Elon Musk: Berliner Tesla Werk „riesiger Geldverbrennungsofen“

Gewohnt unverblümt äußert sich der Tesla-Chef zur Situation seiner neuen Gigafactorys in Deutschland und Texas. Der Produktionshochlauf der Werke koste „Milliarden von Dollar“.

Angekündigter Stellenanbau und Lieferkettenprobleme - Elon Musk zeigt, wohin es mit Tesla geht.| Foto: Reuters
Angekündigter Stellenanbau und Lieferkettenprobleme - Elon Musk zeigt, wohin es mit Tesla geht.| Foto: Reuters
Thomas Kanzler

„Die Fabriken in Berlin und Austin sind derzeit beide riesige Geldverbrennungsöfen“, sagte der Tesla-Chef in einem am 31. Mai geführten Videointerview, das der Kundenverband Tesla Owners of Silicon Valley am Mittwoch online gestellt hat

Lieferketten-Unterbrechungen und Stellenabbau

Tesla hat in den letzten Jahren in geradezu atemberaubendem Tempo eine Gigafactory nach der anderen eröffnet. Mit dem weltweiten Netz an Produktionsstätten konnte der amerikanische Konzern seine Produktionskapazitäten erheblich ausweiten. Zudem wollte Musk durch den Bau neuer Werke an verschiedenen Standorten näher an den jeweiligen Märkten sein und den Vertrieb in seinen größten Märkten billiger machen.

Der Tesla-Gründer hat gerade erst mit Äußerungen zu massiven Stellenabbau vor allem in der Verwaltung von sich reden gemacht. Davon sollen rund zehn Prozent der Festangestellten beziehungsweise 3,5 Prozent der globalen Belegschaft betroffen sein.

„Die letzten zwei Jahre waren ein absoluter Albtraum von Lieferketten-Unterbrechungen, eine nach der anderen”, sagte Musk. „Und wir sind noch nicht aus dem Schneider. Unsere größte Sorge ist, wie wir die Fabriken am Laufen halten können, damit wir unsere Mitarbeiter bezahlen können und nicht bankrott gehen.”

Der Standort in Shanghai ist zudem noch von der strikten „No-Covid“- Strategie der chinesischen Regierung betroffen.

Schwierigkeiten bei der Umstellung der Batterieproduktion

„Es ist wirklich wie ein gigantisches Dröhnen, dieses Geräusch von brennendem Geld“, so Musk. In Berlin ist die Produktion zwar schon angelaufen, in Texas würde derzeit allerdings nur eine verschwindend geringe Anzahl von Autos vom Band rollen.

Es gebe Schwierigkeiten, die Produktion der neuen 4680-Batterien zu steigern und die Werkzeuge für die Herstellung der herkömmlichen 2170-Batterien würden „in einem Hafen in China festsitzen“, erklärte Musk. Die Fabrik in Grünheide sei in einer „etwas besseren Position“, weil von Anfang an die traditionellen 2170-Batterien verbaut wurden.

Was bedeutet das?

Weltweit haben alle Fahrzeughersteller mit Lieferketten-Problemen zu kämpfen. Bei Tesla, das gefühlt seit Gründung ununterbrochen expandierte, wird erstmals von Stellenabbau gesprochen. Und natürlich verdient ein Werk in der Anfangsphase kein Geld. Elon Musk spricht das, wie gewohnt, mit extrem deutlichen Worten an. Was er allerdings nicht anspricht, sind die Milliardenhilfen, die Tesla zum Aufbau der Werke – zum Beispiel in Grünheide – kassiert hat.

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