DS 9 jetzt auch als Topmodell E Tense 4x4 360

An der Spitze der Produktpalette von DS steht ab sofort die Top-Motorisierung DS 9 E-Tense 4x4 360 – wir konnten bereits erste Fahreindrücke sammeln.

Optisch erkennt man das Topmodell nur an Details. | Foto: G. Soller
Optisch erkennt man das Topmodell nur an Details. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Mit 265 kW (360 PS) bietet das Topmodell merklich mehr Punch als die 225-PS-Version. Auch hier setzen die franzosen natürlich auf die typische DS Lichtsignatur mit den drei 180° schwenkbaren Diamant-Modulen, den DS Active LED Vision Scheinwerfern. Dazu kommen die Tagfahrlichter in Säbelzahnoptik mit Perlen-Motiv, während am Heck die DS Full LED Rücklichter mit Skaleneffekt in Rautenform für einen Wiedererkennungswert sorgen. Hat man innen Platz genommen, fällt einem auf der vergleichsweise langen Motorhaube der Metallstreifen mit die Gouillochierung „Clous de Paris“ auf, welcher diese optisch tatsächlich streckt und Retro-Gefühle auslöst.

Der Vierzylinder PureTech-Benzinmotor mit 147 kW (200 PS) kombiniert seine Leistung hier mit zwei Elektroantrieben vorne (81 kW/110 PS) und hinten (83 kW/113 PS), die auch den intelligenten Allradantrieb speisen. Die Systemleistung von 265 kW (360 PS) ermöglicht eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Das Drehmoment klettert auf füllige 520 Nm – so soll das Topmodell binnen 5,6 Sekunden auf 100 km/h spurten. Zusätzlich hat die Motorsportabteilung von DS Automobiles DS Performance den DS 9 E-Tense 4x4 360 mit einigen besonderen Highlights ausgestattet, die für noch mehr Fahrspaß sorgen. Dazu zählen unter anderem eine sportliche Lenkung, das Federungssystem DS Active Scan Suspension, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, die hier tatsächlich „München“ heißen, mit Michelin Sport Bereifung, sowie ein modifiziertes Energie-Management-System.

Und wie fährt sich das Topmodell? Bei Bedarf tatsächlich deutlich energischer als die 225-PS-Version. Einziger Nachteil: Auch hier wird so viel Leistung aufgefahren, dass man sie abseits der Autobahn kaum abrufen kann. Blieben schnelle Ampelstarts oder deutsche Autobahnen, für die auch die 250 km/h entscheidend sind. In den übrigen europäischen Märkten spiele das laut DS-Pressesprecherin Dorothea Knell überhaupt keine Rolle. Trotzdem erwartet Sie für Deutschland einen höheren 360-Ps-Anteil als in anderen europäischen Märkten.

Also starten wir im Topmodell in der für Deutschland noch nicht ausdiskutierten Farbe „Whisper“, was auch für die Akustik zutrifft: Und so flüstern wir rein elektrisch von dannen. Ansonsten unterscheidet sich das Topmodell aber akustisch (leider) nicht vom schwächeren E-Tense unterscheidet: Wenn man ihm die Sporen gibt, legt der 1,6-Liter Vierzylinder seine guten Manieren hier wie da ab und klingt so uninspiriert, wie ein geforderter Vierzylinder überall auf der Welt bei allem Marken eben klingt, sofern die nicht massiv mit aufwändigen Auspuffmodulationen oder gar Akustikboxen nachhelfen. Dafür zoomt er sich dann merklich schneller über die Landstraßen und bietet immer Traktion satt. In schnell gefahrere Kurven dreht er sich dank Allrad etwas netter ein als die schwächeren Geschwister, doch im Gegensatz zum Peugeot 508 PSE ist er eben absloutement kein Racer. Dafür bleibt er im Verbrauch sparsam: Elegant-dezent bewegt, schafft man leicht eine Sechs vor dem Komma.

Trotz Allrad wiegt er nur 60 Kilogramm mehr als der 225er und auch bei den Preisen hält DS Maß: Sie starten bei 64.250 Euro (das sind knapp 54.000 Euro netto) für die sportlichere Ausstattungsvariante Performance Line + und bei 67.000 Euro (das sind gut 56.300 Euro netto) für die elegante Rivoli + Version.

Bei rein elektrischen Fahrten soll der 11,9 kWh Lithium-Ionen-Akku für eine Reichweite von 40-45 Kilometer nach WLTP sorgen. Anfang 2022 folgt dann die E-Tense Motorisierung mit 184 KW (250 PS) mit 15,6 kWh-Akku, die eine rein elektrische Reichweite von über 60 Kilometern erlauben soll.

Was bedeutet das?

Das Topmodell von DS braucht eine Topmotorisierung, wobei die Franzosen hier tief in die Trickkiste greifen: Sie kombinieren den kompakten 1,6-Liter-Benziner mit zwei E-Maschinen und entlocken dem Gesamtpaket so starke Fahrleistungen –akustisch wären reine E-Maschinen allerdings eleganter.

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