EASAC fordert Paradigmenwechsel zu nachhaltiger Mobilität und Wirtschaft

Beratungsgremium der europäischen Wissenschaftsakademien fordert, die Incentivierung alter Industrien zu beenden und den Einstieg in echten Klimaschutz zu finden. Im Fokus steht auch der Verkehrssektor.

Echten Klimaschutz und die Streichung "perverser Subventionen" fordern die europäischen Wissenschaftler in einem gemeinsamen Papier. | Foto: Iveco
Echten Klimaschutz und die Streichung "perverser Subventionen" fordern die europäischen Wissenschaftler in einem gemeinsamen Papier. | Foto: Iveco
Johannes Reichel

In überraschend deutlichen Worten hat der European Academies' Science Advisory Council (EASAC) die Politik zu echtem Klimaschutz und einem Abbau der Incentivierung fossiler Energien aufgerufen. Die Zentralorganisation der Wissenschaftsakademien der einzelnen europäischen Länder fordert in dem ausführlichen Bericht "Towards a sustainable future" einen "Paradigmenwechsel hin zu einer nachhaltigen europäischen Wirtschaft". Es sei unvermeidlich, so die Wissenschaftler, die "Treiber der unnachhaltigen Produktionsmuster in der Energie-, Bau- und Mobilitätsbranche sowie in der Landwirtschaft zu adressieren", heißt es kaum verklausoliert in dem Papier.

Die Politik dürfe die Widerstände der fossilen Wirtschaft gegen eine wirksame Klima- und Umweltpolitik nicht unterschätzen, warnen die Autoren. Es sei essentiell für Europa, die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2050 auf null zu reduzieren. Die Forschern fordern zudem den Abbau "perverser Subventionen" in fossile Energien. Sie konstatierten, dass seit Beginn der Corona-Pandemie in den G-20-Staaten nahezu doppelt so viel Geld in fossile Energien geflossen sei als in den regenerativen Sektor. 

Zudem warnten die Autoren davor, die Rolle der "Technologie" im Allgmeinen zu überschätzen. Die Wissenschaft könne zwar helfen, den Klimawandel abzumildern, wie durch Forschung auf dem Gebiet der CO2-Abscheidung und -Speicherung. Das genüge aber nicht. "Die Politik muss vorangehen, weil grundlegende Reformen unserer ökonomischen Paradigmen involviert sind", appellieren die Wissenschaftler.

"Wir müssen fragen, ob es für die Sicherung unserer Zukunft auf dem Planeten reicht, wenn wir den Status quo nur anpassen", erklärte Easac-Direktor und Chemiker Michael Norton.

Kurzfristiges Denken verdränge den Blick aufs große Ganze, so Norton. Sein Kollege Anders Wijkman kritisierte die "Tyrannei des Jetzt" und sieht das Problem in der "kurzfristigen Natur unseres politischen und ökonomischen Systems.

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