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E-Mobilität: Volkswagen fordert Masterplan und forciert Ladeinfrastruktur

Neben der Ladeinfrastruktur an VW-Standorten sowie an Fernstraßen will man Schnelllader auch bei Einzelhändlern sowie in Städten installieren. VW-Prognose: Nur ein Viertel lädt künftig öffentlich. "Deutschland braucht einen Masterplan E-Mobilität", fordert VW-Bereichsvorstand Thomas Ulbrich.

Schöne neue Lade-Welt: So stellt sich VW die Zukunft der Elektromobilität vor. Die soll jetzt schneller beginnen. | Foto: VW
Schöne neue Lade-Welt: So stellt sich VW die Zukunft der Elektromobilität vor. Die soll jetzt schneller beginnen. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Der Volkswagen-Konzern hat eine Verstärkung seiner Anstrengungen zum Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge angekündigt. Bis 2025 will der Konzern europaweit 36.000 Ladepunkte aufbauten, davon 11.000 durch die Marke VW. Die Ladepunkte würden an den VW-Standorten installiert sowie bei den rund 3.000 Marken-Händlern in allen größeren Städten, verspricht der Hersteller. Mit der Tochtergesellschaft für Ladeinfrastruktur Elli (Electric Life) und dem Ladeservice „We Charge“ runde man zudem das Geschäftsfeld ab. In Summe investiert der Konzern rund 250 Millionen Euro in den Ausbau. Zugleich fordert das Unternehmen weitere, schnell wirksame Maßnahmen für mehr Ladesäulen in Deutschland.

„Die Ladeinfrastruktur wird immer mehr zum entscheidenden Faktor für den schnellen Durchbruch der E-Mobilität in Deutschland. Das Aufladen eines E-Autos muss genauso einfach und selbstverständlich werden wie das Laden eines Smartphones. Dafür brauchen wir deutlich mehr Ladesäulen im öffentlichen Raum sowie einfache Regeln für die Installation privater Wallboxen“, erklärte Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke Volkswagen.

Prognose: 70 Prozent laden am Arbeitsplatz oder zu Hause

Nach Einschätzung des Herstellers würden künftig rund 70 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden. Für diesen Bedarf wolle man über die Tochter Elli ab 2020 komplette Ladelösungen für Unternehmen und Privatkunden anbieten, sprich von der Wallbox inklusive Installation bis zum Grünstrom. Zudem baut man an VW-Standorten bundesweit insgesamt rund 4.000 Ladepunkte für Mitarbeiter auf, von denen viele frei zugänglich sein sollen. Nur rund ein Viertel aller Ladevorgänge werde an öffentlichen Ladesäulen erfolgen, so die Einschätzung der Wolfsburger. Kunden sollen mit dem Konzerneigenen Service „We Charge“ künftig auf mehr als 100.000 Ladepunkte in ganz Europa zugreifen können – perspektivisch bis zu 150.000 Ladepunkte.

Schnellladeinfrastruktur in Städten: Premiere in Wolfsburg

Geplant seien zudem Partnerschaften mit Einzelhandelsketten, um während des Einkaufs laden zu können. Mit Tesco in Großbritannien habe man eine derartige Kooperation bereits initiiert, weitere Handelsketten sollen folgen. Für das Langstreckenladen an Autobahnen will man ebenfalls vorgesorgt haben. Neben den großen Reichweiten der ID.-Modelle führt man die Schnellladefähigkeit ins Feld. Der ID.3 könne je nach Ausstattung mit 100 bis 125 Kilowatt Leistung an einer Schnellladestation laden. Gemeinsam mit Industriepartnern baut der Hersteller zudem unter dem Dach von IONITY bis 2020 europaweit 400 Schnellladestationen mit bis zu 2.400 Ladepunkten an Fernstraßen und Autobahnen auf. Zusätzlich bringe man die Schnellladeinfrastruktur jetzt auch in die Städte. Die ersten 28 Schnellladesäulen abseits der Autobahn werden bereits Ende Juni in Wolfsburg in Betrieb gehen, ein Geschenk des Konzerns zum 80-jährigen Stadtjubiläum.

Umsetzung hakt: Politik soll sich stärker engagieren

Allerdings forderte der Konzern, der Ausbau der Ladeinfrastruktur müsse in den kommenden Monaten noch deutlich beschleunigt werden. "Allein in Deutschland soll es laut Koalitionsvertrag bis 2020 mehr als 100.000 zusätzliche öffentliche Ladepunkte geben. Davon existiert bislang erst ein Bruchteil", mahnte der Hersteller. Nach Überzeugung von VW müsse die Politik sich stärker engagieren und die notwendigen Rahmenbedingungen für einen schnellen Ausbau der Infrastruktur schaffen, etwa durch Anpassungen im Miet- und Baurecht oder die Ausweitung der Fördermaßnahmen auf Ladeinfrastruktur im öffentlichen und bewirtschafteten Parkraum.

„Die E-Mobilität in Deutschland hat das Potenzial, zu einer echten Erfolgsgeschichte zu werden. Wenn Wirtschaft und Politik ihre Kräfte bündeln, können wir die Herausforderungen bei der Ladeinfrastruktur sehr schnell bewältigen – genauso, wie wir den technologisch getriebenen Strukturwandel in unserer Industrie nur gemeinsam schaffen. Deutschland braucht einen Masterplan E-Mobilität“, forderte E-Mobilitäts-Vorstand Thomas Ulbrich.

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