E-Bus-Zulassungen trotzen der Krise

Gegenüber 2019 legten die Zulassungen im Elektro-Stadtbussegment um 22,4 Prozent in Westeuropa und Polen zu.

Die Zulassungen von Stadtbussen in Westeuropa und Polen sind seit 2018 sprunghaft angestiegen. Das Plus geht ausschließlich auf das Konto von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. (Grafik: Chatrou CME Solutions)
Die Zulassungen von Stadtbussen in Westeuropa und Polen sind seit 2018 sprunghaft angestiegen. Das Plus geht ausschließlich auf das Konto von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. (Grafik: Chatrou CME Solutions)
Johannes Reichel
von Claus Bünnagel

Im ersten Coronajahr 2020 sind in Westeuropa und Polen 2.062 elektrische Stadtbusse mit mehr als 8 t zul. GG angemeldet worden (ohne Trolleybusse). Gegenüber 2019 (1.685) bedeutet dies einen Zuwachs von 22,4 %. Der Anteil der E-Busse an allen abgesetzten Stadtbussen betrug damit 15,7 %. Interessant an den von Chatrou CME Solutions ist zudem, dass fast die Hälfte (1.018) davon im vierten Quartal zugelassen wurden – teilweise wohl pandemiebedingt. Den größten Marktanteil bei den E-Bus-Verkäufen in Westeuropa und Polen besaß der chinesische Hersteller BYD mit genau 20 % oder 412 Einheiten knapp vor Solaris (19,7 %, 406). Es folgen Volvo (10,5 %, 217) BYD-ADL (9,2 %, 190), Yutong (7,4 %, 153), VDL (6,2 %, 127), Iveco/Heuliez (5,5 %, 113), Ebusco (5,3 %, 109) und Mercedes-Benz (4,8 %, 98).

Niederlande Spitzenreiter – Deutschland holt auf

Der prozentual größte Anteil der E-Busse ging wiederum in die Niederlande (21,6 %, 445) gefolgt von Deutschland (17 %, 350), Großbritannien (14 %, 288), Norwegen (10,2 %, 210), Schweden (10 %, 206), Polen (9,5 %, 196) und Frankreich (6,5 %, 133). Gegenüber 2019 konnten vor allem Deutschland (damals 171 Einheiten) und Großbritannien (115 Einheiten) deutlich zulegen. Damit wurden alleine in den drei Staaten Niederlande, Deutschland und Großbritannien mehr als die Hälfte der neuen E-Busse zugelassen.

56,9 % mit alternativem Antrieb

Insgesamt sind die Stadtbuszulassungen mit alternativen Antriebsarten in Westeuropa und Polen seit 2018 (3.340) bis 2020 (7.478) sprunghaft angestiegen. Das hat sicherlich vor allem mit der Elektrifizierung des Antriebsstrangs in vielen Busflotten zu tun. Der Zuwachs bei den E-Bussen betrug über diesen Zeitraum 276 % – von 548 auf 2.062 Einheiten. Denn auch Hybridbusse legten von 2018 (1.647) bis 2020 (2.733) deutlich zu. Ein starkes Plus gab es seitdem auch bei Erdgasbussen (von 1.145 auf 2.636 Einheiten). Von allen 13.140 in Westeuropa und Polen im vergangenen Jahr zugelassenen Stadtbusen ab 8 t – ein Minus von 8,8 % gegenüber 2019 (14.403) – besaßen damit 56,9 % keinen reinen Dieselantrieb. Zum Vergleich: 2012 waren es erst 13,2 %, davon 7,8 % CNG-Busse, 2016 knapp 18,3 %. Brennstoffzellenbusse spielten 2020 kaum eine Rolle mit 47 in Westeuropa und Polen angemeldeten Einheiten.

Dementsprechend rückläufig ist die Zahl der abgesetzten reinen Dieselbusse. Waren es 2018 noch 8.505 Einheiten, sank die Zahl 2020 auf 5.662. Das Ende der Verbrennertechnologie im Stadtbus scheint damit eingeläutet zu sein.

BYD Marktführer über bereits fast eine Dekade

Betrachtet man den längeren Zeitraum von 2012 bis 2020, dann ist auch hier BYD (16,1 %, 819) Marktführer bei verkauften elektrischen Bussen in Westeuropa und Polen. Es folgen VDL (15,5 %, 791), Solaris (14,4 %, 732), BYD-ADL (8,4 %, 428), Volvo (7,8 %, 397), Yutong (6,4 %, 324), Mercedes-Benz (4,8 %, 246) und Ebusco (4,8 %, 244). Relativ unverändert zeigt sich auch der Ländervergleich, der über die genannten zwölf Jahre unter den ersten drei Ländern dieselbe Reihenfolge aufweist wie 2020: Niederlande (22,9 %, 1.167) vor Deutschland (13,2 %, 673) und Großbritannien (12 %, 610). Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich (9,8 %, 501), Schweden (8,7 %, 441), Polen (7,7 %, 393) und Norwegen (7,5 %, 383).

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