Die Digitalisierung der Logistikbranche kommt nur langsam voran

Start-ups präsentieren neue digitale Geschäftsmodelle auf der Messe Hypermotion.

Die Messe Hypermotion soll als Beschleuniger der Digitalisierung und Vernetzung in der Logistikbranche dienen. | Grafik: Messe Frankfurt
Die Messe Hypermotion soll als Beschleuniger der Digitalisierung und Vernetzung in der Logistikbranche dienen. | Grafik: Messe Frankfurt
Gregor Soller

Der aktuelle Digitalisierungsgrad in der Logistikbranche ist noch nicht sehr hoch: in einem Branchenvergleich landet sie auf dem zehnten Platz und ist damit das Schlusslicht im Ranking der zehn untersuchten Wirtschaftssektoren. Das ist das Ergebnis der Studie „Branchenatlas Digitale Transformation“, die das Digital Intelligence Institute im Auftrag der D.velop-Gruppe durchgeführt hat. Die größten Defizite der Logistikbranche liegen laut der Studie im strategischen Bereich. Nur 18 Prozent der befragten Logistikbetriebe messen der digitalen Transformation strategisch eine elementare Bedeutung bei. Bei allen anderen ist unklar, wer die strategische Entwicklung vorantreibt und dafür verantwortlich ist. Auch dass weiterhin viel Papier genutzt wird, sei ein Hemmnis für die digitale Transformation.
Nach der Studie sind nur in jedem fünften Logistikunternehmen die Geschäftsprozesse zu 80 Prozent und mehr vornehmlich digital organisiert und frei von Medienbrüchen. Außerdem ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in digitale Geschäftsmodelle nicht besonders ausgeprägt: Nur 17 Prozent haben aktuell zusätzliche Mittel für Projekte zur digitalen Transformation eingeplant. Spitzenreiter beim Digitalisierungsgrad sind im Branchenvergleich die Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie. Mit einem deutlichen Abstand folgen Banken und Versicherungen, die Medien- und Unterhaltungsindustrie, gefolgt von der Elektronikindustrie.

Start-ups wollen die Schnittstelle zu neuer Logistik bilden

Mit der Digitalisierung von Prozessen in der Logistik haben sich einige junge Unternehmen und innovative Start-ups intensiv beschäftigt und digitale Geschäftsmodelle entwickelt, die sie auf der Hypermotion vom 20. bis 22. November 2017 präsentieren. Darunter unter anderem das Münchner Technologie Start-up Loadfox - eine „Mitfahrzentrale“ für Fracht. Ein intelligenter Algorithmus soll Teilladungen zu profitablen Touren kombinieren. Dadurch werden bestehende LKW-Kapazitäten optimal genutzt. Mesaic Technology GmbH, ein Start-up aus Hamburg, hat eine eigene Plattform entwickelt, die Dienstleister und Kunden online intelligent im Messenger miteinander vernetzt. Metrilus GmbH hat derweil ein System zur automatischen Frachtvermessung entwickelt. Mit Hilfe von mehreren Echtzeit 3D-Kameras und Sensoren lassen sich mit einer App Pakete und sogar komplette Paletten dimensionieren, um deren Länge, Breite und Höhe innerhalb von Sekunden zu berechnen. Eine Anbindung an vorhandene Systeme, wie zur Gewichtsermittlung ist problemlos möglich. Das Start-up M2MGo hat sich dem Thema „einfacher und schneller Vernetzung“ verschrieben, um Rohdaten in Echtzeit zu verarbeiten. Mit dem Enterprise-Content-Management-System können auch Nicht-Programmierer ohne zu programmieren, individuelle und komplexe Anwendungen, Portale und Apps im Bereich des Internet der Dinge/Industrie 4.0 so simpel wie mit einem Baukasten per Drag & Drop erstellen. Zudem können Legacy Systeme sowie Gerätedaten und API´s einfach integriert werden. Auf der Hypermotion können sich junge deutsche Unternehmen auf einem Start-up Areal zu besonders günstigen Konditionen präsentieren. Mit dem Smart Mobility & Integrated Logistics Experiments Labs (SmileX Lab) wird die Hypermotion zum Zukunftslabor, in dem neue Lösungen für intelligente Transportsysteme entwickelt werden. Im Rahmen eines ITS-Hackathons, der sich an Software-Entwickler richtet, werden neue Applikationen für die intelligente Vernetzung in Smart Regions direkt vor Ort programmiert. Ein weiterer Bestandteil des Smilex Labs sind TED-Talks und ein Karrieretag zur Innovations- und Nachwuchsförderung. Den Abschluss des smileX-Labs bildet ein Melt-Down, bei dem unter anderem die im Hackathon entwickelten Lösungen und Konzepte für die Mobilität 4.0 vorgestellt werden.

Was haben die Kunden davon?

Eine breite Plattform: Das Hypermotion Future Lab vereint Konferenzen, Fachmesse, Think Tank sowie Showcases im Außengelände und Technical Visits bei Unternehmen und Instutionen in der Region. Dabei treffen etablierte Unternehmen aus der Verkehrs- und Logistikbranche auf Mobilitätspioniere und Visionäre, Start-ups, Wissenschaftler und weitere Experten.

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