Digital Charging Solutions: bp steigt als neuer Stakeholder ein

Neben BMW und Daimler Mobility als Mehrheitseigner steigt jetzt auch der Mineralölkonzern beim Münchener Ladenetzspezialisten ein - und will damit seine Transformation weg von Fossil vorantreiben.

Strom statt Sprit: Strom statt Öl: Der bp-Konzern beteiligt sich am Ladenetzspezialisten DCS und will damit auch die Auslastung seines Schnellladenetzes verbessern. | Foto: bp
Strom statt Sprit: Strom statt Öl: Der bp-Konzern beteiligt sich am Ladenetzspezialisten DCS und will damit auch die Auslastung seines Schnellladenetzes verbessern. | Foto: bp
Johannes Reichel

Der Mineralöl- und Energiekonzern bp hat angekündigt, ein Drittel der Anteile an der Digital Charging Solutions GmbH (DCS) übernehmen zu wollen. Damit gewänne das Münchener Unternehmen, das hinter den Ladediensten Charge Now und Mercedes me Charge steckt, einen dritten großen Shareholder. Die strategische Beteiligung werde einen wichtigen Schritt für die weitere Entwicklung der E-Mobilität markieren und der DCS eine Vielzahl neuer Möglichkeiten auf dem Weg zu einem weltweit führenden Dienstleister für Ladelösungen eröffnen, glaubt man bei DCS. Die BMW Group und Daimler Mobility AG blieben aber gemeinsam Mehrheitseigner. Zudem steht die Transaktion unter dem Vorbehalt der behördlichen Prüfung.

DCS hofft, das Angebot auf ein neues Niveau heben zu können

Stand Heute bietet die DCS Automobilherstellern und Flottenkunden Zugang zu 228.000 Ladepunkten in 32 Märkten. Durch die neue Partnerschaft mit bp hofft man, das Produktangebot um kombinierte Tank- und Ladelösungen erweitern und den Zugang zur Ladeinfrastruktur auf ein neues Niveau heben zu können. Man verweist auf die Mobilitätskompetenz von bp und das langfristige Engagement für E-Mobilität. So wollen die Münchener ihre Wachstumsstrategie beschleunigen, die starke Marktposition ausbauen und ihre Rolle als wichtiger Treiber der E-Mobilität forcieren, wie es heißt. Neben Vorteilen für Nutzer der Ladeservices bringe die Zusammenarbeit auch "einen weiteren entscheidenden Beitrag zum weltweiten Erfolg der Elektromobilität", versichert das Unternehmen. 

„Mit bp als Mitgesellschafter werden wir die Möglichkeit haben, Zugang zu neuen Märkten und Kooperationen zu erhalten und unser Netzwerk mit besonders attraktiven und nutzerfreundlichen Ladestandorten weiter auszubauen. Wir freuen uns darauf, das Tankstellen- und Ladestationsnetz von bp und Aral in unser Netzwerk zu integrieren“, kommentiert Jörg Reimann, CEO der Digital Charging Solutions GmbH, die Zusammenarbeit mit dem Mineralölkonzern.

Richard Bartlett, bei bp verantwortlich für den Bereich „Future Mobility & Solutions" äußert die Absicht, das Laden so bequem, schnell und zuverlässig wie das Tanken an der Zapfsäule zu machen. Die Zusammenarbeit mit der BMW Group und der Daimler Mobility AG in der DCS sei dabei ein wichtiger Fortschritt, verbunden mit dem Ausbau des Ultraschnellladenetzes, das derzeit auch unter Aral-Markendach forciert wird. Er führt auch den Zugang zu einem größeren Kundenstamm an, was die Auslastung des Netzwerks steigern soll.

Erster Schritt: bp-Ladenetz wird in DCS-App integriert

Bestandteil der Vereinbarung ist, dass in einem ersten Schritt das europäische Ladenetz von bp/Aral und das Tank- und Ladeangebot für Flottenbetreiber in die DCS Software integriert werden soll. Der Ausbau der E-Mobilität ist zentraler Bestandteil der Mobilitätsstrategie von bp: Das Unternehmen strebt an, sein Netz an öffentlichen Ladepunkten für Elektrofahrzeuge bis 2030 auf über 70.000 weltweit auszubauen. Aktuell betreibt das Unternehmen 8.700 Ladepunkte in Europa. Auch in Deutschland baut das Unternehmen unter der Marke Aral pulse sein Netz an ultraschnellen Ladepunkten an Aral Tankstellen aus. Bis zum Jahresende sollen 500 Ladepunkte mit bis zu 350 Kilowatt Ladeleistung installiert sein.

Kernkompetenzen will man treu bleiben

Auch nach dem beabsichtigten Einstieg des neuen Shareholders werde die DCS weiterhin auf ihre Expertise im Bereich der digitalen Ladelösungen setzen und ihren OEM- und Flottenkunden sowie Fahrern von Elektrofahrzeugen bestmögliche Ladenetz-Abdeckung, Funktionalität und Qualität in ganz Europa und Japan bieten, beteuern die Münchener. Kunden und Partner sollen aber perspektivisch von einem noch größeren und vielfältigeren Produktportfolio sowie der Expansion in neue Märkte profitieren.

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