Elaris: Neue Marke aus Rheinland-Pfalz

Unter der Marke Elaris werden Elektromodelle vom chinesischen Hersteller Dorcen vertrieben.

Mit dem Elaris "Finn" zielt das Unternehmen auch auf Pflegedienste und Zustellflotten. Er bietet laut Datenblatt 229 Liter Kofferraumvolumen. | Foto: Elaris
Mit dem Elaris "Finn" zielt das Unternehmen auch auf Pflegedienste und Zustellflotten. Er bietet laut Datenblatt 229 Liter Kofferraumvolumen. | Foto: Elaris
Gregor Soller

Der Name "Elaris" beinhaltet auch die Namen der Gründer Andreas Matthis und Lars Stevenson, die in Deutschland mit Leo und Finn starten, Modelle des chinesischen Herstellers Dorcen. Elaris ist aber nicht nur exklusiver Importeur für Dorcen Fahrzeuge, sondern bringt auch eigenes technisches Know How für die "Europäisierung" der Modelle mit ein. So gehört laut "Auto Motor und Sport" auch Dr. Lamm zum Team – ehemaliger Leiter der eDrive Vorentwicklung Daimler AG. Außerdem ein Netzwerk aus E-Mobilität Spezialisten. Entsprechend sollen die Fahrzeuge für den europäischen Markt beim Akku-Thermomanagement und dem Akkuaufbau optimiert worden sein, außerdem entwickle man die Modelle in einer Technologiekooperation mit Dorcen ständig weiter.

Der Leo startet im Zentrum des Marktes

Das Elaris-Programm startet in der Mitte des Marktes und an der Basis: Der „Leo“ tritt im Segment der Konmpakt-SUV an, während der „Finn“ auf Smart und Co. zielt. Der Leo ist 4,53 Meter lang, bietet 2,68 Meter Radstand und wird in China auch als „Dorcen G60S“ mit Verbrennungsmotor angeboten, der wiederum auf dem Zotye T 700 basiert. Die E-Maschine leistet 125 kW und treibt die Vorderräder an, dazu kommen 410 Newtonmeter Drehmoment. Der 80 kWh große Akku soll für eine WLTP-Reichweite bis zu 450 Kilometern bieten. Den Verbrauch gibt Elaris mit 18,6 kWh/100 km an. An einer DC-Ladesäule soll die Batterie in nur 20 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen werden können, an einem AC-Ladepunkt soll eine vollständige Ladung zwischen acht und elf Stunden dauern. Schade, dass Elaris die maximalen Ladeleistungen nicht angibt, die aber rund 11 kW bei AC und im Peak bis zu 100 kW bei DC betragen müssten, um die angegebenen Zeiten zu erreichen. Der Leo wird wie der Finn nir in einer (kompletten) Ausstattung angeboten werden. Immer an Bord sind Navigationssystem mit Apple CarPlay und Android Auto, eine elektrische Heckklappe, Parksensoren vorne und hinten sowie lederbezogene, elektrisch verstellbare und beheizbare Vordersitze. Die Gewährleistung auf den Akku beträgt acht Jahre respektive 120.000 Kilometer. Der Leo soll 37.900 Euro und nach Abzug der Prämien 28.330 Euro brutto kosten, das wären gut 23.800 Euro netto.

Der Finn zielt vor allem auf Flotten der Zustell-, Gesundheits- und Pflegedienste

„Vollausstattung“ fährt auch der Winzling „Finn“ auf, der 35 kW (48 PS) leistet und nach WLTP 9,7 kWh/100 km verbrauchen soll. Wie der Leo bietet auch er Navi mit Apple CarPlay und Android Auto, einen 12,3“-Touchscreen, eine Rückfahrkamera, ein schlüsselloses Zugangssystem und eine Klimaanlage. Und er verzögert über Scheibenbremsen rundum. Das Alles ist üppig für ein 2,87 Meter kurzes Modell. Damit misst der Finn rund 15 Zentimeter mehr in der Länge als der Smart Fortwo, bietet aber mit einem 31,5-kWh-Akku deutlich mehr Kapazität, so dass nach WLTP bis zu 265 Kilometer Reichweite drin sein sollen. Die DC-Ladung per CCS von 30 auf 80 Prozent soll 45 Minuten dauern, was 21 kW im Schnitt entspräche. Eine vollständige AC-Ladung soll fünf Stunden dauern, was rund 7 kW Ladeleistung ergäbe.

Für den Finn zielt Elaris bewusst auf die Gesundheits- und Pflegebranche, weshalb man hier auch eine Fördermittelberatung anbietet, damit die potenziellen Kunden auch vom Flottenaustauschprogramm „Sozial & Mobil“ des Bundes profitieren können. Der Finn kostet 22.900 Euro brutto, wobei die First Edition nach Abzug der Prämien auf 13.330 Euro kommen soll. Das sind gut 11.200 Euro netto. Spätere Modelle sollen nach Prämienabzug 9.420 Euro kosten, was netto gut 7915 Euro wären. Die Gewährleistung auf den Akku beträgt auch hier acht Jahre respektive 120.000 Kilometer.

Wartung und Service sollen über Euromaster als Servicepartner erfolgen. Zum Start wird Euromaster Elaris-Kunden in 50 bundesweiten Niederlassungen seinen Service anbieten, außerdem sollen bis Ende 2021 ein Händlernetz mit 75 Betrieben stehen, zudem sollen Online-Bestellungen möglich sein. Bis 2023 will Elaris so nach eigenen Angaben bis zu 25.000 Autos jährlich absetzen. Mitte dieses Jahres will Elaris sein Angebot um weitere Modelle erweitern.

Was bedeutet das?

Vor allem der Finn ist ein interessantes Auto, denn er tritt trotz seiner kompakten Maße optisch und in der Ausstattung sehr „erwachsen“ auf und könnte eine spannende Alternative zu Smart und Co. sein. Auch der Leo macht zumindest optisch auf den ersten Blick einen ordentlichen Eindruck, tummelt sich aber in dem Umfeld, in dem mittlerweile fast jeder Hersteller ein Angebot macht. Ob da Preis und gute Ausstattung genügen, muss sich zeigen. Man darf gespannt sein, wie sich Elaris auf dem hart umkämpften und kritischen deutschen Markt etablieren kann.  

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