Der Ford Mustang Mach-E taugt gut als Elektrotaxi

Bei kurzen Probefahrten gefielen das gute Raumangebot und die kräftigen, leisen Elektroantriebe, während das Fahrwerk etwas weniger straff abgestimmt sein dürfte.

Der Ford Mustang Mach-E ist vom Platzangebot und der Reichweite her eine interessante Basis für ein Elektrotaxi oder einen elektrisch angetriebenen Mietwagen. (Foto: Dietmar Fund)
Der Ford Mustang Mach-E ist vom Platzangebot und der Reichweite her eine interessante Basis für ein Elektrotaxi oder einen elektrisch angetriebenen Mietwagen. (Foto: Dietmar Fund)
Redaktion (allg.)
von Dietmar Fund

Nach dem Auslaufen des Mittelklassemodells Ford Mondeo und dem bevorstehenden Ende der auf seiner Bodengruppe basierenden Großraumtaxis S-Max und Galaxy haben die Kölner bald nur noch Taxis, die auf ihren Nutzfahrzeugen aufbauen. Wegen des bald nötigen Antriebswechsels könnte in diese Bresche aber der batterieelektrisch angetriebene Ford Mustang Mach-E springen. Das zeigten erste Probefahrten, die taxi heute am 15. Mai 2022 bei der Elektro-Road-Show von Ford im Hügelland rund um Fürstenfeldbruck unternehmen konnte.

Die Version „Extended Range“ mit großer 98,7-kWh-Batterie, Heckantrieb, 216 kW/294 PS und einer nach WLTP gemessenen Reichweite von bis zu 610 Kilometern ist auch im Drive-Modus „zahm“ noch kraftvoll unterwegs und hat für den Einsatz als Taxi oder Mietwagen mehr als genug Power. Diesen Modus kann man wie zwei andere und das Fahren mit nur einem Pedal über den riesigen Touchscreen dauerhaft einstellen. Die zweite gefahrene Version mit Allradantrieb hat dieselbe Batteriegröße und dürfte auf nasser oder glatter Fahrbahn ihre satte Leistung von 258 kW/351 PS noch besser auf die Fahrbahn bringen. Mit Allradantrieb schwindet die Norm-Reichweite aber auf 540 Kilometer, die immer noch respektabel sind.

Ford bezeichnet den Mustang Mach-E als „Crossover-SUV“. Man könnte ihn von der angenehm leicht erhöhten Sitzposition und dem Raumangebot her am ehesten mit dem Kia EV6 oder dem Hyundai Ioniq 5 vergleichen. Wenn die Vordermänner ihren Sitz nicht ganz abgesenkt und ganz nach hinten gerückt haben, was nur ganz lange Lulatsche tun müssen, hat man dahinter noch viel Kniefreiheit und kann seine Füße unter die Vordersitze strecken. Wegen des ebenen Bodens kann man auch auf dem Mittelsitz passabel sitzen. Dorthin muss man aber erst einmal kommen. Die elektrischen Öffnungstasten der vier Türen muss das Fahrpersonal erklären. Vorne hat man nach dem Öffnen immerhin eine kurze Griffleiste, aber hinten muss man die Taste erst suchen und dann an der Türe selbst greifen. Den Kofferraum kann man wie üblich nur durch Umklappen der Rücksitzlehne erweitern. Im Fach darunter lassen sich Ladekabel ebenso verstauen wie im Frunk unter der kurzen, gut einsehbaren Haube.

Die in manchen Lagen etwas zu leichtgängige, nervös reagierende Servolenkung verträgt noch Feinabstimmung. Das gilt auch für das Fahrwerk. Mit den bei den Testwagen aufgezogenen Sommerreifen der Dimension 225/60 R 18 V rollte der Elektro-Mustang nicht sehr geschmeidig über kurze Bodenwellen und es rumpelte auf schlechter Wegstrecke.

Interessierte Leserinnen und Leser können eine Preisliste vom März 2022 als pdf-Datei im Downloadbereich dieser Meldung herunterladen.

In der zweiten Juni-Hälfte wird taxi heute einen Mustang Mach-E ausführlich testen.

Wann die Vans C-Max und Galaxy auslaufen, die man noch mit einem Taxi- oder Mietwagen-Paket von INTAX in Oldenburg bestellen kann, wollte Dr. Christian Weingärtner, Geschäftsführer Marketing und Sales der Ford-Werke GmbH, bei der Veranstaltung nicht sagen.

Printer Friendly, PDF & Email