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Der Volkswagen Konzern bleibt beim Thema CNG auf dem Gas

Gemeinsam mit Industriepartnern aus den Bereichen Gasversorgung, Netz- und Tankstellenbetrieb möchte man dem Thema CNG diesmal zum Durchbruch verhelfen.

Am unteren Ende der Modellpalette schob der Konzern Seat Ibiza und VW Polo als Erdgasversionen nach. | Foto: VW
Am unteren Ende der Modellpalette schob der Konzern Seat Ibiza und VW Polo als Erdgasversionen nach. | Foto: VW
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Gregor Soller

Das Thema „Erdgas“ respektive CNG macht seit zig Jahren die Runde – ohne, dass es bisher zum Durchbruch gekommen wäre. Der Dieselskandal hat es allerdings auch und gerade beim Volkswagen-Konzern wieder befeuert. Einige Monate nach dem Start der Informationsoffensive mit den sogenannten „CNG Mobility Days“ in Hamburg konnte das Aktionsbündnis eine Steigerung des Stellenwerts von CNG (Compressed Natural Gas) verzeichnen, nachdem das Interesse bis zur Jahresmitte weiter auf sehr niedrigem Niveau verharrte.

Seit Juli 2017 liegt die Zahl der neu zugelassenen CNG-Fahrzeuge in Deutschland Monat für Monat deutlich über dem Vorjahresniveau. Entsprechend kündigten die Unternehmen zu den CNG Mobility Days in Essen weitere Schritte an. Der Volkswagen-Konzern schob am unteren Ende der Palette den VW Polo TGI und den SEAT Ibiza 1.0 TGI nach und belohnt den Umstieg auf ein CNG-Fahrzeug mit einem Sonderbonus. Damit bietet der Konzern jetzt 16 CNG-fähige Modelle an. Dazu kommen Erdgas-Lkw von Scania und CNG-Busse von MAN.

Gemeinsam mit den im Industriekreis CNG-Mobilität zusammengeschlossenen Partnern strebt der Volkswagen Konzern an, die Zahl der in Deutschland zugelassenen CNG-Fahrzeuge bis zum Jahr 2025 auf rund eine Million zu verzehnfachen, wobei der Konzern die Hälfte dazu beisteuern möchte. Dazu muss auch das Tankstellennetz wieder dichter geknüpft werden: Es soll von derzeit rund 860 auf etwa 2000 Stationen erweitert werden.

Dabei setzen die Industriepartner auf ein Aktionsbündnis, das neben dem Volkswagen Konzern Unternehmen aus den Bereichen Erdgasförderung, Gasnetzbetrieb und Tankstellen umfasst. Der Industriekreis ist offen für weitere Partner. Zuletzt trat der Biomethan-Hersteller Verbio bei: Das Unternehmen betreibt unter anderem drei großtechnische Anlagen zur Herstellung von Biomethan aus Reststoffen, darunter auch die weltweit erste Anlage zur Produktion von Biomethan aus 100 Prozent Stroh. Der steigende Anteil an Biomethan unterstreicht den ökologischen und zukunftsfähigen Charakter von CNG als Antriebsenergie für individuelle Mobilität.

Dieses Potenzial spielt auch bei der politischen Bewertung der CNG-Mobilität eine zunehmende Rolle. Ein klares Signal dafür ist die vom Bundestag beschlossene Verlängerung der Steuerbegünstigung von Erdgas bis 2026, die den Besitzern von Fahrzeugen mit CNG-Antrieb auch zukünftig eine kostengünstige Versorgung mit Kraftstoff gewährleistet. Das sieht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel so: „Mit Erdgasautos kann man, wenn man es richtig macht, 80 Prozent der CO2-Emissionen einsparen." erklärte die Regierungschefin während ihres Besuchs auf der IAA.

Was bedeutet das?

Der Volkswagen-Konzern unternimmt wieder mal einen Anlauf in Sachen CNG. Der in der Tat nur mit einem breiten Bündnis aus Industrie und Infrastruktur glücken kann. Denn das zu dünne Tankstellennetz, das in den letzten Jahren sogar wieder schrumpfte, erwies sich als eines der größten Hindernisse. Dazu kommt, das CNG als „fossiler Brennstoff“ nicht in den aktuellen Elektrifizierungshype passt – obwohl CNG sogar CO2-neutral erzeugt werden kann. Der Weg bleibt steinig, bietet aber Potenzial.

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