Dena mahnt Verlängerung der Mautbefreiung für Erdgas-Lkw an

Per Positionspapier plädiert die Deutsche Energieagentur für die Verlängerung der Mautbefreiung für Lkw, die mit Erdgas und Biomethan angetrieben werden und sieht große Potenziale zur CO2-Reduktion.

In Position gebracht: Die Dena will mit der verlängerten Mautbefreiung für CNG&LNG-Trucks eine langfristige Perspektive für Flottenbetreiber schaffen. | Foto: Dena/Screenshot
In Position gebracht: Die Dena will mit der verlängerten Mautbefreiung für CNG&LNG-Trucks eine langfristige Perspektive für Flottenbetreiber schaffen. | Foto: Dena/Screenshot
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Die Deutsche Energieagentur Dena und die LNG-Taskforce haben sich in einem Positionspapier für die Verlängerung der Mautbefreiung von mit Erdgas und Biomethan betriebene Lkw über das Jahresende 2020 ausgesprochen. Die Organisationen unterstützten die Bundesregierung dabei, die Verkehrsemissionen im Straßengüterverkehr zu reduzieren. Die Treibhausgasemissionen von Nutzfahrzeugen seien in Deutschland seit 1990 um knapp 50 Prozent gestiegen. Erdgas und Biomethan als Kraftstoff hätten das Potenzial, die THG-Emissionen sowie Schadstoffe zu reduzieren.

"Die Fortführung der Mautbefreiung von CNG- und LNG-Lkw ist von wesentlicher Bedeutung, um den Markthochlauf Lkw mit alternativen Antrieben zu forcieren", appelliert die Organisation.

Die Mautbefreiung und die Kaufförderung von CNG-und LNG-Nutzfahrzeugen enden am 31.12.2020, ohne dass in dem bisher auf zwei Jahre begrenzten Zeitraum alternative und langfristig planbare Rahmenbedingungen geschaffen worden seien, die den Einsatz von gasbasierten, aber auch allen anderen alternativen Antrieben und Kraftstoffen, entsprechend verbessert hätten, beklagt die Dena. Damit könnten diese Fahrzeuge ihre Vorteile hinsichtlich THG-Emissionen, Luftschadstoffreduzierung und Lärmreduktion "nicht in Wert setzen", wie es weiter heißt. Die Auswirkungen seien bereits spürbar, die Förderanträge seit Februar 2019 rückläufig und im Dezember 2019 unter den Zahlen vom Juli 2018. Dennoch meint die Dena ein starkes Interesse an der Technologie zu erkennen. Die Anträge auf Förderung stiegen zum Jahresbeginn 2020 auf 320 Fahrzeuge an.

"Das zeigt auch, dass Marktakteure bereit sind,ihreProduktion, Lieferketten und -wege umzustellen. Eine Fortsetzung des Anstiegs der Antragszahlen ist nicht zu erwarten, sofern keine politische und rechtliche Stabilität gewährleistet werden kann", erklärte die Organisation.

Das Positionspapier legt Hintergründe für die Notwendigkeit einer weiteren Förderung sowie einen Vorschlag zur Ausgestaltung der zukünftigen Maut, bis zur nationalen Implementierung der EU-Wegekostenrichtlinie dar. 

Iveco macht Druck als Vorreiter der Technologie

Vor allem auch der Hersteller Iveco, der auf dem Technologiefeld als Vorreiter gilt, wirbt für den Antrieb. "Auch wenn der Elektroantrieb und die darauf aufbauende Brennstoffzelle in aller Munde sind: Derzeit und mittelfristig sind CNG- und vor allem LNG-Lkw die einzigen Alternativen zum Dieselantrieb im Schwerlastverkehr, vor allem auf langen Distanzen", merkt ein Iveco-Sprecher an.

Der Mix macht's: Biomethan und Power-to-Gas

Aufgrund des geringeren Kohlenstoffgehalts emittiere Methan (CNG und LNG) um bis zu 20 Prozent weniger CO2 als Dieselkraftstoff. Die Nutzung von reinem Biomethan (Bio-CNG oder Bio-LNG) ermögliche dann sogar CO2-Einsparungen von über 90 Prozent. Auch aus erneuerbarem Strom erzeugtes, synthetisches Methan (SNG) könne problemlos eingesetzt werden. Die Beimischung von 20 Prozent regenerativ erzeugtem Methan(SNG o-der Bio-LNG) ermögliche bereits eine Reduktion von ca. 35 Prozent THG-Emissionen gegenüber einem konventionell angetriebenen Diesel-Lkw. Eine Beimischung erneuerbaren Methans zum fossilen Methan sei ohne Men-genbeschränkung möglich.

Tankstellennetz wächst - braucht aber Planungssicherheit

Zudem gebe es in Europa mittlerweile über 240 LNG-Tankstellen. Nachdem die Entwicklung in Deutschland lange gestockt hatte, seien in den vergangenen zwei Jahren an wichtigen Verkehrsknotenpunkten etliche LNG-Tankstellen in Betrieb genommen worden. Im Laufe des Jahres 2020 soll die Zahl der LNG-Tankstellen von derzeit ca. 20 auf über 50 ansteigen. Alleine in der letzten Woche sind zwei leistungsstarke Tankstellen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten (Kassel und Berliner Ring) ans Netz gegangen.

"Voraussetzung für diese Investitionen ist jedoch ein kontinuierlich wachsender CNG-und LNG-Fahrzeugbestand, so wie in den letzten beiden Jahren", meint die Dena.

Der Hersteller wirbt, sein Modell S-Way verfüge im Fernverkehr über eine Reichweite von 1.600 km und 460 PS und erfülle damit exakt das Anforderungsprofil eines Logistikers, ohne eine Sonderdisposition zu benötigen. Es lasse sich zudem vom ersten Tag an lückenlos in einen bestehenden Fuhrpark einfügen, neben Standardmodellen seien auch Varianten mit niedriger Aufsattelhöhe erhältlich.

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