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eMove360°: Awards für e-mobile Innovationen vergeben

Bei der Expertenwahl zu den innovativsten Ideen im Bereich E-Mobilität setzen sich Jaguar, unu und Webasto durch. Beim automatisierten Fahren siegt Aurora, bei der Batterietechnologie EDAG, bei Mobilitätskonzepten die Future Mobility Solutions.

Kennzeichen "E": Neben der Messe erfreut sich auch der eMove360°-Award steigendem Interesse. Er wurde im Gloria-Palast Kino am verkehrsreichen Münchener Stachus vergeben. | Foto: J. Reichel
Kennzeichen "E": Neben der Messe erfreut sich auch der eMove360°-Award steigendem Interesse. Er wurde im Gloria-Palast Kino am verkehrsreichen Münchener Stachus vergeben. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Kurz vor dem Start der Messe eMove360° (15.-17. Oktober) sind in München die Auszeichnungen der dritten Auflage des eMove360°-Award für Elektromobilität & Autonomes Fahren vergeben worden. Wie im vergangenen Jahr wurden in der Kategorie Electric Vehicle mehrere Sieger benannt: Jaguar erhielt die begehrte Trophäe für seinen Elektro- SUV I-PACE, dem man demnächst noch eine Oberklasse-Limousine zur Seite stellen will, wie ein Vertreter des Hauses ankündigte. Ebenfalls in der Kategorie Fahrzeuge, aber mit einem Leicht-Mobil am anderen Ende der Gewichtsskala siegreich war unu Motors aus Berlin für seinen sharing-fähigen E-Scooter der zweiten Generation. Dieser wurde unter anderem gemeinsam mit Bosch und LG entwickelt und fährt mit einer ganzen Reihe an Verbesserungen gegenüber der 2014 vorgestellten ersten Generation auf. Dazu zählt etwa die Ergänzung einer zweiten Batterie, die sich einfach einschieben lassen, die Umsetzung eines großen Staufachs für Helme und Rucksäcke unter der Sitzbank, die Kombination mit einer Verriegelung per Smartphone-App, die den Roller auch für "Microsharing" tauglich macht sowie der Integration eines navigationstauglichen Bedieninterfaces. Außerdem soll der Roller deutlich an Performance zugelegt haben.

"Deutsche Autofahrer stehen pro Jahr 120 Stunden im Stau. Mit der zunehmenden Urbanisierung brauchen wir clevere Lösungen, die emissionsfrei und platzsparend sind", meinte Laudatorin und TV-Moderatorin Nina Eichinger.

Ein Highlight aus technischer Sicht ist das skalierbare Batteriekonzept von EDAG, das etablierten Automobilunternehmen ebenso wie Start Ups maximale Gestaltungsfreiheit beim Fahrzeugdesign geben soll. Damit werde die E-Mobilität "massentauglich gemacht", wie Laudator Günther Schipper von VDE betonte.

Der Automobilzulieferer Webasto überzeugte die Expertenjury mit der Ladelösung "Live", die viele praktische Fragen des Ladens im öffentlichen und halböffentlichen Raum beantwortet. Wie Laudator Thomic Ruschmeyer, Vorsitzender des Bundesverband Solare Mobilität e.V. betonte, symbolisiere der Einstieg eines etablierten Automobilzulieferers wie Webasto in den Markt der E-Mobilität auch eine zunehmende Professionalisierung der Lösungen. "Jetzt wird es Mainstream", befand der Verbandsvertreter. Vom Webasto-System seien mittlerweile 4.200 Systeme "im Feld", wie ein Webasto-Vertreter betonte. Man wolle mit der Neuauflage noch mehr Intelligenz in die Systeme bringen, die Plug&Charge-Fähigkeit erhöhen und dennoch ein preiswertes Angebot machen.

Autonomes Fahren: Wenn die Software sich selbst heilt

Für das hochautomatisierte und autonome Fahren massiv an Bedeutung gewinnen wird nach Einschätzung der Juroren eine sich selbst heilende Software wie die von Aurora Labs inklusive sicherer Over The Air-Updates. So ließen sich in Echtzeit Verbesserungen aufspielen. Auch die Prognose von etwaigen Fehlern oder Schäden an Fahrzeugen lasse sich präzisieren. Hierfür habe man bereits Kunden wie Daimler und Start-up Autobahn gewinnen können, wie der Anbieter bei der Prämierung betonte.

