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Elektrofahrzeug ACM City: Minimale Standzeit, maximaler Nutzen

Das Forschungsprojekt ACM hat ein Elektro-Leichtfahrzeug mit Akku-Wechselsystem und Multi-User-Softwareplattform vorgestellt. Beide Maßnahmen sollen die Stillstandzeiten des Fahrzeugs minimieren.

Der ACM City mit Wechselbatteriesystem als Prototyp. | Bild: Tobias Schweikl
Der ACM City mit Wechselbatteriesystem als Prototyp. | Bild: Tobias Schweikl
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Redaktion (allg.)
von Tobias Schweikl

In München haben die zehn Partner des Forschungsprojekts Adaptive City Mobility (ACM) das elektrisch angetriebene Leichtfahrzeug ACM City präsentiert. Produziert wurden im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) geförderten Projekts sechs rollende E-Fahrzeuge im Prototypenstadium, 118 Fahrzeug-Wechselbatterien, zwei Akkuwechselstationen sowie ein Mobilitätskonzept für urbane Verkehre.

Der ACM City ist als leichtes vierrädriges Kraftfahrzeug mit Antrieb durch Elektromotor (Klasse L7e) konstruiert. Inklusive Batterie bleibt das 48-Volt-Fahrzeug dank Leichtbauweise innerhalb der für diese Klasse vorgeschriebenen Gewichtsbeschränkung von 550 Kilo. Die Maximalgeschwindigkeit ist auf 80 km/h beschränkt. Aktuell gebaut wurden 3-Sitzer, der modulare Aufbau lässt aber auch 4-Sitzer, Transporter und Pick-ups zu.

Die Besonderheit des City steckt sowohl im Antriebs- als auch im Nutzungskonzept. So besitzt das Fahrzeug keinen fest installierten Lithium-Ionen-Akku. Seine Energie zieht es aus acht tragbaren Batterien zu je 12 Kilo Gewicht, die in einer Art Schublade unter dem Fahrzeugboden eingelegt werden. Ein solcher Batteriesatz reicht laut ACM rechnerisch für eine Reichweite von 160 Kilometern. Sind die Batterien leer, werden sie gegen volle getauscht. Die dazu gehörende Lade- und Akkuwechselstation ist für den Betrieb am normalen Stromnetz konzipiert. Eine Schnellladung ist nicht vorgesehen. ACM wendet sich mit dem Konzept an gewerbliche B2B-Flotten. Über den Batteriewechsel sollen leere Fahrzeuge innerhalb weniger Minuten wieder auf die Straße gebracht werden können.

Die Auslastung der Flotte lässt sich laut ACM zudem durch flexible Nutzungskonzepte maximieren. So könnten sich etwa zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Einsatzzeiten ein Auto oder eine ganze Flotte teilen. Die zum System gehörende Software „ACM City eFLEET“ ließe das ebenso zu wie weitere Sharing-Modelle.

Die Förderung des Projekts endet im Oktober 2019. ACM sucht nun einen Entwicklungspartner aus der Industrie, der das Fahrzeug zur Serienreife bringt und produziert. ACM selbst sieht seine künftige Rolle im Vertrieb. Außerdem will man eine nicht näher bezifferte „operating fee“ pro gefahrenem Kilometer aufrufen. Die Preisspanne des ACM City könnte je nach Ausstattungsniveau zwischen 10.000 und 15.000 Euro liegen.

ACM-Projektpartner sind die BMZ Group, die Eurodesign Embedded Technologies GmbH, das Fraunhofer ESK, die Green City AG, die Plexiweiss GmbH, die Remoso GmbH, die Roding Automobile GmbH, die RWTH Aachen und die Siemens AG. Die Streetscooter GmbH ist zwischenzeitlich aus dem Projekt ausgestiegen.

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