Elektrohändler Euronics übernimmt Vertrieb für Aiways

Die Handelskette kooperiert mit dem chinesischem Elektroauto-Hersteller Aiways. Bis zu 30 Fachhändler der Verbundgruppe vertreiben den Elektro-SUV Aiways U5. Erstmalig gibgt es damit ein Serviceangebot rund um E-Mobilität im Elektronikhandel.

Da wächst was zusammen: Elektrohändler Euronics vertreibt künftig Elektroautos - für den chinesischen Hersteller Aiways. | Foto: Aiways
Da wächst was zusammen: Elektrohändler Euronics vertreibt künftig Elektroautos - für den chinesischen Hersteller Aiways. | Foto: Aiways
Johannes Reichel

Die Verbundgruppe Euronics aus dem schwäbischen Ditzingen hat eine Kooperation mit dem chinesischen Automobilhersteller Aiways bekanntgegeben. Erstmals wird damit eine Elektronik-Händler im Bereich E-Mobilität in größerem Umfang aktiv. Bis zu 30 ausgewählte Fachhändler der Elektronikkette sollen künftig das neue SUV-Modell U5 ins Sortiment aufnehmen. Der chinesische Hersteller verzichtet damit auf den Vertrieb über klassische Autohändler. Kern der Kooperation sei ein "kundenorientierter Beratungsansatz", bei dem die Händler auf eigens eingerichteten Ausstellungsflächen mit ihrem technischen Know-how sowie ihrem Hintergrundwissen zu Elektronik-Themen beim Kauf helfen sollen. Zudem können Interessenten mit dem U5 direkt vor dem Ladengeschäft zu einer Probefahrt starten, schildert der Anbieter weiter. Die Elektromobilität sei für die Mitarbeiter aus der Verbundgruppenzentrale sowie ihrer Mitglieder längst Teil des Arbeitsalltags. Schon 50 Händler würden dank einer Kooperation mit der EnBW Ladestationen auf ihren Parkplätzen anbieten. Zudem ergänzt ein Installationsheimservice von Wallboxen das Angebot.

Logischer nächster Schritt: Elektronikhändler und E-Mobilität

Die Zusammenarbeit mit dem aufstrebenden Automobilhersteller aus China ist für Benedict Kober, Sprecher des Vorstandes der EURONICS Deutschland eG, nun der logische nächste Schritt in der Weiterentwicklung des Produktportfolios:

„E-Mobilität ist für uns ein wichtiges Zukunftsthema, daher freuen wir uns besonders, mit Aiways einen internationalen Player der Branche gewonnen zu haben. Mit unserem technischen Know-how bringen wir unseren Kunden die innovative Technologie hinter dem U5 näher und bieten zugleich die passende Hardware und Services an", skizziert der Manager

Ziel sei es, alles "rund um's E-Auto aus einer Hand" anzubieten. Außerdem zeigt sich Kober vom Produkt selbst angetan. Der Elektro-SUV stelle mit moderner Ausstattung ein "smartes High-Tech-Produkt auf Rädern" dar und zeige, dass das vernetzte Zuhause der Zukunft nicht an der Haustür endet“ Der Elektro-SUV biete mit einem Marktpreis unter 40.000 Euro neben 140 KW, einer 63 kW/h Batterie und einer Reichweite von über 400 Kilometern nach WLTP-Standard auch ein geräumiges Interieur. Es sei außerdem vorgesehen, das E-Auto in die Liste förderfähiger Elektrofahrzeuge aufnehmen zu lassen. Service- und Wartungsarbeiten der Fahrzeuge soll die Werkstattkette A.T.U bundesweit durchführen. Die ausgewählten Stützpunkthändler der Kooperation will man bis April 2020 bekanntgeben. Ab Mai können Kunden Probefahrten über ein Online-System buchen. Aktuelle Informationen zum Fahrzeug sollen ab dem 3. März 2020 unter www.euronics.de/aiways-u5 sowie über Anfragen an aiways@euronics.de verfügbar.

Was bedeutet das?

Es ist ein interessanter neuer Ansatz in Sachen E-Mobilität, aber er liegt eigentlich nahe: Elektro- und Elektronik-Know-How ist nun mal die DNA von einem Spezialisten wie Euronics. Und das ist beim Thema E-Mobilität, das weit mehr ist als nur ein Auto, gefragter denn je. Vom Fahrzeug selbst bis hin zur Ladeinfrastruktur müssen Kunden umfassend betreut werden. Man darf gespannt sein, ob sich das für den klassischen Fahrzeughandel "disruptive" Modell bewährt. Glaubwürdig darstellen können das die Euronics-Fachhändler wahrscheinlich schon. Vielleicht noch eher, als die klassischen Verbrenner-Verkäufer, die bisher nicht viel mit E-Mobilität am Hut haben wollten, weil "lief ja". Die Zeiten sind vorbei und die Karten werden neu gemischt. Auch dafür ist der ungewöhnliche Pakt einer Elektro-Kette mit einem Autohersteller ein Signal. Mal sehen, wann Media-Markt das erste Elektro-Auto in die "Regale" stellt ...

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