Dynamisch, agil, elektrisch: Audi e-tron S-Modelle im ersten Drift-Test

Wir durften die Vorserie des neuen Audi e-tron S Sportback auf der hauseigenen Teststrecke von Audi nahe Ingolstadt fahren und driften – zusammen mit Rallye-Ass Stig Blomqvist.

Der neue E-Tron kann seine drei E-Maschinen "bedarfsgerecht" einsetzen. | Foto: Audi
Der neue E-Tron kann seine drei E-Maschinen "bedarfsgerecht" einsetzen. | Foto: Audi
Redaktion (allg.)

Er kann es immer noch, Alter schützt eben vor Wildheit nicht: In Neuburg an der Donau ließ Stig Blomqvist den e-tron S fliegen respektive driften. Das einstige Rallye-Ass nutzte das besondere Antriebs-Layout der S-Modelle voll aus. Es besteht aus drei Elektromotoren, von denen zwei an der Hinterachse sitzen. Der größere E-Motor, der bei den e-tron 55-Modellen die Hinterachse antreibt, ist jetzt in angepasster Bauweise an der Vorderachse montiert und auf 124 kW Leistung beziehungsweise 150 kW im Boost ausgelegt. Der kleinere E-Motor arbeitet modifiziert im Heck, gemeinsam mit einem baugleichen Pendant, beide zusammen sollen auf 196 kW Leistung, respektive 264 kW im Boost kommen. Damit verfügt das Fahrzeug insgesamt über eine Boostleistung von 370 kW (das sind gut 503 PS) und gewaltige 973 Newtonmeter Drehmoment.

E-Zeitalter: Elektrischer Allrad und Momentverteilung

Zum elektrischen Allradantrieb kommt noch das elektrische Torque Vectoring mit aktiver und vollvariabler Momentenverteilung an die Hinterachse. Damit lassen sich die Vorteile des herkömmlichen Sportdifferenzials ins Elektro-Zeitalter überführen. Jeder der hinteren E-Motoren schickt die Antriebskräfte über ein Getriebe direkt auf das Rad, ein mechanisches Differenzial existiert nicht mehr. Das erhöht die Sicherheit aber auch die Fahrdynamik.

Wenn beim Beschleunigen ein Hinterrad auf Fahrbahnbelag mit niedrigem Reibwert steht, etwa bei Glatteis oder losem Untergrund, kann das Moment zwischen den beiden hinteren Motoren präzise und schnell verteilt werden. Das traktionsstarke Rad erhält annähernd das volle Moment zugeteilt, während das traktionsschwache Rad nahezu momentenfrei mitläuft.

Beeindruckende Performance: Agilität gepaart mit Traktion

Und wie fährt sich das Ganze in der Praxis? Ziemlich beindruckend!  Bei den Testfahrten überzeugte das elektrische S-Modell mit Agilität und Traktion. Wenn die Stabilisierungskontrolle ESC auf „Sport“ und das Fahrdynamiksystem auf maximale Performance eingestellt sind, erlaubt das Antriebslayout eine hohe Querdynamik und auf Wunsch auch kontrollierte Drifts. Dabei bleibt das Fahrverhalten jedoch jederzeit berechenbar.

Im Alltag ist der Antrieb dagegen ganz auf Effizienz programmiert, bei normaler Fahrweise arbeiten nur die hinteren E-Motoren. Der vordere ist unbestromt, was Strom spart, schaltet sich jedoch für den Fahrer unmerklich hinzu, wenn er mehr Leistung fordert – oder auch prädiktiv, wenn der Grip nachlässt – bei niedrigen Reibwerten oder schneller Kurvenfahrt. Hier verfolgt Audi einen etwas anderen Ansatz als Porsche beim Taycan: Der wird bei geringer Leistungsabfrage „gezogen“ und holt erst auf Fahrpedalbefehl die Hinterräder dazu.

Schnell unter Strom: Bis zu 150 kW Ladeleistung

Schnell geht es auch beim Laden voran: Auch die elektrischen S-Modelle können mit bis zu 150 kW Leistung Gleichstrom (HPC) geladen werden. Damit soll der der Ladevorgang laut Hersteller von 5 auf 80 Prozent nur rund eine halbe Stunde dauern, aufwändigem Thermomanagement sei Dank. Unsere Ladeversuche mit dem normalen e-Tron sowie mehrere Untersuchungen verschiedener Plattformen und Magazine haben ergeben, dass das auch funktioniert.

Weitere Daten zum neuen Audi e-tron s wie zum Beispiel Reichweite nach WLTP oder auch der Listenpreis werden erst auf dem Autosalon in Genf verraten.

Was bedeutet das?

Mit den S-Modellen erweitert Audi seine e-tron Palette nach oben und bietet hier richtig viel Leistung und Kraft, die intelligent verteilt werden kann.

Autor: Christoph Huss

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