E-Mobilität boomt in Europa - jeder dritte BEV in Deutschland

Nach einer Statistik des Elektroauto-Datenspezialisten Schmidt Automotive Research legen vor allem in Deutschland die Zulassungen der reinen Stromer massiv zu, um 80 Prozent gegenüber Vorjahr. Power2Drive bewirbt sich als Plattform in einem dynamischen Markt.

Stromer am Drücker: Die Zulassungszahlen reiner E-Autos steigen rasant, vor allem in Deutschland. Auch die Ladinfrastruktur wächst dynamisch. | Foto: EVBox
Stromer am Drücker: Die Zulassungszahlen reiner E-Autos steigen rasant, vor allem in Deutschland. Auch die Ladinfrastruktur wächst dynamisch. | Foto: EVBox
Johannes Reichel

Die Elektromobilität in Europa hat weiter an Fahrt aufgenommen und entwickelt sich in keinem anderen europäischen Land so schnell wie in Deutschland. Jeder dritte 2021 in Europa neu zugelassene Stromer fahre auf deutschen Straßen, laut der Zahlen für die ersten zehn Monate 2021. Das vermeldet der Veranstalter der Power2Drive-Messe in München (11. bis 13. Mai 2022) Solar Promotion GmbH unter Berufung auf eine Studie des E-Auto-Datenspezialisten Schmidt Automotive Research vermeldet. Knapp 886.000 reine Elektroautos seien demnach von Januar bis Oktober 2021 in 18 europäischen Ländern verkauft worden. Damit sei die Zahl der Neuzulassungen von reinen Stromern um 80 Prozent zum Vergleichszeitraum 2020 gestiegen. Der größte westeuropäische Automarkt führe auch bei der Zulassungszahl: In Deutschland wurden bis Oktober 267.000 Fahrzeugbriefe für batterieelektrische Fahrzeuge ausgestellt – also für jedes dritte in Europa neu zugelassene E-Fahrzeug. Das sei ein Zuwachs von 120 Prozent zum Vergleichszeitraum 2020.

Große europäische Märkte für reine Elektrofahrzeuge sind derzeit außerdem Großbritannien (141.000), Frankreich (122.500) und Norwegen (89.000). Einen hohen Zuwachs bei der Zulassung von reinen E-Autos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – allerdings auf niedrigerem absolutem Niveau – verbuchen Italien (166 Prozent, 52.300 Autos), Österreich (152 Prozent, 26.500 Autos) und Schweden (126 Prozent, 42.000 Autos). Selbst in Finnland, wo 2021 mit Stand Oktober lediglich 7.612 reine Stromer auf die Straßen kamen, ist die Zulassungszahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 160 Prozent gestiegen.
 

Ampel-Koalition propagiert 15 Millionen E-Autos bis 2030 in Deutschland

Man rechnet damit, dass der E-Mobilitätsboom in Deutschland anhält, wofür auch staatliche Zuschüsse wie die Innovationsprämie für die Anschaffung elektrischer Pkw, Performance- und Reichweiten-Steigerungen sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur sorgen würden, zeigten sich die Analysten überzeugt. So habe auch Tesla-Chef Elon Musk angekündigt, dass noch im Dezember die ersten Elektroautos im ersten europäischen Werk des US-Autobauers bei Berlin vom Band laufen werden. Darüber hinaus verfolge die neue Bundesregierung ehrgeizige Ziele und will bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 15 Millionen vollelektrische Pkw auf deutschen Straßen erreichen. Außerdem sehe der Koalitionsvertrag bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte vor, davon ein Großteil Schnellladesäulen. Die neue Regierung wolle zudem die Förderung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur verbessern sowie Hemmnisse in Genehmigungsprozessen, bei der Netzinfrastruktur und den Netzanschlussbedingungen abbauen.

Ladelösungen und E-Fahrzeuge auf der Power2Drive Europe 2022

Als Messeveranstalter wolle man in diesem dynamisch wachsenden Markt Orientierung bieten, mit der internationalen Fachschau Power2Drive Europe 2022 mit Messeforum und begleitender Power2Drive Conference. Präsentiert werden Ladelösungen, Elektrofahrzeuge und Mobilitätsdienstleistungen. Hier sollen Hersteller, Lieferanten, Installateure, Flotten- und Energiemanager, Händler und Start-ups Geschäftskontakte knüpfen können. Darüber hinaus hat sich die Messe die Einbindung der Elektromobilität in ein erneuerbares Energiesystem auf die Fahnen geschrieben, sie findet erneut auf der Innovationsplattform The smarter E Europe parallel zu den Energiefachmessen Intersolar Europe, ees Europe und EM-Power Europe statt. Im Fokus stehen die Möglichkeiten, mit erneuerbarer Energie sowie durch Dezentralisierung und Digitalisierung die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr zu verbinden.

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