Daimler Trucks forciert autonome Testfahrten

In den USA weiten Daimler Trucks und Torc Robotics die laufende Erprobung von Technologien für hochautomatisierte Lkw (SAE Level 4) auf zusätzliche US-Highways aus.

Selbst ist der Truck: Daimler und Torc treiben das automatisierte Fahren vor allem bei Nutzfahrzeugen voran. | Foto: Daimler AG
Selbst ist der Truck: Daimler und Torc treiben das automatisierte Fahren vor allem bei Nutzfahrzeugen voran. | Foto: Daimler AG
Johannes Reichel
von Torsten Buchholz

Daimler Trucks und Torc Robotics, Partner in der Autonomous Technology Group von Daimler Trucks, wollen die Erprobung von Technologie für hochautomatisierte Lkw auf US-Highways in Kürze ausweiten. Die Entwicklerteams haben die neuen Routen bereits im Januar 2020 erfasst, sodass die Tests in Kürze beginnen werden. Durch den Einsatz auf öffentlichen Straßen können die Programmierer bei Torc Robotics zusätzlich zu Computersimulationen oder Tests auf abgesperrten Strecken Daten aus realen Verkehrsszenarien sammeln. Das hochautomatisierte Fahren soll zur Verbesserung der Straßensicherheit und gleichzeitig zur Steigerung der Effizienz in der Logistikbranche beitragen.

Der Einsatz auf öffentlichen Highways begann letztes Jahr im Südwesten Virginias (USA), wo sich auch der Hauptsitz von Torc befindet. Die Autonomous Technology Group von Daimler Trucks führt die Erprobung in Virginia fort, da der Bundesstaat ideale Bedingungen für die Entwicklung hochautomatisierter Lkw bietet und umfangreiche Praxistests ermöglicht. Die zusätzlichen Routen und die daraus gewonnenen neuen Datensätze werden dazu beitragen, bisherige Erkenntnisse zu validieren. Bei den Testläufen mit hochautomatisierten Fahrzeugen sind zwei Personen an Bord: ein Entwicklungsingenieur, der das System überwacht, sowie ein von Daimler Trucks und Torc Robotics zertifizierter und speziell geschulter Sicherheitsfahrer.

„Durch die Ausweitung unserer Tests auf weitere Routen in den USA können wir vieles durch die neugewonnenen Daten lernen und dabei unsere fortschrittlichen Testmethoden auf neue Umgebungen anwenden“, erklärt Peter Vaughan Schmidt, Leiter der Autonomous Technology Group bei Daimler Trucks.

Aus Sicht von Roger Nielsen, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Daimler Trucks North America ermögliche die aktuelle Erprobung auf öffentlichen Highways den sicheren Betrieb zukünftiger hochautomatisierter Fahrsysteme. Gleichzeitig sei es wichtig für eine erfolgreiche Einführung dieser Technologie, mit Kunden, Fahrern, Gesetzgebern und anderen Interessensvertretern zu sprechen.

Im Sommer 2019 gründete Daimler Trucks die Autonomous Technology Group als globale Organisation für automatisiertes Fahren und bündelt damit seine weltweiten Kompetenzen und Aktivitäten. Seit Herbst 2019 gehört auch Torc Robotics zur Daimler Trucks-Familie und ist Teil der Autonomous Technology Group. Die zentralen Aufgaben der Einheit umfassen die Gesamtstrategie für automatisiertes Fahren und deren Umsetzung, einschließlich Forschung und Entwicklung sowie Aufbau der erforderlichen Infrastruktur samt Netzwerk für den operativen Fahrzeugeinsatz. Zu den Entwicklungsstandorten der globalen Organisation zählen heute Blacksburg und Portland (in den USA) sowie Stuttgart.

Printer Friendly, PDF & Email