Meinungsbeitrag

Elektromobilität als Kombikiller: Warum?

Mercedes-Benz hat durchblicken lassen, die T-Modelle einstellen zu wollen – dafür gibt es ja die SUV. Was in Sachen Energieverbrauch eher ungünstig ist und vielen nordeuropäischen Kunden nicht schmecken dürfte.

Ja, ausgerechnet Porsche bietet aktuell den einzigen Elektro-Kombi auf dem deutschen Markt an. MG wird folgen. | Foto: Porsche
Ja, ausgerechnet Porsche bietet aktuell den einzigen Elektro-Kombi auf dem deutschen Markt an. MG wird folgen. | Foto: Porsche
Gregor Soller

Weltweit gesehen sind SUV und sportliche GT-Limousinen auf dem Vormarsch. Der einstige Kombi-Erfinder und Marktmacher USA hat kaum noch Modelle gelistet und Asiaten und Südeuropäern blieb die Gattung immer etwas fremd. Während vor allem Skandinavien, UK und Deutschland Kombis lieben. Und das zu Recht: Denn sie bieten dort, wo beim Stufen- oder Fließheck unnötig Raum verschenkt wird, zusätzlichen Platz und brauchen allenfalls minimal mehr Sprit als ihre Limousinenpendants. Ein Argument gegen den Kombi wäre die Aerodynamik. Die Idealform wäre ein sportlich-schicker Tropfen wie der Mercedes-Benz EQXX. Aber: Jedes SUV ist aerodynamisch prinzipbedingt noch viel schlechter und wird es immer sein.

In Mitteleuropa schauen kombilose Baureihen absatzseitig in die Röhre

Und sicher nicht nur in Bekanntenkreis gibt es viele Menschen, die flexibel Platz brauchen, aber längst nicht so viel wie im Van oder Bus. Und: Sie sitzen gern sportlich-tief und haben schon gar keine Lust, an der Tankstelle den SUV-Aufschlag für schlechte Aerodynamik und große Stirnfläche zu zahlen. Zumal man schon an Alfa (nur noch Stelvio statt Giulia Kombi) oder Jaguar (E-Pace statt XE Kombi) sieht, dass mit dem SUV als Kombiersatz die Limousinen auf verlorenem Posten stehen. Ähnlich erginge es übrigens Audi beim A4/A6, BMW 3er/5er und Mercedes-Benz C/E-Klasse oder Volvo beim S60/S90, Skoda beim Octavia/Superb und VW beim Passat.

Genau deshalb denkt der VW-Konzern eher darüber nach, Superb und Passat künftig nur noch als Kombi zu bauen und die Limousinen einzustellen. Die nur als sportliche „Coupes“, die sie ja nicht sind, immerhin noch einen optischen Vorteil bieten.

Und so obliegt es ausgerechnet Porsche mit dem Taycan Sport- oder Cross Turismo und MG, mit dem Kompakt-Kombi MG 5 electric auf absehbare Zeit die einzigen Elektrokombis anzubieten – obwohl diese Fahrzeuggattung in China überhaupt nicht gefragt ist. Aber nachdem MG als Marke ja britische Wurzeln hat und der Porsche ja offiziell gar kein Kombi ist… Anyway: Der Kombi ist tot – lang lebe der Kombi! Gerne auch elektrisch!

Was bedeutet das?

Interessant wie sich der Markt wandelt, aber absolut nicht nur zum Sinnvollen: Mit den Dieseln (immer noch gut für ganz lange Strecken) sterben auch die erschwinglichen und (welt)offenen Cabrios, die Minivans und jetzt auch die Kombis. Schade um die Vielfalt und energetisch absolut nicht nur sinnvoll.... 

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