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„E-Bus 2030+“: Entwicklung von ÖPNV-Software mit 1,38 Mio. Euro gefördert

Mit der Staatsunterstützung soll die Entwicklung einer integrierten Softwarelösung für ein ganzheitliches Elektrobus-System im ÖPNV forciert werden. Das wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gemeinsam mit dem Reiner Lemoine Institut (RLI) und der Technischen Universität Berlin (TUB) umsetzen.

Sichtliche Freude über die Förderbescheide: (v. l. n. r.) Prof. Dr. Sophia Becker, Vizepräsidentin für Nachhaltigkeit, interne Kommunikation, Transfer und Transdisziplinarität der TU Berlin, Prof. Dr.-Ing. Dietmar Göhlich, Leiter des Fachgebiets Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik der TU Berlin, Eva Kreienkamp, Vorstandsvorsitzende der BVG, Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts. | Foto: BMDV)
Sichtliche Freude über die Förderbescheide: (v. l. n. r.) Prof. Dr. Sophia Becker, Vizepräsidentin für Nachhaltigkeit, interne Kommunikation, Transfer und Transdisziplinarität der TU Berlin, Prof. Dr.-Ing. Dietmar Göhlich, Leiter des Fachgebiets Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik der TU Berlin, Eva Kreienkamp, Vorstandsvorsitzende der BVG, Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts. | Foto: BMDV)
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Johannes Reichel
von Martina Weyh

Das gemeinsame Forschungsprojekt „E-Bus 2030+“ der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), dem Reiner Lemoine Institut (RLI) und der Technischen Universität Berlin (TUB) wird mit insgesamt 1,38 Mio Euro gefördert und soll Verkehrsunternehmen dabei unterstützen, den elektrischen Busbetrieb strategisch vorzubereiten, effektiv zu planen und umzusetzen, heißt es in der begleitenden Pressemitteilung.

Der Einsatz von Elektrobussen soll etwa unter Berücksichtigung der Anzahl der Fahrzeuge und der öffentlichen Ladeinfrastruktur simuliert werden. Das Konzept beinhaltet auch die Entwicklung einer Open-Source-Software. Bestehende Tools von TUB und RLI werden dabei zusammengeführt und weiterentwickelt. Die integrierte Softwarelösung wird von der BVG direkt für die eigene Planung der Flottenelektrifizierung genutzt und kann auch von anderen Verkehrsunternehmen eingesetzt werden. So kann noch vor Umstellung der Busflotte eine robuste Analyse des Gesamtsystems Elektrobus vorgenommen werden. Am 26. Januar hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing die Förderbescheide übergeben.

 „Das BMDV unterstützt den Umstieg auf klimafreundliche Busse mit passenden Förderprogrammen. Das Forschungsprojekt E-Bus 2030+ kann nicht nur in Berlin, sondern allen Verkehrsunternehmen bundesweit den Umstieg auf klimafreundliche Fahrzeuge erleichtern“, sagte Wissing bei der Übergabe.

Zur erfolgreichen Elektrifizierung einer gesamten Busflotte gehöre mehr, als neue Fahrzeuge zu kaufen und eine Ladeinfrastruktur aufzubauen, so die BVG-Vorstandsvorsitzende, Eva Kreienkamp. Entscheidend ist das effiziente Zusammenspiel von Linieneinsatz, Ladung und Instandhaltung.

„Wir wollen ein System entwickeln, so Kreienkamp wörtlich, „das nicht nur Berlin den kompletten Umstieg auf emissionsfrei angetriebene Busse ermöglicht, sondern auch wegweisend für andere Städte sein kann.“

Berliner Fuhrpark soll bis 2030 emissionsfrei sein

Die BVG wollen bis zum Jahr 2030 ihren gesamten Fuhrpark auf Elektroantrieb umstellen. Bis dato sind 138 Stromer im Einsatz, weitere 90 Fahrzeuge sollen in der ersten Hälfte dieses Jahres dazukommen. Mit knapp 196 Mio. Euro fördert das BMDV in den Jahren 2024 und 2025 den Kauf von weiteren 320 Elektro-Gelenkbussen, 30 E-Solos sowie Lade- und Wartungsinfrastruktur. Bis Ende 2025 soll die Anzahl der in Betrieb befindlichen und vom Bund geförderten E-Busse in Berlin auf 578 steigen. In Deutschland sind derzeit etwa 1.900 E-Busse zugelassen.

Hintergrund: Förderung von klimafreundlichen Busflotten durch die Bundesregierung

Zur Erfüllung der Klimaziele im Verkehr unterstützt die Bundesregierung die Umstellung von Busflotten auf alternative Antriebe. Mit der technologieoffenen „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ fördert das BMDV die Beschaffung von Batterie-, Brennstoffzellen-, Batterie-Oberleitungsbussen sowie mit Biomethan betriebenen Bussen und deren jeweilige Infrastruktur sowie Machbarkeitsstudien. Das momentan eingeplante Fördervolumen der Richtlinie liegt bei rund 1,75 Milliarden Euro. Nach den ersten Förderaufrufen können aktuell bereits etwa 4.200 Busse und mehr als 120 Verkehrsunternehmen gefördert werden.

Über die Förderrichtlinie Elektromobilität des BMDV werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur batterieelektrischen Mobilität unterstützt. Nach Angaben des BMDV wurden seit 2015 darüber rund 1.300 Vorhaben mit 420 Millionen Euro Bundesmitteln bewilligt, darunter etwa 20.000 Elektrofahrzeuge, knapp 9.000 Ladeinfrastruktureinheiten, 345 Elektromobilitätskonzepte sowie 35 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Beide Förderrichtlinien haben eine Laufzeit bis 2025.

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