eMove360: ICM zeigt dreirädrigen Elektroroller für Privat und Gewerbe

Chemnitzer Maschinenbauinstitut entwickelte mit staatlicher Förderung ein Elektro-Trike, das bis 2020 in Serie gehen soll und als Personen- und Gütertransportversion variiert wird.

Dynamisches Dreirad: Jens Heinrich von ICM preist die hohe Agilität des Innvelo Three an. / Foto: J. Reichel
Dynamisches Dreirad: Jens Heinrich von ICM preist die hohe Agilität des Innvelo Three an. / Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Das Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e.V. hat mit dem Innvelo ein elektrisch angetriebenes Dreirad auf der Messe eMove360 in München vorgestellt, das die Vorzüge eines Autos mit denen eines Scooters vereinen soll. "Die geschlossene Kabine bieten den Komfort und die Wetterfestigkeit eines Automobils, die Dreirädrigkeit stellt dagegen die Wendigkeit eines Scooters sicher", erläuterte Jens Heinrich, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim ICM, das Konzept. Man habe sich genau in diese Nische platzieren wollen. Darüber hinaus habe das Entwicklerteam höchsten Wert auf ein ansehnliches Design gelegt. "Das ist bei einem Dreirad von Haus aus nicht einfach", erklärte Heinrich gegenüber VISIONmobility. Mit ein Grund, weswegen man auf das ungewöhnliche Flügeltürkonzept setzte. 

Das Mikrofahrzeug wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft entwickelt und könnte bis 2020 serienreif sein. Als Personenvariante befördert das Fahrzeug, das von einem 48-Volt-Elektromotor angetrieben wird, zwei Passagiere und Gepäck. Weil das Gefährt auch als Nutzfahrzeug eingesetzt werden soll, wird der Radstand derzeit verlängert und soll dann im Frachtraum Platz für eine Europalette bieten. Die Nutzlast beträgt in diesem Falle 300 Kilogramm, das Leergewicht liegt inklusive Akkus bei etwa 530 Kilogramm. Die Batteriekapazität ist skalierbare und beläuft sich von 70 bis 130 Kilometer Reichweite. Das einfache, im Übrigen selbst entwickelte Antriebssystem lasse sich von jeder Werkstatt warten, führte der Anbieter für den Niedervoltantrieb als Argument ins Feld. Außerdem genüge einfachste Ladetechnik am Haushaltsstrom, was auch den Lebenszyklus der Fahrzeuge verlängere. 

Der Hersteller verspricht für das Fahrzeug ein leichtgängiges Handling und eine stabile sowie dynamische Straßenlage durch den tiefen Schwerpunkt, den unter anderem das heckseits platzierte Akkupaket sicherstellt. Eine bei dem Prototypen noch sichtbare, aber aus Sicherheitsaspekten unbedenkliche Seitenneigung will man bis zum Serienstart eliminiert haben. 

Als Innovation arbeitet das Institut derzeit an einer Bodengruppe, die Neuheiten wie eine Art Fußbodenheizung für den Winterbetrieb integrieren soll. Zudem steht man in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz, um das Innvelo in das Konzept "Elektromobilität in Chemnitz" zu integrieren. Neben dem Innvelo Three hat das Institut auch ein Innvelo Two entwickelt, ein ultraleichter Elektro-Roller, der in je einer Version für den Werksverkehr und für die Straße ausgelegt wurde. 

Was bedeutet das?

Wieder ein origineller Downsizing-Ansatz mit Spaßfaktor, irgendwo zwischen Smart und Scooter. Sympathisch an dem "All-you-need"-Konzept ist, dass es sowohl an Privatkunden als auch gewerbliche Interessenten adressiert und ein hochwertiges Design kombiniert. Man darf gespannt sein, wie die Chemnitzer das weit gediehene Projekt über die letzte Meile bringen und ob sie eine Produktionsmöglichkeit dafür finden. 

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