E.Go: Rettung und Neustart mit Investor nd Industrial

Beteiligungsgesellschaft steigt bei dem insolventen E-Autobauer als Mehrheitsaktionär ein - und Gründer Günther Schuh bleibt als Chef des Verwaltungsrats im neuen Unternehmen Next.E.Go.

Nächster Versuch: Unter der Firmierung Next.E.Go versucht der E-Fahrzeughersteller aus Aachen doch noch am Markt Fuß zu fassen. | Foto: J. Reichel
Nächster Versuch: Unter der Firmierung Next.E.Go versucht der E-Fahrzeughersteller aus Aachen doch noch am Markt Fuß zu fassen. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Der insolvente Elektroautohersteller E.Go aus Aachen hat doch noch einen neuen Investor gefunden. Die 2008 in Düsseldorf gegründete und heute in Eindhoven in den Niederlanden ansässige Beteiligungsgesellschaft nd Industrial Investment B.V. steigt dem Vernehmen nach als Mehrheitsaktionär bei den Unternehmen ein, das als Next.E.Go Mobile SE neu firmiert. Auch Gründer Günther Schuh bleibt als Anteilseigner mit an Bord. Die Höhe der Anteile wurde noch nicht bekannt. Als Chef der neuen Firma soll Ulrich Hermann fungieren, der bis zum Frühjahr Vorstandsmitglied der Heidelberger Druckmaschinen AG war. Schuh soll als Chef des Verwaltungsrats im neuen Unternehmen bleiben. Die Firma benötige einen "professionellen und strategischen Partner, um sich auf dem Markt etablieren zu können, kommentierte Günther Schuh. „Wir wollten die Krise nicht nur überleben, sondern gestärkt daraus hervorgehen", so der Gründer weiter. Er sieht nach wie vor großes Wachstumspotenzial für die E-Kleinwagen.

Die neue Firma braucht allerdings noch eine Zulassung als Autohersteller, zudem müssen die Verträge mit den Lieferanten überführt werden. Im Anschluss will man die Produktion in Aachen Rote Erde wieder hochfahren. Service und Vertrieb seien schon jetzt wieder aktiv, heißt es aus dem Unternehmen.

Der Generalbevollmächtigte der e.GO Mobile AG während des Insolvenzverfahrens, Dr. Paul Fink aus der auf Restrukturierung und Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei FRH, spricht von einem großen Erfolg.

„e.GO Mobile war kein klassischer Sanierungsfall, sondern ein gut aufgestelltes Start-Up, das es geschafft hat, ein neues Auto auf die Straße zu bringen und dem vor allem durch die beispiellose Situation während der COVID-19-Pandemie das Wachstumskapital ausging“, präzisiert der Anwalt. 

Von Seiten des Investors ergänzte Thomas Poplat, Manager M&A bei nd Industrial:

„Wir sind begeistert, e.GO zukünftig zu unterstützen. Das Unternehmen passt sehr gut zu unserem Fokus auf Nachhaltigkeit, Elektrifizierung und Digitalisierung.“

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