dmt Arena in Hannover: Praxis zählt!

Fragen zur Mobilität der Zukunft gibt es genug, zum Beispiel: Warum ist der kleine Ort Steyerberg in Niedersachsen so wichtig für die Elektromobilität? Welche Rolle spielt E bei der Energiewende? Wem gehört die Stadt? Wie kann der Planet für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben? Die Antworten darauf und vieles mehr stand im Fokus der zweiten dmt Arena, die am 1. Oktober 2020 im HCC in Hannover stattfand.

Heimlicher "Star" der Veranstaltung war der neue VW ID.3, der Elektromobilität praktisch erlebbar machte. | Foto: dmt Arena
Heimlicher "Star" der Veranstaltung war der neue VW ID.3, der Elektromobilität praktisch erlebbar machte. | Foto: dmt Arena
Gregor Soller

Trotz Corona fanden rund 150 Besucher fanden den Weg zu der Veranstaltung, bei der man Technologien und Produkte begutachten, kennenlernen und ausprobieren konnte. Zur gleichen Zeit fanden in der Niedersachsenhalle ab 13 Uhr sechs Vorträge sowie ab 18 Uhr zwei Podiumsdiskussionen statt. Parallel wurde das Programm auf der Bühne live auf dem DMT-Youtube-Kanale gestreamt, wo alle Vorträge und die Diskussionen weiterhin abrufbar sind.

Parallel zum Vortragsprogramm gab es eine Ausstellung und ein Testfahrtprogramm: Das Spektrum der Technologien und Fahrzeuge, die gezeigt wurden, reichte vom eRockit, der wilden Mischung aus Leichtkraftrad und Fahrrad, bis hin zu einem umgerüsteten Transporter VW T6. Dass in Niedersachsen der neue Volkswagen ID.3 da nicht fehlen durfte, versteht sich schon von selbst. Mitgebracht hatte ihn das Volkswagen-Autohaus Hannover. VW-Verkaufsberater Michael Eickmeier freute sich dann auch:

„Die Probefahrten werden sehr reichlich angenommen. Die Veranstaltung heute finde ich sehr professionell in dem, was hier gezeigt und gemacht wird.“

Auf der Brennstoffzellentechnologie basieren hingegen der Toyota Mirai und der Hyundai Nexo, die ebenfalls zu fahren waren und die vom Autohaus Ahrens beigesteuert wurden. Die Wasserstofffahrzeuge standen für Testfahrten zur Verfügung und sorgten bei vielen Besuchern für Interesse und Begeisterung, zumal sie auf öffentlichen Straßen immer noch rar sind.

Neue Mobilität muss in der Praxis erlebt werden

In der Niedersachsenhalle begleitet wurden die Vorträge von Infoständen der Partner der DMT Arena, an denen man sich zusätzlich informieren konnte, wie etwa am Stand von hannoverImpuls, die gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft von Landeshauptstadt und Region Hannover. “Neue Mobilitätsalternativen – insbesondere Antriebs- und Fahrzeugkonzepte – muss man erleben. Über neue Denkansätze will man sich austauschen. Und aus Gesprächen entwickeln sich Netzwerke. Hierzu brauchen wir heute und in Zukunft reale Events wie dieses”, erklärte Gernot Hagemann, Projektleiter Branchenentwicklung bei hannoverImpuls. Und er fügte an:

„Wir sehen, dass Elektromobilität ein exponentielles Wachstum hinlegt. Der Gesamtmarkt ist allerdings noch unterentwickelt. Eine Veranstaltung wie diese, die den Rundumblick bietet, muss weitergeführt werden.“

Spannende Podiumsdiskussionen über Innenstädte, den ländlichen Raum und Pendlerströme

Mit Spannung erwartet wurden die beiden Podiumsdiskussionen zu den Themen „E-Mobilität im Aufwind“ und „Wem gehört die Stadt? – Vergessen wir den ländlichen Raum?“ Während es in ersterer Diskussion vor allem um den Aufbau der batterieelektrischen Mobilität ging, drehte sich die zweite Diskussionsrunde um die Frage, wie man die Innenstädte lebenswerter machen, die Pendlerströme sinnvoll lenken und den ländlichen Raum besser an die Städte anbinden kann. So beklagte Heinz-Jürgen Weber, Bürgermeister des Fleckens Steyerberg in Niedersachsen, dass der ländliche Raum vergessen würde und die Gemeinden sich selber etwas einfallen lassen müssten: „Bei uns geht ein Bus einmal die Stunde, und abends ist um 20 Uhr Schluss“. Dem stimmte Swantje Michaelsen; Regionalabgeordnete der Grünen und Geschäftsführung beim ADFC, zu:

„Wir müssen an die Infrastruktur ran, um auf das Fahrrad oder den ÖPNV umsteigen zu können“.

Es ging aber auch um die Frage, ob und wann sich der ÖPNV vom Corona-Schock erholen würde und wie er infektionssicher gemacht werden könne. Bestimmt wurde die spannende Podiumsdiskussion zur E-Mobilität vom Streit darüber, ob die batterieelektrische oder die Brennstoffzellen-Technologie im Auto die Technologie der Zukunft ist. Während Oliver Braune von der NOW darauf hinwies, dass sich in Sachen Wasserstoff-Infrastruktur einiges getan habe, konterte Markus Emmert, Vorstand des BEM, dass die Brennstoffzelle im Pkw keine Zukunft habe und verwies auf die enormen Kosten für eine Wasserstoff-Tankstelle sowie den langen Pausen zwischen den Tankvorgängen. Sein Wunsch für die Zukunft war trotzdem klar:

„Wir müssen uns an die Elektroauto-Technologie rantrauen.“

Der Stream ist auch live zu sehen unter:

https://youtu.be/9DsVY5ATTsk

Was bedeutet das?

Die dmt Arena zeigte ganz klar: Die Mobilitätswende gelingt am ehesten und besten, wenn man sie den Menschen in der Praxis zeigt und sie zu Diskussionen darüber einlädt – denn auch oder trotz Corona gilt: Theorie ist gut, aber Praxis ist immer besser.

 

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