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Drohende Stellenstreichung bei Tesla: FDP fordert rasches Handeln - Musk weist Gerüchte zurück

(dpa) Wie geht es bei Tesla in Grünheide weiter? Linke und FDP kritisieren die Brandenburger Landesregierung - aus anderen Gründen. Und der Autobauer weist die Gerüchte über den Abbau von 3.000 Stellen zurück. Man prüfe lediglich, heißt es.

San Mateo: Ein Fahrzeug stehen vor einem Tesla-Autohandel in San Mateo, Kalifornien. Tesla will wegen schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen. Das geht aus einer internen Mail von Tesla-Chef Musk hervor. (Foto: Li Jianguo/XinHua/dpa)
San Mateo: Ein Fahrzeug stehen vor einem Tesla-Autohandel in San Mateo, Kalifornien. Tesla will wegen schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen. Das geht aus einer internen Mail von Tesla-Chef Musk hervor. (Foto: Li Jianguo/XinHua/dpa)
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Johannes Reichel
von Franziska Neuner

Angesichts des drohenden Stellenabbaus im Tesla-Werk in Grünheide hat die Brandenburger FDP die Landesregierung zum sofortigen Handeln aufgefordert. Der FDP-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Zyon Braun, forderte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf, alles daranzusetzen, die Arbeitsplätze zu retten.

„Ministerpräsident Woidke muss den nächsten Flieger nach Los Angeles nehmen, um mit Elon Musk über die Rettung von Arbeitsplätzen in Brandenburg zu sprechen. Alle anderen Termine und Verpflichtungen müssen jetzt hintenan stehen“, teilte Braun mit.

Musk will mehr als jede zehnte Stelle streichen

Tesla-Chef Elon Musk will angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos und schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen. Angaben, ob und wie viele Stellen in Teslas einzigem europäischen Werk in Grünheide bei Berlin betroffen sein könnten, gab es zunächst nicht. Laut „Handelsblatt“ sollen in Grünheide rund 3.000 der 12.500 Beschäftigten entlassen werden.

Politik mit Unternehmen in Kontakt

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) rechnet im Falle eines Personalabbaus in Grünheide mit einem Wegfall von weit weniger als 3.000 Stellen. Steinbach teilte auf Anfrage mit:

„Der Einbruch beim Absatz von Elektroautos in Deutschland und Europa dürfte auch an einem Marktführer wie Tesla nicht spurlos vorübergehen.“

Er stehe mit dem Unternehmen im Kontakt.

„Wenn es zu einem Stellenabbau bei Tesla in Grünheide kommen sollte, dürfte sich die Zahl der Stellen nach unseren Informationen nicht um 3.000 bewegen, sondern signifikant niedriger ausfallen.“

 

Wende in der Wirtschaftspolitik nötig

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Sebastian Walter, warf der Landesregierung Strategielosigkeit vor.

„Es rächt sich, dass die Landesregierung ohne jede Strategie versucht, Brandenburg zukunftssicher zu machen und allein auf den Leuchtturm in Grünheide setzte. Nun muss sie eine Wende in der Wirtschaftspolitik vollziehen und sich endlich um den Mittelstand kümmern, denn der ist das Rückgrat der Brandenburger Wirtschaft.“

Das „Kuscheln mit Musk“ habe in eine gefährliche Abhängigkeit geführt.

Tesla weist Gerüchte zurück: Entbehrt jeder Grundlage

Das US-Autobauer Tesla will in seinem einzigen europäischen Werk in Grünheide bei Berlin einen Stellenabbau prüfen, wies zugleich aber Berichte über 3000 betroffene Stellen in der Fabrik zurück. Tesla-Chef Elon Musk will angesichts der Flaute am Markt für Elektroautos und schwacher Verkäufe weltweit mehr als jede zehnte Stelle im Unternehmen streichen, wie er in einer internen E-Mail mitgeteilt hatte. «Wir sind davon überzeugt, dass nur eine effiziente und schlanke Organisation für zukünftige Herausforderungen gut aufgestellt ist. Unsere Erfahrung zeigt, dass dieses Vorgehen maßgeblich zu unserem Erfolg beiträgt», teilte eine Sprecherin von Tesla in Grünheide auf Anfrage am Dienstag mit. 

Zum angekündigten Stellenabbau hieß es: «Diese Maßnahme prüfen wir und werden sie für die Gigafactory Berlin-Brandenburg vor dem Hintergrund aller arbeitsrechtlichen und mitbestimmungspflichtigen Erfordernisse unter Einbeziehung des Betriebsrates verfolgen.» Die in Medienberichten genannte Zahl von 3000 betroffenen Stellen «entbehrt dabei jeder Grundlage». Angaben, wie viele Stellen beim E-Autobauer in Grünheide betroffen sein könnten, gab es zunächst nicht. In dem Werk in Grünheide arbeiten inzwischen mehr als 12 000 Menschen. 

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