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E-Mobilität: Fuhrparkleiter fühlen sich schlecht informiert

Dataforce hat in ihrer aktuellen Analyse „Powertrain 2019“ 615 Fuhrparkleiter zum Status quo in deutschen Flotten befragt. Das Thema ist polarisierend.

Durchwachsenes Ergebnis: Die Dataforce-Umfrage zeigt weiteren Infobedarf für Flotten. | Grafik: Dataforce
Durchwachsenes Ergebnis: Die Dataforce-Umfrage zeigt weiteren Infobedarf für Flotten. | Grafik: Dataforce
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Gregor Soller

2020 werden fast alle Hersteller rein elektrische Modelle und Plug-in-Hybride im Programm haben und viele Fuhrparkleiter reagieren. Sie planen laut Dataforce-Umfrage, die Anteile an Elektrofahrzeugen oder Plug-In-Hybriden in ihrer Flotte bis Ende nächsten Jahres zu verdoppeln. Doch sie haben noch großen Informationsbedarf, vor allem was die Gesamtökobilanz als auch die Nachhaltigkeit von E-Fahrzeugen angeht. Die wird nämlich von vielen Flottenmanagern stark angezweifelt. Außerdem spielt neben den Kosten und der fehlenden flächendeckenden Ladeinfrastruktur ein weiterer Faktor eine große Rolle: Die mangelhafte Informationspolitik seitens der Hersteller.

Denn 50 Prozent der Befragten fühlen sich „weniger gut“ bis „gar nicht gut“ durch die Automobilindustrie oder die Autohäuser zu elektrischer Mobilität informiert. Lediglich knapp ein Viertel sieht sich „außerordentlich gut“ bis „gut“ mit Fakten versorgt. Das mag daran liegen, dass das Thema sehr komplex ist und teils noch Aufklärungsarbeit betrieben werden muss, nicht nur auf den Webseiten der Hersteller. Das Problem daran: Hier muss man sich oft durch diverse bunte marketinglastige Seiten klicken, um die relevanten Informationen zusammenzutragen.

Auch fehlen oft konkrete Hinweise auf den sinnvollen Einsatz der unterschiedlichen Antriebstechnologien. Als Dienstwagen – so sind sich die Fuhrparkleiter nach ihrem Wissensstand weitgehend einig – sind Benziner und Diesel nach wie vor die bessere Wahl. Immerhin hat die Mehrheit (55 Prozent) aller Flottenbetreiber selbst schon einmal E-Fahrzeug gefahren sind und somit erste Erfahrungen sammeln können, 2018 waren es noch 48 Prozent.

Ein ganz großes Thema bleibt hier die Ladeinfrastruktur, denn um die müssen sich die Fuhrparkleiter in der Regel auch noch kümmern. Und genau das bereitet den Fuhrparkleitern und nicht zuletzt den Dienstwagenfahrern nach wie vor Sorgen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass 13 Prozent der Fuhrparkleiter auf die Schätzfrage nach der aktuellen Anzahl öffentlich zugänglicher E-Tankstellen vermuten, dass es maximal 1.000 gibt (Bundesnetzagentur Stand 10/2019: 10.500 gemeldete Ladeeinrichtungen). Diese würden sich dann auch mit 10.000 - 20.000 Ladesäulen zufriedengeben, um es als ausreichend für die Elektrifizierung der Flotte einzustufen. Im Schnitt werden 8.000 Ladesäulen in Deutschland aktuell geschätzt und 43.500 gefordert, um E-Fahrzeugfahrern die Besorgnis zu nehmen, mal nicht in unmittelbarer Nähe laden zu können.

Interessant ist die Tatsache, dass mehr als 60 Prozent der Befragten bereits über Lademöglichkeiten im Unternehmen verfügen oder die Planung bereits in Angriff genommen haben. Knapp 40 Prozent hingegen haben keine Stromtankstelle und planen auch keine, wobei die Begründungen breit gefächert sind: von absoluter Ablehnung von E-Mobilität, einem Warten auf Wasserstoff bis hin zu den eingeschränkten baulichen Möglichkeiten vor Ort und desinteressierten Vermietern.

Weitere Informationen und das Bestellformular findet man unter https://www.dataforce.de/powertrain-2019/.

Was bedeutet das?

Vor allem die Ladeinfrastruktur, die man im Falle einer Dienstwagenflotte mit berücksichtigen muss, erweist sich aktuell als größter Hemmschuh bei der Umstellung auf Elektromobilität.

 

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