Düsseldorf: Audi will mit vernetzten Ampeln Sprit sparen

Der neue Service "Ampelinformation" soll den Verkehrsfluss verbessern, den Komfort erhöhen und vor allem massiv Sprit sparen helfen, verspricht der Hersteller.

Auf der grünen Welle will Audi die Fahrer der Marke in Düsseldorf "reiten" lassen und vernetzt dafür die Autos mit den Ampeln. | Foto: Audi
Auf der grünen Welle will Audi die Fahrer der Marke in Düsseldorf "reiten" lassen und vernetzt dafür die Autos mit den Ampeln. | Foto: Audi
Johannes Reichel

Der Automobilhersteller Audi hat "grünes Licht" für vernetzte Ampeln in Düsseldorf gegeben. Die Rheinmetropole ist nach Ingolstadt die zweite Stadt in Europa, in der der Hersteller den Service der sogenannten „Ampelinformation“ einführt. Ab Ende Januar sollen dabei die Fahrer der Marke die Informationen von rund 150 Ampeln im Cockpit dargestellt sehen. Damit erhöhe sich die Chance auf eine „Grüne Welle“. Im Frühsommer soll dann ein großer Teil der Düsseldorfer Kreuzungen vernetzt sein, etwa 450 der insgesamt rund 600 Signalanlagen. Nach dem Dafürhalten des Herstellers könnten Vehicle-to-Infrastructure-Dienste (V2I) wie Ampelinformation die Effizienz, Komfort und Sicherheit im Verkehr steigern.

Konkret teilt sich die Funkionalität in zwei Features: „Green Light Optimized Speed Advisory” (GLOSA) und „Time-to-Green“. GLOSA errechne die optimale Geschwindigkeit für eine „Grüne Welle“. Wenn die Funktion etwa das geltende Tempolimit anzeigt, werde die nächste Ampel bei Grün erreicht. "Der Fahrer muss nicht unnötig beschleunigen, schont seine Nerven und ist sicherer unterwegs", wirbt der Anbieter. Weiterhin könne GLOSA vorschlagen, die Geschwindigkeit rund 250 Meter vor der Ampel schrittweise zu drosseln, damit der Fahrer und nachfolgende Autos pünktlich bei Grün an der Kreuzung ankommen. So lasse sich ineffizienter Stop-and-Go-Verkehr reduzieren. Lässt sich ein Stopp an einer roten Ampel nicht vermeiden, zähle ein Countdown die Sekunden bis zur nächsten Grünphase (Time-to-Green) und der Fahrer könne entspannt ausrollen.

Rollen lassen: Bis zu 15 Prozent Spritersparnis

Audi zitiert mehere Studien, die belegen würden, dass Autofahrer dank vernetzter Ampeln effizienter fahren. In einem Pilotprojekt habe man den Verbrauch um 15 Prozent senken können. „Mit Audi Ampelinformation wollen wir den Komfort für den Fahrer verbessern, die Sicherheit im Verkehr erhöhen und einen vorausschauenden, ökonomischen Fahrstil fördern", sagt Andre Hainzlmaier, Leiter Entwicklung Apps, Connected Services und Smart City bei Audi. „Dafür müssen wir präzise vorhersagen, wie sich die Ampeln in den nächsten zwei Minuten verhalten. Exakte Prognosen sind gleichzeitig die größte Herausforderung. Die meisten Signale reagieren variabel auf Verkehrsaufkommen und passen Schaltintervalle ständig an.“

Der Autohersteller sowie der Projektpartner Traffic Technology Services (TTS) entwickelten einen Analyse-Algorithmus entwickelt, der aus drei Quellen genaue Prognosen errechnet: Dem jeweiligen Steuerprogramm der Signalanlage, den Echtzeitdaten vom Verkehrsrechner - einer Kombination aus Belegungskameras, Detektorschleifen in der Straße, Bus- oder Tram-Anmeldungen und Fußgängerdrückern - sowie zuletzt aus historischen Daten. Dabei soll sich der Prognose-Algorithmus kontinuierlich verbessern und etwa berücksichtigen, wie sich das Verkehrsaufkommen morgens im Berufsverkehr verändert, oder mittags, wenn Kindergärten und Schulen schließen.

Der V2I-Dienst Ampelinformation hatte bereits 2016 auf der CES in Las Vegas Premiere. Heute sei der Service an über 10.000 Kreuzungen in Nordamerika verfügbar, darunter gut 2.000 in Manhattan/New York City und über 1.600 rund um die US-Hauptstadt Washington D.C. Man vernetze als erster Hersteller weltweit seine Serienmodelle mit Ampeln in Städten. Das System funkioniert in allen Audi e-tron, A4, A6, A7, A8, Q3, Q7 und Q8, die seit Mitte Juli 2019 produziert wurden („Modelljahr 2020“). Voraussetzung sei das Paket „Audi connect Navigation & Infotainment“ sowie die optionale „kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung“.

 

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