DAT rät zu Handy-Dokumentation von Schäden

Laut der Schätzorganisation dokumentieren nur wenige Autofahrende Unfallschäden per Smartphone, obwohl sie es könnten. In Kombination mit künstlicher Intelligenz wären die Bilder jedoch wertvoll.

Mit Smartphone-Fotos und künstlicher Intelligenz lassen sich die Schwere eines Schadens und die Schadenhöhe rasch grob ermitteln, was die Schadenregulierung beschleunigen kann. (Foto: DAT)
Mit Smartphone-Fotos und künstlicher Intelligenz lassen sich die Schwere eines Schadens und die Schadenhöhe rasch grob ermitteln, was die Schadenregulierung beschleunigen kann. (Foto: DAT)
Johannes Reichel
von Dietmar Fund

Nur wenige Pkw-Halter haben bisher mit Fotoaufnahmen per Smartphone oder Kamera zur Schadendokumentation beigetragen. Insgesamt waren es nur 19 Prozent aller Befragten. Der Anteil derjenigen, die damit schon Erfahrung haben, war mit 25 Prozent unter den bis zu 25 Jahre alten Menschen am höchsten, während der Wert bei den über 50 Jahre alten Befragten nur bei 17 Prozent lag. Das hat die Schätzorganisation Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) bei ihrer jährlichen repräsentativen Befragung von dieses Mal 4.597 Endverbrauchern zum Autokauf und zum  Werkstattverhalten herausgefunden. Sie war die Basis ihres DAT-Reports 2022.

Anders als es diese niedrigen Zahlen vermuten lassen, sehen sich 60 Prozent aller Pkw-Halter als kompetent genug an, Schäden nach einem Unfall fotografisch ausreichend genau zu dokumentieren und an die Versicherung zu senden. Sogar 69 Prozent der Vielfahrenden gaben an, die zu beherrschen. Wenigfahrende und solche, die ihr Auto nur als Mittel zum Zweck sehen, trauen sich viel seltener zu, eine Schadendokumentation mit dem Handy zu erstellen.

Künstliche Intelligenz wertet die Bilder aus

Die DAT weist darauf hin, dass Handyfotos heute mit Hilfe künstlicher Intelligenz hinsichtlich der Art des Schadens und der Unfallschwere ausgewertet werden könnten. Das beschleunige die Erstellung von Unfallgutachten und die Erstellung eines ersten Kostenvoranschlags. Programme der Versicherer wiesen die Verunfallten auch darauf hin, wie sie den Aufnahmewinkel und die Kamerahöhe auswählen und wie viele Bilder sie machten müssten. Fachleute wie Werkstattmeister oder Kfz-Gutachter könne die Technik zwar nicht ersetzen, aber erste Anhaltspunkte für eine grobe Kostenkalkulation liefern. Damit lasse sich viel Zeit sparen.

Gut geführte Taxi- und Mietwagenbetriebe wie zum Beispiel die Taxiprofis des Nürnberger Unternehmers Christian Linz weisen ihre Mitarbeitenden heute schon an, nach Unfällen Handy-Fotos zu machen. Sie zeigen ihnen auch, auf welche Blickwinkel es ankommt.

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