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EICMA 2023: Vitesco zeigt seriennahen 48-Volt-Antrieb

E-Antriebsspezialist zeigt voll funktionsfähiges Demofahrzeug mit seriennahen Komponenten und jetzt in die Maschine integriertem Motor. Die Markteinführung des kompakten und performanten Systems von 3 bis 7 kW soll Anfang 2025 in Indien erfolgen.

Leicht und elektrisch auf Achse: Für Scooter und Leichtelektrofahrzeuge entwickelt der Regensburger Spezialist aktuell seinen kompakten neuen 48-Volt-Antrieb. | Foto: Vitesco
Leicht und elektrisch auf Achse: Für Scooter und Leichtelektrofahrzeuge entwickelt der Regensburger Spezialist aktuell seinen kompakten neuen 48-Volt-Antrieb. | Foto: Vitesco
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Johannes Reichel

Der Regensburger E-Antriebsspezialist Vitesco Technologies treibt seinen neuen Elektroantrieb für kleinere Zweiräder in Richtung Serie und zeigt auf der EICMA 2023 (7.-12. November) ein voll funktionsfähiges Demofahrzeug mit dem 48-Volt-System. Das eignet sich für Leichtkrafträder und Scooter mit 3 bis 7 kW Leistung (Äquivalent bis zu 150 ccm beim Verbrennungsmotor), die vor allem in der Alltagsmobilität asiatischer Länder eine zentrale Rolle spielen. Im Vergleich zu dem 2022 in Mailand vorgestellten Demo-Scooter verfügt die neue Version über weiterentwickelte Komponenten mit seriennahem Design. Die erste Markteinführung des Antriebssystems ist in Indien geplant, wo die Serienproduktion im Vitesco Technologies-Standort Pune Anfang 2025 anlaufen soll.

„Der 48-Volt-Antrieb, den wir in engem Kontakt mit unseren Zielkunden konzipiert haben, hat einen sehr hohen Entwicklungsstand erreicht. Davon konnten sich die Kunden bei einer Präsentation in Indien überzeugen, bei der sie auch Gelegenheit hatten, das Fahrzeug zu testen“, erklärt Torsten Bellon, Leiter der Produktlinie 2-Wheeler & Powersports von Vitesco Technologies.

Anklang habe vor allem die Kompaktheit der Produkte und die Fahrbarkeit des Scooters gefunden. Für den bevorstehenden Serieneinsatz entwickle man den Antrieb nun in konkreten Kundenprojekten weiter. Auch die Planungen für die Einrichtung der Fertigung laufen bereits, so Bellon weiter.

 

Das komplette Antriebssystem umfasst ein Steuergerät für elektrische Antriebe (Electric Drive Control Unit, eDCU) und eine E-Maschine mit einem speziellen induktiven Rotorpositionssensor (Inductive Rotor Position Sensor, iRPS). Die integrierte eDCU beinhaltet sowohl die Steuerung des E-Motors als auch die des Inverters. Sie wurde speziell für Zweiräder entwickelt und eignet sich zum Beispiel auch für Fahrzeuge mit austauschbaren Akkus, skizziert der Anbieter weiter. Das Steuergerät könne damit umgehen, dass mehrere Batterien verwendet werden und diese dem Fahrzeug nur zeitweise zugeordnet sind.

Kompakt und leistungsstark

Das Antriebsaggregat ist ein kompakter, leistungsstarker, Permanentmagnet-E-Motor. Anders als beim letztjährigen Demo-Scooter ist der von Vitesco Technologies entwickelte iRPS nun in die Maschine integriert. Der Sensor soll dem bürstenlosen Elektromotor die hohe Regelgüte verleihen, die bei einem vollelektrischen Antrieb erforderlich ist. So sollen sich auch anspruchsvolle Fahrsituationen problemlos, und mit maximaler Performance, bewältigen lassen, versprechen die Regensburger. Das sehr leichte, kompakte Sensorsystem mit magnetloser Technologie ohne Seltene Erden sei immun gegen niederfrequente Magnetfelder und bei Umgebungstemperaturen von minus 40 bis plus 150 Grad Celsius einsetzbar.

 

Ein genereller Vorteil eines 48-Volt-Systems sieht man darin, dass es mit weniger Entwicklungsaufwand verbunden ist als Hochvoltsysteme die deutlich umfangreichere Schutz- und Isolierungsmaßnahmen erfordern. Weiterhin beinhalten die aktuellen Sicherheitsstandards für Kraft- und Leichtkrafträder mit Elektroantrieb (ECE R 136:2023 und ISO 13063-3:2022) strengere Sicherheitsauflagen für elektrische Fahrzeuge mit mehr als 60-Volt Leistung

„Während die früheren Regelungen nicht ganz klar waren, gelten z.B. 96-Volt-Antriebe nach unserer Einschätzung künftig als Hochvoltsysteme. Wir arbeiten auch hier an Lösungen und sind diesbezüglich bereits mit Kunden im Gespräch", meint Torsten Bellon.

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