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eMove 360°: China fährt groß auf - in luftigen Hallen

Überschaubares Besucherinteresse, überraschend viele chinesische Aussteller - mit dem Fokus auf Lade- und Batterietechnik ist die Technologie- und B2B-Fachmesse dieses Jahr nach dem Gastspiel in Berlin nach München zurückgekehrt.

Die Hochschule München stellt einige der selbstentwickelten E-Rennautos aus. | Foto: T. Kanzler
Die Hochschule München stellt einige der selbstentwickelten E-Rennautos aus. | Foto: T. Kanzler
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Thomas Kanzler

Die eMove360° öffnete zum siebten Mal ihre Pforten, begleitet von der englischsprachigen eMove 360° Conference 2023, die parallel an allen drei Messetagen stattfand. Neben den Themen Charging & Energy und Akku-Technik sollten laut Messe-Chef Robert Metzger vor allem automatisiertes Fahren und die E-Mobilität im Nutzfahrzeugsektor Themenschwerpunkte sein. Einige Automobilhersteller nutzten die nach Messe-München Angaben weltweit wichtigste B2B-Messe für Elektromobilität und autonomes Fahren.

Auch hier waren einige chinesische Unternehmen vor Ort, Nio, Aiways oder BYD präsentierten einen Teil ihrer E-Flotte. Aber auch Kia (mit einem EV 6), Cubra und der Nissan-Townstar hatten Messestände gebucht – Volvo stellte dagegen einfach kommentarlos einen E-Truck Zugmaschine in die Halle während E-Mobility- und Truck-Anbieter Quantron Interessierte auf Werbebannern mit Infos versorgte. Neben Technologie-Unternehmen vornehmlich aus Europa nutzten erstaunlich viele asiatische Hersteller die Messe, um Ladelösungen und Stecker- und Kabeltechnik zu präsentieren.

Bidirektionales Laden kommt

Beim Leipziger Ladekommunikations-Spezialisten chargebyte standen Lösungen auf Basis von Soft- und Hardware für E-Fahrzeuge im Fokus. Interessierte Besucher konnten das neue Powerline-Modul und Ladekommunikations-Controller in Augenschein nehmen. Die Laderegler basieren auf einem Echtzeit-Betriebssystem, der Controller verwaltet alle Vorgänge eines DC-Ladevorgangs, von der Kommunikation mit dem Fahrzeug über die Steuerung der Leistungselektronik bis hin zur Interaktion mit einem Backend. Die Kommunikationsnormen DIN 70121, ISO 15118-2 und ISO 15118-20 – und damit die Voraussetzungen für bidirektionales Laden - werden laut Johannes Wittenbeck von chargebyte erfüllt.

„Der Kommunikationscontroller lässt sich dank der integrierten Anschlüsse einfach an die vorhandene Ladestationshardware anschließen“, erklärt Wittenbeck. „Der Controller steuert den gesamten Ladevorgang, so dass sich der Nutzer nicht mehr um die Kommunikation zwischen Ladestation und E-Fahrzeug kümmern muss.“

Ladelösungen bis 480 kW

Vom Ladekabel mit 3,6 kW Ladeleistung bis zum Hochleistungslader mit 480 kW hat EM2GO eine beeindruckende Kette an Ladeanwendungen auf dem Messestand aufgereiht. Die EV-Wallboxen verfügen über intelligente Steuerung, Farbdisplay, eine Vielzahl an Kommunikationsschnittstellen und sind serienmäßig oder optional mit geeichten Energiezählern ausgestattet. Das Unternehmen aus den hessischen Langenselbold hat mit Zerova aus Taiwan einen starken Partner im Bereich der DC Ladeinfrastruktur und bietet vom 30kW bis zu 480 kW eine ganze Reihe von Schnelladern an.

Wallboxen werden smart und stylisch

Schlank und aus den besten Materialien – so wirbt Green-Seed aus Großbritannien für seine Wallboxen. Die Ladelösung beinhaltet auch eine App, mit der sich der Ladevorgang steuern und überwachen lässt. Für den kommerziellen Bereich sind auch Schnelllader mit bis zu 360 kW im Angebot. Gründerin Zooey Zhang stellte zudem im Forum ihre Vision von intelligentem Laden und dem Weg zur Klimaneutralität vor.

Ein Start-up namens Green Wallbox aus Polen stellte elegante Ladelösungen für zuhause mit bis zu 22kW vor. Das Topmodell ist eine schlanke Stehle aus Metall mit darauf montierter Box, die mit verschiedenen Echtholz-Abdeckungen versehen werden kann. Das Unternehmen fertigt bis auf Stecker und Teile der Elektronik alles in Polen – geplant ist, bis Ende nächsten Jahres alle Komponenten im Land zu fertigen und nicht mehr auf asiatische Hersteller zurückgreifen zu müssen.

Was bedeutet das?

In einem IAA-Jahr ist es vielleicht schwerer, Themen, die bereits auf der Automobilmesse vertreten waren, noch einmal zu bedienen. Obwohl, die Power2Drive 2023 wurde von Besuchermassen geradezu bestürmt, was sicherlich auch an den gleichzeitig stattfindenden Messen Intersolar Europe, ees Europe und EM-Power Europe lag. Die eMove 360° tat dieses Jahr erstaunlich schwer, Besucher zu gewinnen. Im eher luftigen Ambiente der Messehalle A 6 hatte man dafür reichlich Bewegungsfreiheit und fand stets bereite Ansprechpartner bei den Messeausstellern.

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