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Der neue VW Polo - zum Niederknien gut?

Ob Polo jetzt eine echte und günstige Golf-Alternative sein kann, soll die eine erste Präsentation in Berlin klären.
Zum Niederknien gut? Nach Willen von VW-CEO Herbert Diess soll der neue Polo Maßstäbe in seinem Segment setzen. | Foto: HUSS-Verlag Gregor Soller
Zum Niederknien gut? Nach Willen von VW-CEO Herbert Diess soll der neue Polo Maßstäbe in seinem Segment setzen. | Foto: HUSS-Verlag Gregor Soller
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Gregor Soller

Im Flotten- wie im Privatgeschäft bleibt der Golf Wolfsburgs Topseller – wenngleich ihm der Polo mit jeder neuen Generation näher rückt – oder nachfolgt, je nach Sichtweise. Die jüngste Generation, die auf Volkswagens A0-Plattform steht, wuchs mit 4,05 Meter Länge weiter in Richtung des einstigen Golf IV, den er dank geschickter Raumausnutzung bei den Innenabmessungen überbietet. Außerdem legte VW bei Assistenz- und Sicherheitssystemen sowie den Individualisierungsmöglichkeiten nach. Kann der neue Polo für Flotten und Vielfahrer eine günstigere und sexy Alternative zum Golf sein?

Steigen wir ein und prüfen nach. Was das Raumangebot angeht ja: Vier 1,9-Meter Passagiere finden entspannt Platz und der Kofferraum wuchs um rund 25 Prozent oder 70 Liter auf 351 Liter. Damit geht der Polo auch als vollwertiger Familienwagen durch, sofern sich alle Mitreisenden auf mittelgroße Taschen einigen können. Auch die Assistenzsysteme machen Sinn und qualifizieren den Polo für tägliche Flottenarbeit, auch wenn man hier höhere Ausstattungsniveaus und ein paar Euro für Extras investieren muss. Die Doppelkuppler beschleunigen und bremsen im City-Stopp-and-go und halten nötigenfalls an, der Front-Assist erkennt Fußgänger und der Parkassistent hilft beim Einfädeln in enge Lücken und soll vor Pollern stoppen. Und am Heck erkennt der Polo auch Querverkehr, falls man senkrecht aus einer Lücke reversieren muss und wegen ein daneben parkender Transporter den Verkehr komplett verdunkelt. Beim Infotainment feiert das Active Info Display der zweiten Generation Premiere und ist optisch nett mit dem bis zu acht Zoll großen Zentralscreen verbunden. Das bietet fürs Radio jetzt wieder einen Dreh-Drückknopf, lässt sich sonst weiter einfach und absolut logisch bedienen. „Reinsetzen und losfahren“ sollte hier wirklich klappen, danke VW! Auch bei den Online-Services hat VW „nachgeladen“; Unter „we.vw.com“ kann man zum Beispiel in Berlin schon bargeldlos per App parken. Da rückt der Polo dem Golf als Firmen- und Flottenliebkling tatsächlich auf die Pelle.

Deutlich weniger innovativ kommt er beim Design, den Motoren und der Materialqualität rüber: Die optische Weiterentwicklung fand nur dezent statt: Der aus der Flanke wachsende Blechfalzwulst demonstriert zwar Präzision und fast schon origamihafte Blechfalzkunst, sorgt aber nur für unnötige Unruhe und wirkt aufgesetzt. Unter der Haube wird nichts elektrifiziert (das wird laut VW-CEO Herbert Diess auch beim nächsten Golf nicht mehr passieren), stattdessen müssen es neun Verbrenner richten: Die 1,0-TSI-Dreizylinder-Benziner leisten zwischen 65 und 115 PS, dazu kommen zwei Vierzylinder (1,5 TSI mit 150 PS und 2,0 Liter mit 200 PS für den GTI), sowie zwei 1,6-Liter-TDI Selbstzünder, die SCR-gereinigt 80 oder 95 PS leisten. Alternativantrieb ist der 90-PS-TGI für CNG. In Sachen Materialqualität erhebt sich der neue Polo nicht so massiv über das Segment wie gedacht – denn um 12.975 Euro brutto Startlistenpreis zu erzielen, muss man jeden Cent dreimal umdrehen und bei Details wie Türverkleidungen oder Kofferraumauskleidung: Aber: Der farblich absetzbare Armaturenträger punktet mit hinterschäumter "Einrahmug".

Was bedeutet das für die Kunden?


Mit 95-PS-TDI und Sieben-Gang-DSG kann ein vollausgestatteter Polo durchaus als sparsamer Kilometer- und damit auch Golffresser funktionieren. Auch der 150-PS-TSI darf als kräftiger moderner Antrieb gelten. Ob sich der 90-PS-CNG durchsetzen kann, wird sich zeigen. Insofern bleibt das ganz große Wow-Erlebnis aus: Der neue Polo ist einmal mehr ein raumeffizienter, norddeutsch durchdachter und damit sehr gut gemachter Evoluzzer. Für Revolutionen wird stattdessen die I.D.-Familie zuständig sein!

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