Ebusco 2.2: „Welkom in Berlijn“ für den Strombus

Der erste von 90 niederländischen Stromern erreicht die Hauptstadt. Bis Ende des Jahres sollen die restlichen Elektrobusse die emissionsfreie BVG-Flotte verstärken.

Insgesamt 90 Ebusco 2.2 werden bis Ende des Jahres die Berliner Elektrobusflotte weiter verstärken. (Foto: BVG Andreas Süß)
Insgesamt 90 Ebusco 2.2 werden bis Ende des Jahres die Berliner Elektrobusflotte weiter verstärken. (Foto: BVG Andreas Süß)
Johannes Reichel
von Martina Weyh

Bühne frei für ein neues Gesicht in Berlins Elektrobusflotte. Am vergangenen Freitag (26. August) haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den ersten von insgesamt 90 georderten Ebusco 2.2 des niederländischen Busherstellers feierlich in Empfang genommen. Bis Ende des Jahres soll die Lieferung komplettiert werden – dann sind insgesamt 228 Elektrobusse in Berlin auf Achse.

Rolf Erfurt, Vorstand Betrieb der BVG: „Vor über sieben Jahren haben wir die ersten vier Elektrobusse in Betrieb genommen und tauschen seitdem kontinuierlich Diesel- gegen Elektrobusse aus. In dieser Zeit haben wir gelernt, wie die Umstellung der gesamten Busflotte in einer Stadt wie Berlin gelingen kann und können nun auch das Tempo bei den Fahrzeugbestellungen erhöhen. Mit 90 E-Bussen auf einen Schlag setzen wir ein großes Zeichen für die Umwelt. Damit werden wir mit rund 230 Elektrobussen die größte E-Busflotte Deutschlands haben.“

Details

Die Elektro-Solos Ebusco 2.2 sind 12 m lang und bieten Platz für rund 70 Fahrgäste, bei 35 festen Sitzplätzen. Im Multifunktionsabteil in der Wagenmitte finden Kinderwagen und Rollstühle gesichert Platz. Mit an Bord ist auch ein entgegengesetzt der Fahrtrichtung ausgerichteter Infobildschirm. Wie bei ihren Vorgängern handelt es sich bei den neuen Bussen um sogenannte Depotlader.

„Die BVG spielt eine Vorreiterrolle bei der Umstellung des deutschen ÖPNV-Marktes auf klimaneutrale Lösungen und wir freuen uns, die BVG dabei als Partner unterstützen zu können. In den letzten Monaten gab es eine intensive Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen, so dass der heutige Tag ein denkwürdiger Moment für alle Beteiligten ist. In der kommenden Zeit werden unsere Teams weiter daran arbeiten, die weiteren 89 Busse auslieferungsfertig zu machen, damit noch mehr sichere und vor allem klimaneutrale Kilometer in Berlin gefahren werden können“, so Ebuscos CEO Peter Bijvelds.

Große Reichweite

Die modernen Batterien haben laut Hersteller einen nutzbaren Energiegehalt von 419 kWh und die niederländischen Stromer damit eine Reichweite von 290 km ohne Zwischenladung. Für die BVG markiert diese Weite eine deutliche Weiterentwicklung – vergleichbare Omnibusse der vorhandenen Flotte schaffen nach Angaben des Berliner Verkehrsunternehmens rund 150 km.

Meike Niedbal, Berlins Staatssekretärin für Mobilität: „Die Technik entwickelt sich rasant, die Reichweiten steigen – und die Vorteile eines leisen, emissionsfreien E-Busses sind in der Stadt sofort spürbar. Wir werden den Plan, bis 2030 ausschließlich E-Busse einzusetzen, konsequent verfolgen, zugunsten eines klimaschonenden und stadtverträglichen öffentlichen Nachverkehrs in Berlin.“

Hoher Besuch beim Ebusco-Debüt

Bei der Premiere auf den BVG-Betriebshof in die Indira-Gandhi-Straße waren neben Bundesverkehrsminister Volker Wissing, auch Stefan Wenzel, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Meike Niedbal, Berlins Staatssekretärin für Mobilität und Ebusco-CEO Peter Bijvelds anwesend.

Hohe Förderung gewährleistet zügigen Ausbau der Berliner Stromerflotte

Der Bund und das Land fördern die Anschaffung der 90 niederländischen Stromer samt benötigter Ladeinfrastruktur mit insgesamt 65 Mio. Euro – damit soll die Elektrifizierung der Berliner Busflotte weiter zügig vorangetrieben werden.

Für die Dekarbonisierung der BVG-Busflotte, einschließlich der bereits beschafften 138 Elektrobusse, stehen bisher Förderbescheide vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr in Höhe von bis zu rund 52 Millionen Euro zur Verfügung. Die BVG übernimmt die Kosten, die für vergleichbare Dieselbusse angefallen wären.

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Gerade in Städten, tragen Busse mit alternativen Antrieben enorm dazu bei, die Lebensqualität zu erhöhen. Jeder, der mal mit dem Fahrrad hinter einem anfahrenden Dieselbus stand, weiß wovon ich rede. Daher unterstützen wir gezielt die Umstellung von Dieselbussen auf alternative Antriebe. Unser Ziel ist, dass 50 % der Stadtbusse bis 2030 mit alternativen, klimafreundlichen Antrieben unterwegs sind. Es freut mich, dass die Verkehrsunternehmen diese große Herausforderung gemeinsam mit uns angehen.“

Mit den neuen Fahrzeugen werden erstmals auch Elektrobusse im Süden und Westen Berlins unterwegs sein. Auf den Betriebshöfen Britz und Cicerostraße entsteht derzeit die benötigte Ladeinfrastruktur für je 30 Stromer.

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