e.GO plant dritte Montage in Nordmazedonien

Das Projekt soll die dezentrale Wachstumsstrategie von e.GO vorantreiben und das flexible Produktionssystem nutzen

Die Next.s.GO Mobile SE unterzeichnete den Vertrag zum bau einer weiteren Micro-Montage in Nordmazedonien. | Foto: Next.e.GO
Die Next.s.GO Mobile SE unterzeichnete den Vertrag zum bau einer weiteren Micro-Montage in Nordmazedonien. | Foto: Next.e.GO
Gregor Soller

Die Next.e.GO Mobile SE (" e.GO" oder das "Unternehmen") plant wie ursprünglich vorgesehen weitere „Micro-Fabriken“: Nach der Inbetriebnahme soll die Anlage in der Republik Nordmazedonien die dritte Micro-Factory des Unternehmens weltweit sein, zusätzlich zu der bereits produzierenden in Aachen und der sich im Bau befindlichen Micro-Factory in Bulgarien. Das Unternehmen gab jetzt bekannt, dass es eine Vereinbarung mit der Republik Nordmazedonien über den Bau einer Micro-Factory in den Technological Industrial Development Zones ("TIDZ") des Landes in der Nähe der Stadt Tetovo getroffen hat.

Bis zu 30.000 Fahrzeuge pro Jahr, bis zu 900 neue Arbeitsplätze

Im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie am Projektstandort, an der mehrere nordmazedonische Staatsbeamte, darunter Premierminister Dimitar Kovacevski, Finanzminister Fatmir Besimi, Wirtschaftsminister Kreshnik Bekteshi und der Direktor der TIDZ, Jovan Despotovski, teilnahmen, unterzeichneten die Parteien eine endgültige Vereinbarung, auf deren Grundlage e.GO den Bau einer Micro-Factory für seine batteriebetriebenen Elektrofahrzeuge mit einer erwarteten Kapazität von bis zu 30.000 Fahrzeugen pro Jahr plant. Der Produktionsbeginn der neuen Anlage ist derzeit für das letzte Quartal 2024 vorgesehen. Durch das Projekt sollen bis zu 900 neue Arbeitsplätze in Nordmazedonien geschaffen werden. Demitar Kovacevski, der Premierminister der Republik Nordmazedonien, freute sich: .

„Diese Investition ist von großer Bedeutung für den Staat, aber auch für die lokale Wirtschaft und die Entwicklung der Fähigkeiten der Arbeitskräfte in Tetovo und dem Rest des Landes. Mit dieser bedeutenden Investition bestätigt Nordmazedonien einmal mehr, dass es ein Land ist, das hervorragende Bedingungen für Investoren bietet, mit einem stabilen wirtschaftlichen und politischen Klima, in dem internationale Unternehmen wie e.GO einen vertrauensvollen Partner haben."

Südosteuropa im Fokus

Ali Vezvaei, Verwaltungsratssvorsitzender von e.GO, erklärte dazu:

„Diese Vereinbarung ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für das globale Wachstum von e.GO und unterstreicht den Wert unserer bahnbrechenden Technologie und Innovation. Wir freuen uns sehr, nach unseren Fortschritten in Bulgarien nun auch in der Republik Nordmazedonien produzieren zu können. Unser strategischer Fokus auf Südosteuropa basiert auf unserer Überzeugung hinsichtlich des wettbewerbsfähigen Ökosystems der Region, des attraktiven Investitionsklimas und des Zugangs zu engagierten und talentierten Arbeitskräften.“

Fatmir Besimi, der Finanzminister der Republik Nordmazedonien, hofft auf einen Schneeballeffekt:

„Große Investitionen haben einen Schneeballeffekt. Marken ziehen neue Investitionen an, sowohl ausländische als auch inländische. Sie schaffen neue Werte, stärken die Exporte durch die Umstellung ihrer Struktur auf Produkte mit höherem Mehrwert, schaffen neue Arbeitsplätze und beeinflussen die Beschleunigung der Wirtschaftstätigkeit und der wirtschaftlichen Entwicklung. Als Regierung sind wir entschlossen, ausländische Investoren zu unterstützen und zu fördern, die in der Lage sind, diesen Effekt zu gewährleisten und die vor allem unseren Bürgern, den einheimischen Unternehmen und der Wirtschaft Vorteile bringen".

Und Jovan Kovacevski, der Direktor der TDIZ der Republik Nordmazedonien erklärte:

„Das neue Konzept der Technologie- und Industrieentwicklungszonen liefert konkrete Ergebnisse. Nach nur 18 Monaten haben wir die zweite Investition von über 100 Millionen Euro. Wir haben gezeigt, dass Nordmazedonien nicht mehr nur ein Land mit wettbewerbsfähigen Arbeitskräften ist, sondern auf der Liste der Länder steht, die die Kapazitäten und Anforderungen für große Investitionen haben. Seit Anfang des Jahres gibt es 1.100 neue Arbeitsplätze in den TIDZ-Unternehmen und das Unternehmen e.GO wird zusätzlich voraussichtlich fast 900 gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen. Zu Beginn meiner Amtszeit haben wir europäische Arbeitsplätze und Chancen für junge Menschen versprochen. Mit solchen Projekten werden wir unseren Kindern hier in Ihrem Zuhause eine blühende Zukunft bieten".

e.GO hat nach eigenen Angaben eine einzigartige Plattform für batterieelektrische Fahrzeuge sowie ein revolutionäres Produktionssystem entwickelt, die Micro-Factory. In Verbindung mit der digitalen Architektur, der "Industrie 4.0", ist das Unternehmen in der Lage, Fahrzeuge in kürzerer Zeit und mit deutlich geringeren Investitionen zu entwickeln und zu produzieren, als dies bei herkömmlichen OEM-Prozessen der Fall ist. e.GO will dies erreichen und gleichzeitig einen wirtschaftlichen Mehrwert bieten, indem es lokale Gemeinschaften einbindet, lokale Talente fördert und die lokale Beschaffung von Materialien erhöht.

Was bedeutet das?

Doppelt mutig! Wer heute Fabriken mit derart kleinen Kapazitäten in industriell eher unbeschriebenen Ländern planen kann, darf als mutig und smart gelten – sonst würde ein solches Unterfangen nicht funktionieren. Man darf auch gespannt sein, wie Bulgaren und Nordmazedonen „ihr“ Fahrzeug annehmen. Das Package stimmt, der Preis könnte auch passen, denn das Arbeitsintensive am Auto ist der Innenausbau und der erfolgt bei e.GO vor Ort – was wiederum den Preisen hilft. Aber auch sonst setzt e.GO auf viele einfachst und vor Ort herzustellende Komponenten, was ein weiterer Ansatz ist, von dem alle profitieren. Insofern darf man auf die Ergebnisse gespannt sein.

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