Deutschland – Elektrobusförderland

Weitere 600 Millionen Euro für die Verkehrswende – Bundesverkehrsminister Volker Wissing übergibt erneut Förderbescheide für die Beschaffung von klimafreundlichen Bussen.

Auch die bayerische Landeshauptstadt München erhält weitere Fördergelder, um ihre E-Busflotte weiter aufzustocken – im Bild ein Ebusco-Stromer, der auf der komplett elektrisch betriebenen Buslinie 144 im Einsatz ist. (Foto: MVG)
Auch die bayerische Landeshauptstadt München erhält weitere Fördergelder, um ihre E-Busflotte weiter aufzustocken – im Bild ein Ebusco-Stromer, der auf der komplett elektrisch betriebenen Buslinie 144 im Einsatz ist. (Foto: MVG)
Redaktion (allg.)
von Martina Weyh

Nachdem die Hamburger Verkehrsunternehmen erst kürzlich mit rund 160 Mio. Euro an Fördergeldern bedacht wurden, macht das Bundesverkehrsministerium weiter Tempo bei der Vergabe von Fördergeldern für den Umbau der Stadtbusflotten in Deutschland – weitere 600 Mio. Euro hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing auf den Weg gebracht.

Mit den Fördermitteln im Rahmen der neuen „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ sollen die Verkehrsunternehmen bei der Beschaffung von rund 1.700 emissionsfreien Bussen samt dazugehöriger Wartungs- und Ladeinfrastruktur unterstützt werden – auf dem Bestellzettel stehen rund 1.400 Batterie-, 150 Brennstoffzellen-, 50 Oberleitungs- und 100 Gas-Busse.

„Gerade in Städten, in denen viele Busse unterwegs sind, können alternative Antriebe enorm dazu beitragen, den CO2-Ausstoß, den Schadstoffausstoß und den Lärm zu reduzieren – und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Daher unterstützen wir gezielt die Umstellung von Dieselbussen auf alternative Antriebe. Künftig werden 1.700 klimafreundliche, leise, hochmoderne Busse deutschlandweit unterwegs sein – und der fahrende Beweis dafür sein, dass moderne Mobilität ein Gewinn für Bürgerinnen und Bürger, das Klima und die Wirtschaft ist. Unser Ziel ist, dass 50 % der Stadtbusse bis 2030 mit alternativen, klimafreundlichen Antrieben unterwegs sind. Es freut mich, dass die Verkehrsunternehmen diese große Herausforderung gemeinsam mit uns angehen“, so Bundesverkehrsminister Volker Wissing.

Folgende acht Verkehrsunternehmen und Gesellschaften erhielten vom BMDV heute Förderbescheide (inkl. Planzahlen zu Fahrzeugen):

  • KVG Kieler Verkehrsgesellschaft mbH: 50 Batteriebusse
  • Stadtwerke München GmbH: 71 Batteriebusse
  • Transdev GmbH Berlin: 325 Batteriebusse, 40 Brennstoffzellenbusse, 110 Biomethanbusse
  • Bremer Straßenbahn Aktiengesellschaft: 50 Batteriebusse
  • Stadt Esslingen am Neckar: 51 Batterie-Oberleitungsbusse
  • AeroGround Flughafen München GmbH: 72 Batteriebusse
  • Berliner Verkehrsbetriebe (BVG): 350 Batteriebusse
  • Regionalverkehr Köln GmbH: 108 Brennstoffzellenbusse

Die aktuellen Übergaben der Förderbescheide bildeten den Auftakt der Bearbeitung des ersten Aufrufs aus dem vergangenen Jahr, heißt es aus dem BMDV. Weitere Anträge seien derzeit in der Bearbeitung, in Planung ist auch der zweite Förderaufruf, der noch im zweiten Quartal 2022 veröffentlicht werden soll.

Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen

Seit 2021 fördert das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Personenverkehr“ die Umstellung von Busflotten auf klimafreundliche Antriebe. Bis 2024 stehen hierfür Mittel in Höhe von rund 1,25 Mrd. Euro zur Verfügung, ergänzende Mittel sind für 2025 vorgesehen.

Das Förderprogramm ist technologieoffen gestaltet, um für jeden Einsatzkontext die passende Technologieoption zur Verfügung zu stellen. Im Fokus steht der Umstieg auf batterieelektrische und brennstoffzellenbasierte Busse. Der Bund übernimmt bis zu 80 % der Mehrkosten, die gegenüber konventionellen Vergleichsfahrzeugen entstehen – und auch der Aufbau der jeweils notwendigen Infrastruktur ist Teil der Förderung. Förderfähig sind darüber hinaus Machbarkeitsstudien, die ermitteln, wie am jeweiligen Standort die Umstellung auf alternative Antriebe gelingt.

Was bedeutet das?

Der ÖPNV ist leider (fast) immer und überall ein Zuschussgeschäft - gleichzeitig aber auch Treiber neuer Mobilität - und fährt so in Sachen Mobilitätswende vorweg. Weshalb die Fördergelder hier besser angelegt sind als in anderen zweifelhaften Geldgeschenken.

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