC-Ladepunkten der EnBW für Kund*innen der Allianz 0,38 Euro je Kilowattstunde (kWh). Das DC-Laden an Schnellladestandorten mit einer Ladeleistung von bis zu 300 Kilowatt kostet 0,48 Euro/kWh. An Ladepunkten anderer Betreiber im EnBW HyperNetz kostet eine Kilowattstunde 0,45 (AC) beziehungsweise 0,55 Euro (DC). Kund*innen erhalten beim Abschluss eine kostenlose Ladekarte der EnBW zur Authentifizierung an den Ladestandorten. Ladekarte und App sind im Allianz Branding gestaltet.

Die Allianz zählt zu den größten Unternehmen für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen in Deutschland mit über 20 Millionen Kund*innen. Das Angebot des Energieunternehmens umfasst aktuell mehr als 250.000 Ladepunkte in neun europäischen Ländern. Wie bei allen Ladetarifen der EnBW gelten an allen diesen Ladepunkten jederzeit einheitliche und fixe Preise.

„Als eine der größten Versicherer Deutschlands ist die Allianz Versicherungs-AG ein wertvoller Partner für uns. Mit der Partnerschaft machen wir unsere Ladeinfrastruktur einer noch größeren Personengruppe zugänglich", erklärt Timo Sillober, Chief Sales and Operations Officer und Verantwortlicher für den Bereich Elektromobilität der EnBW.

Die EnBW betreibt Deutschlands nach eigenen Angaben das größte Schnellladenetz mit rund 700 Standorten und verdichtet weiter. Ihre Schnellladestandorte befinden sich an strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie an Autobahnkreuzen oder auch innerstädtisch, auf Parkplätzen von Groß- und Einzelhandelsketten. Für die Verdichtung des eigenen Schnellladenetzes investiert der Konzern rund 100 Millionen Euro jährlich. So gingen zuletzt etwa die HPC-Schnellladeparks in Bad Kissingen in Franken an der A71 und Herleshausen in Hessen an der A4 an den Start.

„Alltagstaugliches Schnellladen ist für uns der Schlüssel zur Mobilitätswende. Wir schätzen den Bedarf für 15 Millionen batterieelektrische Autos auf 130.000 bis 150.000 öffentliche Schnellladepunkte in Deutschland bis 2030“, erklärt Sillober weiter.

Gerade durch Fortschritte bei der Schnellladetechnologie würden insgesamt weniger Ladepunkte benötigt als bisher angenommen, plädiert der Anbieter. Ultraschnelle HPC-Ladepunkte, wie an unseren Ladeparks, könnten auf derselben Fläche deutlich mehr E-Autos aufladen als AC-Ladepunkte noch vor einigen Jahren, weil der Ladevorgang viel schneller abgeschlossen sei. Aus Sicht von EnBW eigne sich langsameres AC-Laden wegen der längeren Standzeiten daher vorrangig für den privaten bzw. halbprivaten Raum, etwa beim Arbeitgeber.

"Geht man von einer Leistung von 200 Kilowatt aus, entspricht das einer Gesamtleistung von etwa 2,5 bis 3 Millionen AC-Ladepunkten. Auch moderne E-Autos laden mittlerweile deutlich schneller“, plädiert Sillober.

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