Neuordnung des Stadtraums: Wie ein Planungstool helfen kann

In der Kategorie Mobility Concepts & Services erhielt wieder das innovative Simulations- und Virtualisierungstool für die kommunale Stadt- und Verkehrsplanung des bayerischen Unternehmens Future Mobility Solutions den Preis. Laudatorin Stephanie Jacobs, Umweltreferentin der Stadt München, betonte, es bedürfe eines ideologiefreien Herangehens, um die Luft- und Verkehrsprobleme in den Städten in den Griff zu bekommen. Sie verwies auf den Präzedenzfall der Fraunhofer Straße in der bayerischen Landeshauptstadt, wo es vorher heftige Kritik und Bedenken gab, ob man die Parkplätze am Straßenrand abbauen könne zugunsten von Radverkehr und Fußgängern. "Jetzt fließt der Verkehr besser als vorher", konstatierte sie. Für die richtige Planung erleichterten Tools wie die prämierte Software die Arbeit ungemein. Mit dem System lassen sich etwa auch einschneidende Maßnahmen wie in München in ihrer Wirkung am Computer simulieren, wie ein Vertreter des Anbieters skizzierte.

Rassiger Langstrecken-Renner: Studenten realisieren E-Motorrad

Bei den Student- Awards überzeugte ein Entwickler-Team der Schweizer Hochschule ETH. Es sorgte mit seinem zweiradangetriebenen E-Motorrad für ein weiteres technisches Highlight. Das spektakulär gestaltete Bike verfügt über rekuperationsfähigen Vorder- und Hinterradnabenantrieb und einen 15,6 kWh großen Akku, der für bis zu 400 Kilometer Reichweite genügen soll. Man wolle sich jetzt nach Partnern umsehen, mit denen sich das in nur neun Monaten entstandene Projekt industrialisieren lasse, hieß es von den Schweizer Studenten im Anschluss an die Prämierung. Als eine "elektromobile Lösung mit Fun-Faktor, die auch produzierbar sei" würdigte Laudator Holger Czuday Cluster Manager, Bayern Innovativ, das Gefährt.

Alle 23 Finalisten des eMove360° Award 2019 werden in einer Sonderschau in der Halle A6 am Messe-Forum zu sehen sein. Über kontinuierlichen Zuwachs auch bei den Awards parallel zur Messe für Elektromobilität & Autonomes Fahren freute sich Robert Metzger, Geschäftsführer von MunichExpo und Veranstalter.

"Viele der diesjährigen Einreichungen, insbesondere jene der ausgezeichneten Unternehmen, gehen die großen Fragen, die der Wechsel von der fossilen auf die Neue Mobilität mit sich bringt, sehr praxisnah und lösungsorientiert an", konstatierte Metzger.

Die große Aufgabe, die Mobilität der Zukunft zu gestalten, beschäftige auf der ganzen Welt die besten Köpfe und bringe neben neuen Technologien intelligente, aber vor allem betriebswirtschaftlich tragfähige Konzepte hervor, mit denen man die Mobilität decarbonisieren könne.

Wirtschaftsminister: technologieoffen, E-Mobilität tragende Säule

Award-Schirmherr Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie verlieh seiner Freude Ausdruck, dass mit der Fachmesse und dem internationalen Award zwei zentrale Plattformen für die Mobilität von morgen in München beheimatet seien. Auch wenn man "technologieoffen" an die Thematik herangehe, so die Aussage, sei man sich doch der großen Bedeutung der Elektromobilität bewusst und habe bisher bereits 1.600 Ladesäulen mit 2.850 Ladepunkten in Bayern aus dem Landesprogramm gefördert.

"Die Elektromobilität ist ein zentraler Baustein einer intelligenten und nachhaltigen Mobilität. Mit unserem Zukunftsforum Automobil unterstützen wir den Transformationsprozess von Unternehmen der bayerischen Fahrzeug- und Zulieferindustrie", unterstrich der Minister.

Man fördere Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Technologien und Pilotprojekte zu Mobilitätslösungen. Nach seinem Dafürhalten werde Bayern auch "in der neuen Mobilitätswelt Technologieführer bleiben.“

Die Gewinner des eMove360° Award 2019 in der Übersicht:

  • Mobility Concepts & Software: Future Mobility Solutions (D)
  • Virtual City Charging & Energy: Webasto (D) – Webasto Live
  • Automated Driving & Electronics: Aurora Labs (USA) Self Healing Software
  • Battery & Powertrain: EDAG (D) – SCALEbat
  • Light Electric Vehicle: unu Motors (D) – unu Scooter Electric
  • Passenger Car: Jaguar (D/GB) – I-PACE
  • Sonderpreis Student: Marco Job & Dr. Josef Mayr (CH) – Elektrisches Motorrad mit Zweiradantrieb

Mit 250 Ausstellern (Auslandsanteil über 40 Prozent aus 25 Ländern) und knapp 10.000 Besuchern im Vorjahr (Auslandsanteil 32,1% aus 65 Ländern) geht die die Messe eMove360° als laut Veranstalter weltweit größte Fachmesse zum Thema Elektromobilität und vernetztes & autonomes Fahren ab Dienstag an den Start. Der Veranstalter sieht die wichtigen Firmen der Branche vertreten.

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