Elektroautoverkäufe ziehen wieder an

VDIK sieht die Corona-Krise vorerst überwunden und verweist auf steigende Verkaufszahlen bei E-Modellen und Plug-in-Hybriden. Auch andere "Alternative" wie Hybride und CNG legen zu.

Mehr Volumen mit lokaler Fertigung: VDIK-Mitglied Hyundai feierte jüngst den ersten in Deutschland verkauften Kona Electric aus der erweiterten Fabrik im tschechischen Nošovice, der im Autohaus Sangl/Landsberg an einen Kunden ging. | Foto: Hyundai
Mehr Volumen mit lokaler Fertigung: VDIK-Mitglied Hyundai feierte jüngst den ersten in Deutschland verkauften Kona Electric aus der erweiterten Fabrik im tschechischen Nošovice, der im Autohaus Sangl/Landsberg an einen Kunden ging. | Foto: Hyundai
Johannes Reichel

Der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) sieht die Corona-Krise am Elektroautomarkt vorerst als überwunden an. Darauf würden die gestiegenen Verkaufszahlen im Juni hindeuten, glaubt der Verband. In Deutschland wurden im Juni 18.896 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, dazu zählen rein batteriebetriebene Elektroautos, Plug-In-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge. Der Zuwachs beträgt 118 Prozent. Die Neuzulassungen von reinen Elektroautos (BEV) stiegen im Juni um 41 Prozent auf 8.119 Einheiten.

BEVs rollen fast auf Augenhöhe mit den PHEVs

Außerdem wurden fast vier Mal so viele Plug-In-Hybride (PHEV) wie im Vorjahresmonat neu zugelassen. Das Kraftfahrtbundesamt registrierte 10.749 neue PHEV (plus 274 Prozent), bilanziert der Verband. Seit Jahresbeginn wurden 93.980 Elektrofahrzeuge neu zugelassen (plus 97 Prozent), wobei mit 44.307 nicht mehr so viel weniger reine BEVs verkauft werden wie PHEV-Modelle (49.541). Sie erreichten im ersten Halbjahr einen Anteil am Gesamtmarkt von 7,8 Prozent, nach rund 3 Prozent im Jahr 2019.

Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) betonte: „Der Elektroauto-Markt lässt die Corona-Krise vorerst hinter sich. Der Juni 2020 war nach dem Rekord im März der bisher zweitstärkste Zulassungsmonat für E-Fahrzeuge in Deutschland. Ursächlich dafür war sicherlich die Ankündigung, dass die erhöhte Kaufprämie rückwirkend für alle nach dem 3. Juni neu zugelassenen Fahrzeuge gilt. Die neue Innovationsprämie wird nach unserer Erwartung im zweiten Halbjahr einen deutlichen Schub für die Nachfrage nach Elektroautos bringen.“

Auch ander Hybride sowie CNG legen zu

Die gesamte Nachfrage nach weiteren Fahrzeugen mit alternativen Antrieben habe im Juni ebenfalls deutlich zugelegt. Es wurden 39.491 neue Elektroautos, Hybride mit und ohne Stecker, Mild-Hybride (48 Volt) und Gas-Pkw zugelassen. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt 52 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden 208.109 neue Einheiten registriert. Damit erreichten Autos mit alternativen Antrieben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Anteil am Gesamtmarkt von 17,2 Prozent, nach knapp 9 Prozent im Jahr 2019. Seit Jahresbeginn sind außerdem 3.552 neue CNG-Autos hinzugekommen. Drei Viertel der Fahrzeuge stammen von internationalen Herstellern (75 Prozent).

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