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Deutsche Post: Kein Käufer für StreetScooter in Sicht

Nachdem VW und Schaeffler einem Kauf der E-Nutzfahrzeugtochter des Logistikers abgewunken haben und ein Börsengang verworfen wurde, sind jetzt eher Privatpersonen im Gespräch. Initiator Günther Schuh soll ein Angebot für 300 Millionen Euro abgegeben haben.

Auch auf der transport logistic 2019 in München stellte StreetScooter mit einem eigenen Stand aus. Man verwies für strategische Informationen allerdings auf die Mutter DPDHL. | Foto: J. Reichel
Auch auf der transport logistic 2019 in München stellte StreetScooter mit einem eigenen Stand aus. Man verwies für strategische Informationen allerdings auf die Mutter DPDHL. | Foto: J. Reichel
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Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Nach Zeitungsberichten versucht die Deutsche Post DHL weiterhin, ihre Elektro-Nutzfahrzeugtochter StreetScooter zu veräußern. Nach den Absagen von Volkswagen und dem Zulieferkonzern Schaeffler und dem Verwerfen eines mal angedachten Börsengangs sollen jetzt aber eher Privatpersonen als Käufer in Frage kommen. Darüber hatte Die Welt in Berufung auf einen Meldung des Manager Magazins berichtet. Dem Vernehmen nach soll der einstige Initiator der Marke und des Fahrzeugs und jetzige CEO der Elektroauto-Marke eGO aus Aachen, Günther Schuh, Interesse am Kauf und dafür rund 300 Millionen Euro angeboten haben. Offenbar hat der Post-Konzern auch die Investment-Bank Goldman Sachs mit einer Wertermittlung sowie Käufersuche für die Elektro-Marke beauftragt. Der Hersteller betreibt mittlerweile zwei Werke und bietet eine Kapazität von 20.000 Fahrzeugen pro Jahr. Neben der Post sind mittlerweile auch freie Gewerbetreibende in der Bau- und Kommunalwirtschaft oder der Lebensmittellogistik Abnehmer der frei vertriebenen Elektrogefährts. Auch das ebenfalls aus dem Umfeld der RWTH Aachen stammende, werbefinanzierte E-Nutzfahrzeug-Sharing-Start-Up UZE hatte 500 Exemplare des Work bestellt.

Ob Kooperationspartner Ford in Frage käme, wird nicht kommentiert

Zudem besteht eine enge Kooperation mit Ford, bei der im Ford-Werk Köln-Niehl die Ford Transit-Fahrgestelle ohne Triebstrang mit einem KEP-Kofferaufbau und einem Elektro-Antriebsstrang versehen werden und als StreetScooter Work XL vom Band rollen. Jüngst wurde auch eine weitere Kooperation mit Ford gestartet, bei der man die Transit-Kastenwagen auf Brennstoffzellenantrieb umrüstet. Dieses Modell ist vorerst exklusiv für die Deutsche Post im Einsatz mit 100 Exemplaren, die ab 2020 in den Einsatz gehen sollen. Darüber ob der Partner Ford nicht Interesse an einer Übernahme des E-Nutzfahrzeugspezialisten hätte, schweigen sich die Beteiligten allerdings aus. Das sei derzeit nicht aktuell und man kooperiere punktuell, hieß es am Rande der Vorstellung des Modells Work XL im Kölner Werk im November 2018.

„Die Kooperation mit StreetScooter und Deutsche Post DHL Group ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe, bei der beide Seiten ihre Kompetenzen in die Waagschale werfen“, erklärte Jörg Beyer, Geschäftsführer Produktentwicklung der Ford-Werke GmbH.

StreetScooter als agiles Unternehmen und Marktführer im Bereich elektrischer Nutzfahrzeuge in Deutschland bringe Kompetenz bei der Entwicklung von E-Transportern ein. Und Ford wisse, wie man Nutzfahrzeuge in Serie baut, meinte Beyer. Die komplette Produktionslinie für den Work XL hat Ford innerhalb weniger Monate realisiert.

Auch auf der transport logistic in München war die Marke StreetScooter sowohl bei der Deutschen Post als auch mit einem eigenständigen Auftritt präsent, auf dem man unter anderem eine Kühl-Version mit elektrischem Kühl-Aggregat von Webasto zeigte. Für strategische Informationen über die weitere Planung verwiesen die Mitarbeiter allerdings auf den Mutterkonzern.

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