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Daimler Trucks: Innerhalb von zehn Jahren fahren Lkw autonom

Die Daimler-Lkw-Tochter vereint ihre globalen Aktivitäten beim automatisierten Fahren von Lkw in der Autonomous Technology Group und will vollautomatisierte Lkw (SAE-Level 4) binnen eines Jahrzehnts marktreif machen.

Selbst ist der Truck: Statt Platooning setzt Daimler gleich auf selbstfahrende Systeme auf Level 4 und will diese in den nächsten Jahren serienreif machen. Foto: Daimler
Selbst ist der Truck: Statt Platooning setzt Daimler gleich auf selbstfahrende Systeme auf Level 4 und will diese in den nächsten Jahren serienreif machen. Foto: Daimler
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Johannes Reichel
von Johannes Reichel

Daimler Trucks hat die Gründung einer "Autonomous Technology Group" als globale Organisation für automatisiertes Fahren bekanntgegeben. Damit bündelt man die Aktivitäten auf dem Feld. Die zentralen Aufgaben der neuen Einheit umfassten die Gesamtstrategie für automatisiertes Fahren und deren Umsetzung, einschließlich Forschung und Entwicklung sowie Aufbau der erforderlichen Infrastruktur samt Netzwerk für den operativen Fahrzeugeinsatz – mit dem Ziel der Serienproduktion hochautomatisierter Lkw (SAE-Level 4). Der Lkw-Hersteller will mit der neu gegründeten Einheit hochautomatisierte Lkw innerhalb eines Jahrzehnts zur Marktreife bringen, wie es heißt. Dafür investiert man mehr als 500 Millionen Euro (rund 570 Millionen US-Dollar).

"Im Transportgewerbe ist Level 4 der nächste logische Schritt nach Level 2, um sowohl die Sicherheit als auch Effizienz und Produktivität zu steigern", glaubt der Hersteller.

Aus Sicht von Martin Daum, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, zuständig für Trucks & Buses gehe man nun den nächsten Schritt bei dem Thema, das man als "strategische Schlüsseltechnologie" ansieht. Man werde beim automatisierten Fahren zudem eng mit allen Geschäftsfeldern der Daimler AG zusammenarbeiten. Dazu zählten auch gemeinsame Aktivitäten mit der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars. Zugleich erforderten die Besonderheiten von Lkw aufgrund der vollkommen unterschiedlichen Systeme (u. a. Gelenk-/ Gliederfahrzeuge) eigene Entwicklungsaktivitäten. Diese konzentrieren sich auf den Gütertransport auf Fernstraßen im Gegensatz zur innerstädtischen Personenbeförderung. Die Leitung der in Portland/USA angesiedelten Einheit übernimmt Peter Vaughan Schmidt, bisher Leiter Strategie bei Daimler Trucks.

"Im ersten Schritt konzentrieren wir uns auf den Einsatz hochautomatisierter Lkw in definierten Bereichen und zwischen definierten Knotenpunkten in den USA. Dabei kooperieren wir eng mit den Kunden, deren Geschäft zu diesem Anwendungsfall des automatisierten Fahrens passt", erklärte Schmidt.

Zentrale Elemente: Software und redundante Systeme für die Sicherheit

Die Entwicklung der Software für das hochautomatisierte Fahren ist eines der Haupttätigkeitsfelder der Autonomous Technology Group, ein weiteres ist das sogenannte Fahrzeugprojekt. Das ist etwa für die Redundanz des Fahrzeugchassis zuständig, damit die Fahrzeugsysteme die Aufgaben des Fahrers im Verkehr übernehmen können und damit höchste Sicherheit gewährleisten, wie der Anbieter skizziert. Andererseits befasst sich das Fahrzeugprojekt mit der Integration der Sensoren für das automatisierte Fahren (Kamera, Lidar, Radar), die zusammen mit einer hochgenauen Karte dafür zuständig sind, dass der vollautomatisierte Lkw sich im Verkehr zurechtfindet. Der jüngst als Kooperationspartner gewonnene Automatisierungsspezialist Torc Robotics wird Teil der neuen, global aufgestellten Einheit.

Derzeit hat der Hersteller mit dem sogenannten Active Drive Assist im Mercedes-Benz Actros, FUSO Super Great sowie und dem Detroit Assurance 5.0 mit Active Lane Assist im Freightliner Cascadia als erster Hersteller teilautomatisierte Fahrfunktionen auf Level 2 in die einführt. Das System kann unabhängig bremsen, beschleunigen und lenken.

 

 

 

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