E3/DC: Zehnjähriges Jubiläum und hochspannende Pläne

Vom Hauskraftwerk ins Elektroauto: Die Sektorkoppelung und die weitere Verknüpfung privater und gewerblicher Energieerzeugung sowie -speicherung mit der immer anspruchsvolleren Elektromobilität birgt für den Energiesystemspezialisten große Potenziale.

Männer der ersten Stunde: Andreas Piepenbrink (Mitte), Michael Gottschlich (links) und Peter Gutendorf waren 2010 die ersten E3/DC-Mitarbeiter. | Foto: E3/DC
Männer der ersten Stunde: Andreas Piepenbrink (Mitte), Michael Gottschlich (links) und Peter Gutendorf waren 2010 die ersten E3/DC-Mitarbeiter. | Foto: E3/DC
Johannes Reichel

Der Osnabrücker Energiespeicherspezialist E3/DC hat sein zehnjähriges Firmenjubiläum gefeiert. Der Anbieter war 2010 als Ausgründung aus dem Automobilhersteller Karmann gestartet, hatte zwei Jahre das erste Hauskraftwerk auf den Markt gebracht und sich seither auf Lösungen fokussiert, die Wohngebäude und Gewerbebetriebe zu vollelektrischen Eigenversorgern machen sollen. Von Anfang an spielte auch die E-Mobilität eine große Rolle: Denn die Ingenieure arbeiteten bei Karmann an der Entwicklung von Ladetechnik für Elektrofahrzeuge. Mit der Ausgründung konzentrierte man sich mit dem Know-how in der Leistungselektronik und der Batterietechnologie komplett auf den Markt für Solarstrom-Speichersysteme, der damals in den Startlöchern stand. Heute sieht man sich als "führenden Anbieter von Lösungen für Stromspeicherung und Sektorenkopplung" und beschäftigt über 120 Mitarbeitern.

Bei den Themen Energiespeicher, Energiemanagement, E-Mobilität will man auch in Zukunft vorne mitspielen. Allfälliges Motto: "Speichern ist gut, intelligent steuern ist besser". Beim Beginn mit der Unterstützung der Oldenburger EWE AG begann der Gedanke des Eigenverbrauchs gerade die Photovoltaikbranche zu erobern.

"Den Solarstrom vom Dach direkt zu nutzen war bereits attraktiver als die Einspeisung, ohne Batteriespeicher jedoch nur sehr begrenzt möglich", erinnern sich die Gründer.

Konzepte für Solarstromspeicher seien "wie Pilze aus dem Boden" geschossen. In der PV-Branche habe man über Blei-Gel-Batterien und AC-gekoppelte Speicher diskutiert. Die Entwickler bei E3/DC hätten damals weitreichende Grundsatzentscheidungen getroffen, die das Hauskraftwerk bis heute ausmachten.

„Unsere Idee war: Das Hauskraftwerk wird ein DC-Speicher und es wird ,All In One', also ein System aus einer Hand mit integriertem Solarwechselrichter und eigenem Energiemanagement. Es bekommt die besten und leistungsfähigsten Lithium-Ionen-Batterien. Und es wird als inselfähiges System echten dreiphasigen Ersatzstrom liefern können“, erinnert sich Gründer und Geschäftsführer Andreas Piepenbrink.

Unabhängigkeit bei Wärme und Mobilität

Die eigene Entwicklungskompetenz hätte dann 2012 das erste Hauskraftwerk ermöglicht. Das inzwischen patentierte Prinzip blieb seither erhalten, doch in der Leistungselektronik und der Software habe man das Kernprodukt stetig weiterentwickelt, resümiert der Anbieter. Neben dem intelligent gesteuerten Eigenverbrauch im Haushalt hätte sich gezeigt, dass mit Solarstrom noch viel mehr Unabhängigkeit möglich ist. "Der Gedanke der Sektorenkopplung war für E3/DC schon früh unmittelbar mit dem Hauskraftwerk verbunden", analysieren die Spezialisten. Seit Jahren optimierten Kunden ihren Eigenverbrauch auch mit Wärmepumpen und – über die kommunikationsfähige E3/DC-Wallbox – mit dem Elektroauto, dass im Vergleich zur konventionellen Energienutzung das höchste Einsparpotenzial biete.

"Gerade die stark wachsende E-Mobilität gab und gibt die Richtung für weitere Entwicklungen vor: PV-Anlagen und Speichersysteme", so die Überzeugung von E3/DC.

Die müssten mit hoher Leistung und großer Kapazität in der Lage sein, Elektroautos abends und nachts mit eigener Energie zu laden. Mit der PRO-Serie des Hauskraftwerks mache der Anbieter dies seit zwei Jahren möglich und biete zudem ein intelligentes Lastmanagement für die Wallbox. Das soll durch Leistungsregelung sicherstellen, dass 22-kW-Ladestationen auch bei zu klein dimensionierten Hausanschlüssen installiert werden und mit voller Solarleistung laden können.

Aussicht: Schnelles und bidirektionales Laden, modulare DC-Energiespeicher

Seit Ende 2017 gehört E3/DC zur Hager Group, einem führenden Anbieter von Lösungen und Dienstleistungen für elektrotechnische Installationen. Als Teil dieser internationalen Gruppe gehe man mit grundlegend neuen Entwicklungen in die Zukunft.

  • Im Eigenheim sieht man das bidirektionale Laden im Fokus, also das DC-Laden des Autos mit Solarstrom und umgekehrt die Einspeisung von Energie aus der Autobatterie ins Hausnetz. In zwei Jahren soll die komplette DC-Ladetechnik marktreif sein.
  • Im Gewerbe werde der bereits erfolgreiche modulare Energiespeicher, die Quattroporte-Serie, künftig ergänzt durch einen Hybridspeicher mit eigenem Wechselrichter und mittlerer Ladeleistung sowie um einen Höchstvolt-Leistungsspeicher mit dem Fokus auf sehr hohen Entladeleistungen. Im Blick hat man dabei vor allem schnelle Ladevorgänge im Fuhrpark und die Kappung von Lastspitzen, das sogenannte Peak-Shaving.

Für die Zukunft des Unternehmens ist Andreas Piepenbrink, Gründer und Geschäftsführer von E3/DC, optimistisch: „Wir sind mit zukunftsfähigen Produkten und vorausschauenden Entwicklungen sehr gut auf die weitere Marktentwicklung vorbereitet. Die politischen Rahmenbedingungen sind gut, und der Wunsch der Kunden nach Unabhängigkeit und nach einem sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz sorgt für starkes, stabiles Wachstum“, prognostiziert der Elektrotechnikspezialist.

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