Dekra-Prüflabor für E-Fahrzeug-Ladeinfrastruktur anerkannt

Ein Testlabor des Kfz-Überwachungs-Vereins wurde vom Verband CharIN als eines der zwei ersten bestätigt, das die Eignung für das CCS-Ladesystem für Elektrofahrzeuge entsprechend zertifizieren darf.

Das Prüflabor der Dekra in Arnheim, Niederlande, darf die Eignung von Ladesäulen für das CCS-Ladesystem zertifizieren. | Bild: Dekra.
Das Prüflabor der Dekra in Arnheim, Niederlande, darf die Eignung von Ladesäulen für das CCS-Ladesystem zertifizieren. | Bild: Dekra.
Redaktion (allg.)
von Claudia Leistritz

Der 2015 unter dem Namen CharIN (Charging Interface Initiative e.V.) gegründete Zusammenschluss aus über 200 Unternehmen aus der Automobil-, Energie- und Industriebranche hat sich zum Ziel gesetzt, das CC (Combined Charging)-System zum Laden von Elektrofahrzeugen aller Art als weltweiten Standard zu etablieren, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

In diesem Rahmen hat der Verband nun das Testlabor für die Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen (EV, Electric Vehicle) der Dekra im niederländischen Arnheim akkreditiert. Die Prüforganisation darf somit nach den durchgeführten Ende-zu-Ende-Tests der Ladeinfrastruktur mit CCS-Zertifikaten die Eignung und Konformität von DC-Ladesäulen bestätigen. Diese Prüfungen seien wichtig zur Feststellung der Interoperabilität zwischen den Systemen in der E-Mobilität, berichtet die Dekra. Auch das Ladeerlebnis wolle man damit optimieren.

Erwiesene Expertise

Innerhalb des Qualitätsfeststellungsverfahrens (Quality Assurance Process, QAP) von CharIn wurden die beiden Bereiche Testdurchführung und Ergebnisanalyse der Dekra untersucht. Dabei habe ein „Experten-Ausschuss von CharIN-Mitgliedsunternehmen“ sich überzeugt, dass die Dekra mit der erforderlichen technischen Ausrüstung und geeigneten Qualitätskontrollverfahren ausgestattet sei.

Ladesäulen zertifizieren

DC-Ladesäulenhersteller können ein CharIN CCS Basic-Zerifikat beantragen, das sie nach erfolgreichem Test von einem anerkannten Prüflabor wie jetzt der Dekra erhalten. Das Bemühen um einen globalen Standard für das Laden von Elektrofahrzeugen der CharIn-Initiative werde von einer großen Zahl europäischer, nordamerikanischer und asiatischer Automobilhersteller unterstützt und vereine über 200 Unternehmen „entlang der Wertschöpfungskette“, so die Dekra.

 

Umfassende Tests mit vernetzter Ladeinfrastruktur

Innerhalb der Prüfungen führe die Dekra Ende-zu-Ende-Tests der Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen durch, die auch die sichere Kommunikation zwischen dem Elektrofahrzeug, der Ladestation sowie dem „Backoffice“ mit allen beteiligten Dienstleistern umfassten, heißt es. Auf dem Test-Plan stünden beispielsweise die Interoperabilität, Konformität, elektrische Sicherheit, der Gesichtspunkt Wireless, die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und die Cyber Security.

Führende Teststation

Das in Arnheim in den Niederlanden nun bestätigte Prüflabor sei somit das weltweit führende für EV-Ladestationen, so die Dekra. Es würden dort alle wichtigen Standards für Elektrofahrzeug-Versorgungsausrüstung (EVSE) unterstützt wie CharIN (CCS), EV Ready, CHAdeMO, OCPP (Open Charge Point Protocol) und ISO 15118 bis zu 360 kW Ladeleistung.

Die Dekra will nun eigenen Angaben zufolge die Service-Angebote einiger ihrer Standorte in der Region APAC (Asia Pacific) und Nordamerika zur Prüfung und Zertifizierung von EV-Ladetechnik entsprechend ausbauen.

Was bedeutet das?

Auch die Prüforganisationen erschließen sich neue Felder und sorgen so für zusätzliche Sicherheit bei der neuen Mobilität

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