Elektrotaxis und -mietwagen: Solaranlagen auf dem Dach werden attraktiver

Taxi- und Mietwagenbetriebe können mit ihrem selbst erzeugten Solarstrom externe Stromkosten senken und bekommen für die Einspeisung ins Netz künftig etwas mehr Geld.

Eigenerzeugter Strom wird künftig bei der Netzeinspeisung höher vergütet. | Foto: Sungrow Emea/Unsplash
Eigenerzeugter Strom wird künftig bei der Netzeinspeisung höher vergütet. | Foto: Sungrow Emea/Unsplash
Redaktion (allg.)
von Dietmar Fund

Nach einem Beschluss, den der Deutsche Bundestag Anfang Juli getroffen hat, wird es wieder attraktiver, mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Strom für den Eigenverbrauch oder für die Einspeisung ins öffentliche Netz zu erzeugen. Möglich machen das eine höhere Einspeisevergütung sowie erweiterte Wahlmöglichkeiten zwischen dem Eigenverbrauch und der Einspeisung. Darauf weist das Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. hin. Es vertritt nach eigenen Angaben rund 60 Unternehmen und Forschungsreinrichtungen aus allen Teilen der solaren Wertschöpfungskette.

Demnach ist der Vergütungssatz für Hausdachanlagen unter zehn Kilowatt installierter Leistung von 6,24 Cent auf 8,2 Cent pro Kilowattstunde eingespeisten Solarstrom gestiegen. Größere Anlagen bis 40 Kilowatt installierter Leistung erhalten für den über zehn Kilowatt hinausgehenden Anlagenteil statt 6,06 Cent pro Kilowattstunde jetzt 7,1 Cent, teilt der Verein mit.

Trotz teurer gewordener Anlagen könne sich außer der interessanter gewordenen Einspeisung auch die Rendite des Eigenverbrauchs wegen der gestiegenen Bezugskosten für Strom erhöhen, schreibt Solar Cluster. Mit Solarstrom vom Dach versorge man sich immer profitabler. Der Eigenverbrauch sei „der Renditetreiber“ bei einer Photovoltaikanlage. Mit steigenden Strompreisen werde er immer attraktiver. Mit stationären Solarstromspeichern könne man den Eigenverbrauch erhöhen, beispielsweise, indem am Abend Elektroautos geladen würden – ein Hinweis, der für Taxi- und Mietwagenbetriebe interessant ist, die zumindest unter der Woche abends wenig Nachfrage haben und daher Elektrofahrzeuge in dieser Zeit laden könnten.

Der Verein weist auch darauf hin, dass man bei der Bestückung nach Osten und nach Westen ausgerichteter Dachflächen eine größere Dachfläche nutzen könne als bei einer nach Süden ausgerichteten Dachfläche. In den Morgen- und Abendstunden würde bei dieser Anordnung mehr Strom erzeugt. Je mehr Leistung man auf das Dach packe, desto günstiger werde der Einkauf pro Kilowatt installierter Leistung. Künftig kämen wohl außer Elektroautos auch Wärmepumpen verstärkt als Abnehmer des eigenen Stroms hinzu.

Über das neue Flexi-Modell schließlich können sich laut Solar Cluster Anlageneigentümer vor jedem Kalenderjahr neu entscheiden, ob sie voll einspeisen oder einen Teil selbst nutzen wollen. „Wenn sich etwa nach einer energetischen Haussanierung der Stromverbrauch mit einer Wärmepumpe erhöht oder sich die Besitzer ein E-Auto zulegen, lohnt sich beispielsweise vor Jahresende der Umstieg von der Volleinspeisung auf die Teileinspeisung. Das ermöglicht den profitablen Eigenverbrauch des Solarstroms“, rät der Verband.

Was bedeutet das?

Solarstrom vom Dach muss weiter gefördert werden, mehr denn je. Einziges Problem vieler Taxi- und Mietwagenunternehmen dürfte sein, dass ihnen in der Stadt, wo die meisten von ihnen unterwegs sind, die entsprechenden Flächen fehlen.

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